Kronach in Oberfranken ist unbestritten eine der schönsten Kleinstädte in Deutschland. Das „Tor zum Frankenwald“ lockt mit seinem besonderen Charme auch schonmal Hollywoodstars in seine mittelalterlichen Stadtmauern. 7 Tipps für einen Kurztrip nach Kronach.

1. Festung Rosenberg

Man sieht sie schon von weitem, die Festung Rosenberg, die mächtig über die Stadt wacht. Diesen Job macht sie seit dem 13. Jahrhundert äußerst erfolgreich, denn bis dato wurde sie niemals gewaltsam eingenommen. Die Festungsanlage zählt zu den best erhaltenen in Bayern und zu den größten in ganz Deutschland.

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Atemberaubend: die Festung Rosenberg zum Sonnenaufgang

Viele Dinge kann man man auf der Festung tun: es gibt Ausstellungen, Führungen und Events wie zum Beispiel die Rosenberg-Festspiele.

Man kann aber einfach nur frühmorgens hochlaufen und einen fantastischen Sonnenaufgang mit Blick über das aufwachende Kronach erleben.

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Ein schöner Blick auf Kronach von der Festung

2. Ein großer Sohn der Stadt: Lucas Cranach d.Ä.

Einer der bedeutendsten Künstler der Renaissance nennt Kronach seine Heimatstadt. Hätte ich mir, obwohl zunächst unwissend, eigentlich gleich denken können: So, wie die Kronacher ihre Heimatstadt aussprechen – „Gronich“ – klingt das dem Namen Cranachs im fränkischen Dialekt ziemlich ähnlich. Und, siehe da: Lucas Cranach der Ältere hat sich tatsächlich nach seiner Geburtsstadt benannt.

Cranach begegnet einem überall in der Stadt: ein guter erster Überblick über Cranach und sein Werk gibt die Cranach-Führung in der Fränkischen Galerie auf der Festung Rosenberg.

Wenn du lieber auf eigene Faust Cranach entdecken möchtest, dann folge einfach den Cranach-Zeichen, die du überall auf den Gehwegen in der Kronacher Altstadt findest. Auf dem Cranach-Weg lernst du an sieben Stationen Wissenswertes über das Ausnahmetalent. Dafür wählst du einfach mit den Handy die dort angegebene Telefonnummer und kannst dann den Erzählungen lauschen.

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Folge dem weißen Drachen: Wegweiser zu den 7 Stationen des Cranach-Wegs

3. Kronacher Blöchla

Für die Rubrik „Bakes and the City“ war ich natürlich auch auf der Suche nach einer besonderen regionalen Gebäckspezialität. Selbstverständlich bin ich auch in Kronach fündig geworden: Blöchla heißt das süße Teilchen, dass mein Herz im Sturm erobert hat. Das Blöchla ist eigentlich ein Festtagsgebäck und viele Kronacher Familien haben ihr eigenes Rezept für die röhrenförmige Leckerei. Weil es innen hohl ist, wird das Blöchla auch gerne mit Sahne gefüllt und ist dann noch etwas weniger Diätessen, als es eh schon ist.

Der Name kommt übrigens von den Flößern, die extradicke Baumstämme so nannten – und so ein Blöchla ist die ideale Mahlzeit für körperliche harte Arbeit (und natürlich auch Sightseeing!)

Glücklicherweise hat die Bäckerei am Bamberger Tor die feinen Blöchla auch an Nicht-Feiertagen vorrätig. Schmeckt auch übrigens ohne Sahnefüllung extrem gut zu einer Tasse Cappuccino, die man direkt vor Ort trinken kann.

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Gibt es nur in Kronach: das unfassbar leckere Gebäck namens „Blöchla“

4. Wanderparadies Naturpark Frankenwald

Kronach liegt am südwestlichen Rand des Frankenwalds und ist ideal als Ausgangspunkt für Wanderungen im Naturpark. Aufmerksame Leserinnen dieses Blogs wissen schon, wie sehr ich den Frankenwald für seine Wander- und Laufrouten schätze: eine wunderschöne Natur, die nie überlaufen ist und in der man so richtig Durchatmen kann. Die Wanderroute „Entlang der Marter“ ist einer der 32 „FrankenwaldSteigla“ und bietet einen wunderschönen Blick ins Kronachtal.

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Wanderparadies Naturpark Frankenwald – hier mit Blick auf das benachbarte Thüringen

Übrigens: im 13 Kilometer entfernten Best of Wandern Testcenter Frankenwald in Steinwiesen kannst du kostenlos Wanderrucksäcke, Wanderschuhe, Wanderstöcke und weiteres Wander-Equipment ausleihen.

5. Eine Altstadt wie im Bilderbuch

Fast vollständig erhalten ist die Kronacher Altstadt: die historischen Häuser aus Sandstein und die vielen Fachwerkbauten sind ein Traum für alle, die auf muckelige Innenstädte stehen. Umgeben ist Kronach von einer Stadtmauer und über all dem wacht die bereits zuvor erwähnte Festung Rosenberg – ein Historienfilm-Regisseur hätte es sich nicht schöner ausdenken können.

Ein schöner Spaziergang führt von der Kronacher Altstadt runter zum Fluss, wo du dir der dreistufige Stadtaufbau solch einen Blick auf die Vorstadt und Altstadt bietet:

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Oh wie schön ist Kronach!

6. Hollywood war auch schon hier

A propos Regisseur: natürlich hat auch die Filmwelt Kronach bereits entdeckt. Als ich mit Diana von kurzreisenundmeer im Oktober auf Pressereise im Frankenwald war, staunten wir nicht schlecht: Gebäude in der Altstadt wurden umdekoriert und umbenannt, Straßenschilder ausgetauscht. Als mir dann bei meinem Sonnenaufgangs-Spaziergang der Eintritt in das Festungsgeländer verwehrt wurde, war mir auch klar, warum: Hollywood war vor Ort und schwer am Arbeiten!

Regisseur Jonathan Jakubowicz drehte mit einer internationalen Crew den Film „Resistance“ mit den Stars Jessie Eisenberg und Matthias Schweighöfer. Meine Hoffnung, dass ich letzteren beim Morgenlauf begegnen würde, hat sich leider nicht erfüllt.

Ein anderer Film, der zwar nicht in Kronach, aber nur gut 20 Kilometer weiter nordöstlich in Nordhalben gedreht wurde, ist gerade in den Kinos: die Verfilmung der realen Geschichte einer Flucht aus der DDR mit dem Heißluftballon – „Ballon“ von Michael „Bully“ Herbig.

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Drehort Kronach: Die Bocherie Mangels gibt’s nur im Film

7. Oberfränkische Spezialitäten im S’Antla

When in Franconia, do like the Franconians do. Soll heißen: in Kronach gibt es einige gute italienische Restaurants, aber wenn ich schonmal da bin, dann will ich natürlich auch fränkisch essen. Was für ein Glück, dass zu unserem Hotel ein original fränkisches Restaurant gehörte. S’Antla braut sein eigenes Bier und ist auf Ente spezialisiert, wir der geübte Fränkischsprecher bereits im Namen erkennen kann.

Aber auch Vegetarier kommen in dem gemütlich eingerichteten Brauhaus auf ihre Kosten. Ich wurde fast gar nicht komisch angeguckt, als ich zu meinen Kässpätzle einen echt fränkischen Kloß bestellt habe!

Übrigens, der Chronik nach erfreute sich bereits Kronachs berühmter Sohn Lucas Cranach am Bier aus Kronach, das bis ins 17. Jahrhundert übrigens ausschließlich von Frauen gebraut wurde.

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Kronach ist bunt: Knit-Art-Aktion an der Kronacher Stadtmauer

Unterkunft in Kronach

Diana und ich waren in den Stadthotels Kronach untergebracht, die mit drei Häusern in der Altstadt vertreten sind. Mein Einzelzimmer war gemütlich, funktional und sehr ruhig. Das Frühstücksbuffet war gut und alle Hotelangestellten superfreundlich.

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Die erste Adresse in Kronach: Stadthotel Pfarrhof mit Restaurant s’Antla

Shoppingtipp: Kronacher Keramik Werkstatt

Noch einen weiteren Insidertipp will ich euch nicht vorenthalten. Regionale Mitbringsel findet ihr entweder im Best of Wandern Testcenter oder aber in der Kronacher Keramik Werkstatt. Direkt unten am Eingang zur Kronacher Altstadt ist das kleine Töpfer- und Keramikatelier. Ich habe mir eine wunderschöne, kleine Schüssel für mein Porridge gekauft, an der ich mich seither an jedem Morgen erfreue. Für Lucas-Cranach-Fans gibt es hier Keramikbecher mit dem Cranach-Logo.  

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Ideal für Souvenirs aus Kronach: Keramikwerstatt Kronach

Die beste Zeit für Urlaub in Kronach

Wann ist die beste Zeit, um nach Kronach zu fahren? Schwer zu sagen, denn das Städtchen hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz. Ich war einmal im Oktober und dann spontan nochmal im Dezember da – beide Male war die Stadt perfekt zum Spazieren, Gucken und Genießen.

Jetzt gerade, im Januar, schneit es dort und ich bin schon ein wenig neidisch, denn eine verschneite Kronacher Altstadt würde ich auch einmal gern erleben und drumherum sind überall Loipen für Ski-Langlauf!

Im Sommer herrscht hier Hochbetrieb, eben wegen der umliegenden Wander- und Ausflugsmöglichkeiten. Wie Kronach im Frühling ist, muss ich noch herausfinden. Auf der Festung Rosenberg gibt es sogar Kirschbäume, ich kann mir also gut vorstellen, wie schön es ist, wenn es in Kronach blüht und duftet. Wann kommst du?

Offenlegung: Teile dieses Beitrags entstanden im Rahmen einer Bloggerreise mit Frankenwald Tourismus. Vielen Dank für die Einladung!