Nepal Marathon 2017 – Laufen am Fuße des Himalaya

In Nepal einen Marathon zu laufen, das hört sich zunächst mal ziemlich crazy an. Doch genau das haben vergangenes Jahr 90 Läuferinnen und Läufer aus aller Welt getan. Der Nepal Impact Marathon war geboren. Der Zusatz „Impact“ kommt nicht von ungefähr: einen positiven Effekt hatte der Marathon nicht nur auf die Teilnehmer, sondern auch die lokalen Communities. Über 100.000 Euro kamen bei dem Charity-Event zusammen. Diese werden von der Organisation Street Child dafür eingesetzt, dass Kinder aus ländlichen Gebieten der Zugang zu Bildung ermöglicht wird. Auch dieses Jahr hat sich Street Child wieder mit dem Nepal Marathon zusammengetan, um ein unvergessliches Erlebnis und sportliche Höchstleistungen mit guten Taten zu verbinden.

Nepal Marathon 2017: Ablauf der Marathonwoche

Nepal Marathon Volunteer

Beim Nepal Marathon helfen die Läufer aktiv in der lokalen Community mit. ©Florian Weimert/Street Child e.V.

Zu einem Marathon am Fuße des Himalaya fliegt man nicht einfach so hin und rennt dann los. Es bedarf schon einiger Tage, damit sich der Körper an das Klima anpassen kann. Beim Nepal Impact Marathon leben daher die Läuferinnen und Läufer fünf Tage gemeinsam im Marathondorf, bevor sie sich daran machen, die 42 Kilometer zu laufen. Bis am 19. November der Startschuss für den Lauf fällt, können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort ein Bild davon machen, was mit den gesammelten Spenden bereits umgesetzt wurde – und müssen dann auch selbst Hand anlegen. In direktem Kontakt mit der örtlichen Gemeinschaft wird gemeinsam gearbeitet, um weitere Projekte Realität werden zu lassen. Ein atemberaubendes Highlight ist der Sonnenaufgang über dem Himalaya und selbstverständlich ist auch ausreichend Zeit für die Erholung und Laufvorbereitung eingeplant. Das ganze Programm der Marathonwoche kannst Du Dir hier hier anschauen.

Nepal Marathon 2017: Strecke und Schwierigkeit

Der Nepal Impact Marathon ist was für geübte Läufer. Zumindest sollte man schonmal eine längere Distanz gelaufen sein, idealerweise ist man auch an höhere Lagen gewöhnt. Die Veranstalter beschreiben den Marathon als „brutalen Kampf zwischen Mensch und Natur“, man sollte sich also darüber im Klaren sein, dass das hier kein Zuckerschlecken wird. Mit 2200 Höhenmetern die es zu überwinden gilt, ist dieser Marathon wohl auch für geübte Straßenläufer eine echte Herausforderung. Umso befriedigender muss es sein, wenn man die 42 Kilometer durch den Shivapuri Nationalpark und über vier Hängebrücken dann tatsächlich geschafft hat. Wer sich noch nicht so ganz an dieses Niveau herantraut, kann trotzdem Teil des Nepal Impact Marathon sein: ebenfalls angeboten werden die Halbmarathon-Distanz sowie eine 10-Kilometer-Strecke.

Nepal Marathon 2017: Laufen und Kindern helfen

„Laufen hilft“ und „Laufen verbindet“ – zwei Glaubenssätze, die ich nach mehreren Jahren Laufsport tief in mir verinnerlicht habe. Läufer kennen das: die Liebe zum Laufen verändert erst einen selbst und weckt irgendwann den Wunsch, auch andere an diesem neuen Lebensgefühl teilhaben zu lassen. Manche, wie die Organisatoren des Nepal Impact Marathon, möchten noch einen Schritt weiter gehen und mit ihrem Einsatz das Leben anderer Menschen nachhaltig verändern. Die Marathon-Teilnehmer finanzieren mit ihren Beiträgen Projekte für Kinder, die der Verein Street Child transparent auf seiner Website dokumentiert. „Der Marathon wird einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung leisten, welche von der UN entwickelt und veröffentlicht wurden,“ ist dort zu lesen, und damit das alles nicht nur Theorie bleibt, können die Marathon-Teilnehmer das alles selbst an Ort und Stelle begutachten.

Über die Organisation Street Child e.V.

Street Child e.V., ist eine Hilfsorganisation, die aktuell über 50.000 Kinder in Westafrika und seit kurzem auch in Nepal unterstützt, damit diese zur Schule gehen können. Ein großer Teil der Spenden wird durch Laufveranstaltungen wie den Sierra Leone Marathon oder den Nepal Impact Marathon eingenommen. Mehr Infos über Mission, Werte und Ziele findest Du hier.

Sierra Leone Marathon und Nepal Marathon – ein Teilnehmer erzählt

©Florian Weimert/Street Child e.V.

Ich kann Euch ja hier von meinem Schreibtisch aus lang und breit erzählen, wie toll ich den Nepal Marathon finde. Wer aber wirklich was zu sagen hat, ist Florian Weimert. Er ist der 1. Vorsitzende von Street Child e.V. und hat erst durch seinen Job zum Laufen gefunden. 2012 lief er seinen allerersten Marathon in Sierra Leone, zugunsten lokaler Bildungsprojekte. Seitdem hat er zwei weitere Marathons auf dem Buckel, unter anderem den ersten Nepal Impact Marathon 2017. Wie es war, was er dabei erlebt hat und wie ihn diese Läufe erlebt haben, erzählt er im Interview.

Florian, wie bist Du zum Läufer geworden?

Ich war noch nie ein ernsthafter oder guter Läufer und werde es auch nicht mehr werden;) Im Jahr 2012 wurde ich gefragt, ob ich dem ersten Charity Marathon in Sierra Leone zugunsten von lokalen Bildungsprojekten mitmachen möchte. Ohne lange zu zögern habe ich „ja“ gesagt und habe es dann in knapp 6 Stunden geschafft ins Ziel zu kommen.

Wie viele Marathons bist Du seitdem gelaufen?

Inzwischen habe ich tatsächlich schon 3 Marathons geschafft: noch einen Weiteren in Sierra Leone und letzten November den ersten Nepal Marathon zu Gunsten von Street Child Nepal. Scheinbar gefällt mir das Laufen so gut, dass ich mir immer mehr Zeit dabei lasse. Beim Nepal Marathon letztes Jahr habe ich 7 Stunden gebraucht, und mein 2. Sierra Leone Marathon davor dauerte 6:30h.

Wie hast Du die Marathons in Sierra Leone und Nepal erlebt?

Der Marathon, die damit verbundene Reise und das Kennenlernen der Projekte von Street Child hat mich, wie viele andere Teilnehmer, sehr geprägt. Z.B. eine ganz neue Sichtweise auf unsere Lebensverhältnisse in Europa und die Erkenntnis, dass mit einer für uns kleinen Spende vor Ort ungemein viel erreicht werden kann.

Was waren Highlights – und was lief nicht so gut?

Ein Highlight waren die High Fives der lokalen Kids, die uns während de Laufes super angefeuert haben. Ein schwieriger Moment war, als ich am Ende meiner Kräfte einen Streckenposten gefragt habe, wie weit es noch bis zum Ziel sei. Die Antwort lautete „Nur noch 1 Kilometer“. Ein bis zwei Kilometer später war das Ziel immer noch nicht zu sehen und ich erfuhr: es fehlten immer noch zwei Kilometer!

Was rätst Du jemandem, der an solch einem Marathon teilnehmen will?

Mach mit. Wenn Du es irgendwie einrichten kannst, melde Dich an, sei dabei und lasse Dich überraschen was passiert. Und auch kürzere Distanzen, wie 10km oder der Halbmarathon, werden angeboten.

Na, juckt es schon in den Fingern bzw. Beinen? Falls Du noch immer nicht sicher bist, ob der Nepal Marathon was für Dich wäre, dann schau mal auf Florians Blog vorbei. Mithilfe seines Videotagesbuchs kannst Du seine Reise zum Leben verändernden Marathon mitverfolgen. Macht total Spass und der ein- oder andere Gänsehautmoment ist auch dabei.

Nepal Marathon: wichtige Infos

Teilnahmegebühr

Für den Nepal Impact Marathon gibt es drei Pakete, die je nach Ansprüchen, Zeit und Budget unterschiedlich viel kosten. Los geht es mit der Basisversion von um die 600€, darin sind sechs Übernachtungen (davon eine im Hotel und fünf im Zelt) inbegriffen sowie Vollpension, Transfer- und Wettkampfkosten sowie organisierte Aktivitäten. Wer auf etwas mehr Komfort Wert legt, der übernachtet in Bambushütten mit Stromanschluss und zahlt dafür run 780€. Bei der Luxusvariante für 950€ gibt’s noch eigene Duschen und Toiletten dazu. Eine detaillierte Übersicht über alle Pakete und Leistungen erhältst Du hier. Bei allen Varianten kommen als zusätzliche Kosten noch der Flug, das Visum sowie ggfs. Impfungen dazu.

Anmeldung

Die Online-Anmeldung ist ab sofort geöffnet und über diesen Link erreichbar.

Alle Infos über den Verein Street Child e.V. hier.

Alle Infos über den Nepal Impact Marathon hier.

 

 

 

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