Werbung/Beitrag enthält Werbelinks* Übernachten mitten im Wald, nur wenige Meter vom legendären Rennsteig entfernt, Deutschlands ältestem und beliebtesten Fernwanderweg. Lange Gespräche am knisternden Lagerfeuer, in der Ferne rufen Rehe und über dir der funkelnde Sternenhimmel. In der Nähe vom fränkischen Kleintettau gibt es einen magischen Ort, an dem du genau das erleben kannst: der erste Trekkingplatz im Frankenwald wurde im Mai 2019 eingeweiht und ist noch ein absoluter Geheimtipp. Übrigens wortwörtlich: die genaue Wegbeschreibung gibt es nur für Eingeweihte.

Wild zelten mitten im Wald…und völlig legal

Es ist Ende September und nachdem es in der vorherigen Woche noch einmal richtig sommerlich wurde, hat sich der Herbst überlegt, dass er nun endlich mal dran ist. Zwei Grad sind angesagt für die kommende Nacht und ich will draußen im Zelt schlafen. Zuletzt gecampt habe ich vor sieben oder acht Jahren – am Gardasee, in einem typischen Campingplatz mit allem drum und dran. Früher bin ich ganz gerne zelten gegangen, aber irgendwie hat sich über die Jahre eine Bequemlichkeit eingeschlichen. Und nun soll ich also irgendwo mitten im Wald mein Zelt aufschlagen, auf einem Trekkingplatz, bei Temperaturen, bei denen normalerweise die Wärmflasche meine treue Begleiterin ist.

kleintettau trekkingplatz

Nach einer Beschilderung sucht man vergeblich, denn der versteckte Platz soll nicht einfach so gefunden werden. Erst, wenn man bei Frankenwald Tourismus  eine Übernachtung bucht, gibt’s die genauen Koordinaten. Als meine zwei Reisebegleiter und ich dort ankommen, sind wir erst einmal baff: Obwohl der Platz nicht weit vom Ortskern sowie von der Straße ist, steht man plötzlich mitten im Wald. Auf einer kleinen Lichtung sind vier ausgewiesene Plätze für Zelte markiert: zwei direkt auf dem Boden und zwei davon auf einer Holzterrasse. Eine davon ist ein Hochplateau, „zum Schutz vor Wölfen,“ wie das Schild nüchtern erklärt. Moment mal – Wölfe? Jetzt muss ich also nicht nur vor unheimlichen Geräuschen und Waldgeistern Angst haben, sondern tatsächlich noch von nächtlichen Besuchern?

Für den Fall der Fälle weiß die Infotafel Rat: „In die Hände klatschen.“ Ich klatsche einmal zur Probe, mit nervös-feuchten Handinnenflächen, das Klatschgeräusch fällt dementsprechend dumpf aus.

Isegrim on tour: Der Wolf im Frankenwald

Im Mai 2019 tappte ein Wolf im Landkreis Kronach in die Fotofalle. Nachdem sich zuvor einige vermeintliche Wolfsmeldungen als Fake News herausgestellt hatten, ist man sich nun sicher: der Wolf ist zurück im Frankenwald. Ob sich das Wildtier, das übrigens unter Naturschutz steht, dort immer noch aufhält und ob es gar ein weiteres Rudel gibt, darüber konnte ich bisher keine verlässlichen Angaben finden. Eine gute Stelle für Informationen zum Wolfsvorkommen in Franken bzw. Bayern ist der NABU.

Was tun, wenn dir ein Wolf begegnet?

Zunächst: Die Wahrscheinlichkeit, dass du bei einer Wanderung oder einem Spaziergang im Wald einen Wolf siehst, ist äußerst gering, auch in Regionen, in die der Wolf zurückgekehrt ist. Wenn du aber doch beim Waldspaziergang auf einen Wolf triffst, dann ist die Chance relativ groß, dass der Vierbeiner vor dir Reißaus nimmt – er ist nämlich ziemlich scheu! Falls ein Wolf jedoch Tollwut hat oder er als Welpe bereits an Menschen sozialisiert wurde, besteht dieser Fluchtinstinkt nicht. Artenschützer und Wolfskenner raten die folgende Vorgehensweise bei der Begegnung mit einem Wolf:

Siehst du das Tier aus der Ferne, solltest du dich unauffällig zurückziehen. Anders verhält es sich, wenn der Wolf schnell auf dich zukommt und es nach Angriff aussieht. Das kann passieren, wenn du mit einem Hund unterwegs bist und der Wolf sein Revier verteidigen will. In diesem Falle solltest du laut werden: klatschen, schreiben, mit den Armen fuchteln. Mehr Infos darüber wie du dich bei der Begegnung mit einem Wolf verhalten sollst sowie Interessantes rund um das besondere Tier findest findest du auf der Website des NABU.

Ich schiebe die Wolfsangst beiseite und entscheide mich für den Platz auf dem Boden. Zwischen mir und meinen Mitzeltern liegen an die 20 Meter Abstand – und vor mir nur der Wald. Lange habe ich schon kein Zelt mehr aufgebaut, doch mit etwas Hilfe geht es eigentlich ganz fix. Die Zelte sind brandneu, gesponsert von Vaude und wer auf dem Trekkingplatz übernachtet, kann diese dazu buchen.

Stockbrot und Gespräche am Lagerfeuer

Mein Schlafsack sagt bis komfortabel bis 0 Grad und Limit 2 Grad, die Isomatte ist zum aufblasen und dementsprechend bequem. Ich freue mich schon darauf, mich nachher in mein heutiges Bett zu mummeln, aber erstmal gibt’s Stockbrot und Bier. Weil ich auf einer Recherchereise im Frankenwald bin, bin ich unterwegs mit Menschen, die ich zuvor nicht kannte. Mit am Lagerfeuer sitzen meine zwei Bloggerkollegen sowie die Revierleiter und Trekkingplatz-Betreuer. Zu sechst versammeln wir uns ans Lagerfeuer und machen Stockbrot, das wir mit Käse und Wurst essen. Frank von Little Discoveries spricht das aus, was ich fühle: „Vor kurzem war ich auf einer Reise und hatte jeden Abend Drei-Gänge-Menüs mit Weinbegleitung. Aber nichts toppt ein Feuer und Stockbrot.“

stockbrot

Irgendwann wird es spät für die Förster und sie lassen überlassen uns uns selbst. Dass sie dabei waren, ist nicht die Regel, sondern ein spezieller Service für uns Blogger und Journalisten. Im Normalfall bist du hier wirklich alleine mit den Waldbewohnern. Da sitzen wir nun. Drei, die sich erst seit gestern kennen und unterschiedlicher nicht sein könnten. Frank aus Schweinfurth, der einen Hintergrund als Uni-Dozent hat und sich unlängst selbständig gemacht hat. Er reist mit seinem Profi-Fotoausrüstung an und ist schon durch die halbe Welt getrekkt, zuletzt in Taiwan.

Karin aus Bochum, die gerade ihre Masterarbeit in Umweltökonomie schreibt und nebenher als Freelancerin für ein Onlinemagazin arbeitet. Sie erscheint so zart, dass ich mir fast etwas Sorgen um sie mache vor der kalten Nacht. Immerhin schläft sie auf der Hochebene und ist geschützt vor dem Wolf. Und dann ich, die Bloggerin, Texterin, Wahlberlinerin und Gelegenheitscamperin. Der Sternenhimmel entfaltet seine Magie und wir kommen gar nicht mehr raus aus dem Reden. Wir schieben die Bänke zusammen und holen die Schlafsäcke denn irgendwie will noch keiner ins Zelt. Die Gruselgeschichten dürfen ebenso wenig fehlen wie das faszinierende Beobachten der Glut, und wenn wir schweigen, dann ist das alles andere als unangenehm.

Das weltbeste Stockbrot-Rezept

Der Förster hat uns sein Stockbrot-Rezept zwar nicht verraten, aber ich habe (bis auf eine Geheimzutat) fast alles herausfinden können. Achtung: Der Teig darf nicht zu trocken sein, sonst fällt er vom Stock.

stockbrot rezept

Zutaten Stockbrot (mit Trockenhefe)
• 250 g Mehl
• 1/2 Tl Salz
• 1 Prise Pfeffer
• 1 TL Rosmarin
• 1 Packung Trockenhefe
• 150 ml lauwarmes Wasser
• 1 Tl Ahornsirup
• 2 El Rapsöl

Zubereitung Stockbrot

Mehl, Salz, Pfeffer, Rosmarin und Trockenhefe in einer Schüssel vermischen.
Das lauwarme Wasser hinzugehen und mit einem Holzlöffel umrühren.
Öl und Ahornsirup hinzugeben und mit dem Knethaken des Handmixgeräts kneten.
Aus der Schüssel nehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem glatten Teig verarbeiten.
Erneut in eine Schüssel geben und an einem warmen Ort mind. eine halbe Stunde gehen lassen.

Am Lagerfeuer: kleine Teigkugeln formen, zur Wurst rollen und um die Spitze von Stöcken wickeln. In die Glut halten (nicht ins direkte Feuer!) und unter stetigen Drehen langsam backen

Draußen schlafen bei zwei Grad – die Nacht auf dem Trekkingplatz im Frankenwald

Die Müdigkeit gewinnt dann doch irgendwann. Ich gehe als erstes in mein Zelt, die anderen tun es mir kurz später nach. Draußen ist es kalt, in meinem Schlafsack ist es warm. Ich schlafe ein zum letzten Knistern des Feuers. Ein, zweimal wache ich in der Nacht auf. Ich höre das Rufen der Rehe. Hätte ich nicht zuvor erfahren, wie sich Rehe anhören, hätte ich vermutet, in der Ferne einen Bauernhofhund zu hören. Hast du schonmal Rehe gehört? Um halb fünf Uhr früh passiert das, was angeblich vier Millionen Menschen in Deutschland auch passiert (sagt zumindest eine Fernsehwerbung für Kürbiskernkapseln): ich muss mal. Aus Erfahrung weiß ich, dass es nichts bringt, das Gefühl zu ignorieren. Leicht widerwillig steige ich aus meinem Schlafsack und mache mich auf dem Weg zur Ökotoilette. Hui, ist das frisch!

Zurück im Zelt will sich die vorherige Muggeligkeit einfach nicht mehr einstellen. Mir ist kalt. Ich muss daran denken, dass es genau in diesem Moment Menschen gibt, die die Nacht nicht freiwillig draußen verbringen und höchstwahrscheinlich auch nicht so einen luxuriösen Schlafsack wie ich haben, in den sie sich einmummeln können. Eine halbe Stunde wälze ich mich hin und her. Aufstehen oder liegenbleiben? Wenn ich aufstehe, wecke ich wahrscheinlich die anderen. Wenn ich liegenbleibe, steigert sich meine eh schon vorhandene Erkältung wahrscheinlich noch weiter. Der Egoismus siegt vor dem Altruismus: ich steige auf und bewege mich in Richtung des bereits erloschenen Lagerfeuers. In einer Metallkiste liegen Holzscheite, Streichhölzer und Anzünderpellets. Die Kiste macht ein lautes Quietschgeräusch als ich sie öffne. Karin schläft direkt darüber, ich hoffe, sie hört mich nicht. Von den fünf vorhandenen Streichhölzern benötige ich vier, um das Feuer zum Laufen zu bringen. Puh, das wäre also geschafft.

schlafsack herbst

Sonnenaufgang und Glücksgefühle

Ich bin übermüdet, erkältet und: glücklich. Kennst du diese Momente, in denen man sich genau richtig fühlt? Dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und das richtige tut? Das ist so ein magischer Moment. Das Feuer wärmt mich und ich ärgere mich wirklich nur ganz kurz, dass ich Camping-Greenhorn keine Tasse mitgebracht habe. So ein heißer Tee, das wäre jetzt was Feines. Kurze Zeit später kommt Karin dazu, sie hat gut geschlafen und meine Sorgen hätte ich mir sparen können, schließlich scheint sie die Nacht deutlich besser überstanden zu haben als ich. Frank fand’s übrigens überhaupt nicht kalt: der Profi hatte noch einen zweiten, dünnen Innenschlafsack dabei, aus „ägyptischer Baumwolle,“ wie er betont, und das klingt nach etwas, was meine Oma immer gut fand. Und weil Oma sowieso immer Recht hatte und Frank am erholtesten von uns aussieht weiß ich schon, was ich bei meinem nächsten Trekkingplatzabenteuer dabeihaben werde.

frankenwald zelten

Die Sonne geht auf über den Bäumen und während wir noch von Tee und Kaffee fantasieren, kommt der Förster mit einer Thermoskanne vorbei. Eine Nacht darf man auf dem Trekkingplatz bei Kleintettau bleiben, dann heißt es, weiterziehen. Ich schreibe noch ein paar Worte ins Gästebuch, das ich sicher verstaut in einer regensicheren Box gefunden habe. Im nächsten Jahr sind noch weitere Trekkingplätze im Frankenwald geplant und ich kann es kaum erwarten, sie alle auszuprobieren. Denn eins ist klar: die Abenteurerin in mir war nie ganz weg, sie hat nur zu lange im bequemen Bett geschlafen. Es ist an der Zeit für mehr Lagerfeuer, Nächte unterm Sternenhimmel und lange Gespräche im Mondschein.

Trekkingplatz Kobach im Frankenwald: Infos und Benutzerregeln

  • Der Trekkingplatz hat Platz für vier Zelte (zwei auf Holzplattformen und zwei auf Bodenflächen)
    Feuerstelle für Lagerfeuer und Stockbrot
  • ausreichend Brennholz vorhanden
  • Öko-Outdoor-Toilette & Brauchwasserfass (Trinkwasser bitte selbst mitbringen)
  • Zeltausleihe möglich, bei der Buchung mit anfragen (bei Aktionen kostenlos, sonst zum kleinen Preis)

Trekkingplatz Kobach: Übernachtung buchen

  • Buchung für maximal eine Nacht möglich
  • Die Saison dauert bis zum 3.11.2019 und beginnt erneut im Frühjahr 2020
  • Kosten pro Zelt: 10 Euro
  • Die Koordinaten des Trekkingplatzes erhältst du mit der Buchungsbestätigung

Und ansonsten: verhalten, wie man sich als Gast im Wald verhält. Müll wieder mitnehmen und nichts hinterlassen als einen netten Gruß im Gästebuch.
Hier kannst du deine Übernachtung Trekkingplatz Frankenwald buchen.

trekkingplatz kobach

Trekkingplatz Frankwald: Wanderungen & Aktiviäten in der Umgebung

Der Trekkingplatz befindet sich nur wenige Meter vom Rennsteig, Deutschlands ältestem Fernwanderweg. Einige Kilometer des Rennsteigs führen durch Franken, der größte Teil durch Thüringen. In der Umgebung gibt es dementsprechend viele Wandermöglichkeiten, u.a. die Frankenwald-Steigla.  Falls du dich für Trailrunning interessierst, lies hier: Trailrunning im Frankenwald.

Im nahe gelegenen Genussort Klein-Tettau organisiert Genussbotschafterin Kerstin Rentsch Halbtages- und Tageswandertouren inklusive hausgemachter Brotzeit (dazu demnächst mehr). Außerdem lohnt sich ein Besuch im Tropenhaus Klein Eden in Klein-Tettau, in dem klimaschonend tropische Früchte wie Mangos, Passionsfrucht und (einzigartig in Deutschland!) Kaffirlimetten angebaut werden. Die Gewächshäuser können mit einer Führung besichtigt werden, daneben kannst du dir in einem Glashaus tropische Pflanzen, Schlangen und Echsen ansehen. In direkter Nachbarschaft liegt das Europäische Flakonglasmuseum, dessen Abwärme das Tropenhaus zur Beheizung nutzt.

Offenlegung: Ich wurde von Frankenwald Tourismus zur Übernachtung auf dem Trekkingplatz eingeladen.