100 Sonnenaufgänge, 100 Mal ein neuer Tag, der anbricht. Das Projekt „100 Sonnenaufgänge“ ist ein Punkt meiner Bucketlist. Nichts ist für mich so schön, wie den Morgen zu begrüßen, indem ich darauf warte, dass die Sonne aufgeht. Vom gespannten Warten in der Morgendämmerung bis zu dem Moment, an dem die Sonne hervorlugt, am Horizont, hinter den Bergen oder hinter einer Hauswand. Wenn aus der blauen Stunde plötzlich eine rosafarbene, grell-pinke oder feuerrote Minute wird. Hier sammle ich meine 100 Sonnenaufgänge in 2018 und zeige Dir die besten Spots, um Sonnenaufgänge zu beobachten. Und du kannst auch ein Teil davon sein: Werde Sonnenaufgang-Jäger und teile deinen schönsten Sonnenaufgang.

Der schönste Sonnenaufgang

Wo gibt es den schönsten Sonnenaufgang? Eine Frage, die genauso wenig zu beantworten ist wie die Frage nach dem schönsten Berg, See oder Ort der Welt. Jeder Sonnenaufang hat etwas einzigartiges. Ich selbst kann gar nicht sagen, was der schönste Sonnenaufgang meines Lebens war, aber es gibt natürlich ein paar Favoriten, die mir besonders stark im Gedächtnis geblieben sind. Da war zum Beispiel der Sonnenaufgang über dem Grand Canyon, Mitte der Neunziger Jahre. Ich hatte gerade ein Jahr als Au Pair an der Ostküste der USA hinter mir und noch etwas Zeit, rumzureisen. War der Grand Canyon an sich schon atemberaubend, war der Sonnenaufgang und das Farbenspiel an den Felsformationen ein Erlebnis, das ich zu einem der schönsten meines Lebens zähle. Auch nicht von schlechten Eltern: der Sonnenaufgang über London vom Parliament Hill aus. Nach einem Morgenlauf lag mir die gesamte Londoner Skyline zu Füßen. Unfassbar schön. Ein Sonnenaufgang braucht aber nicht immer die spektakulärsten Orte, um zu beeindrucken. Einige der schönsten Sonnenaufgänge habe ich unweit meiner eigenen Haustüre gesehen. Wenn sich die Sonne im Wasser spiegelt oder wenn kurz vor Sonnenaufgang der Rauch aus dem Schornstein des Heizkraftwerks in ein sattes pink getaucht wird. Ein Sonnenaufgang ist ein Zeichen, dass jeden Morgen ein neuer Tag beginnt, der noch ganz frisch ist.

So wurde ich zur Sonnenaufgang-Jägerin

Irgendwann habe ich beschlossen, dass ich jetzt Sonnenaufgang-Jägerin werde. Früher waren Sonnenaufgänge eher zufällig Teil meines Lebens. Wie damals im Grand Canyon, als der Reiseleiter unserer kleinen Au-Pair-Tour beschlossen hatte, dass das doch mal eine gute Idee wäre. Oder zu meiner Anfangszeit in Berlin, als ich in den frühen Morgenstunden aus dem Club gefallen bin und mit meinen Feierfreunden und noch ordentlich Restalkohol der Sonne beim Aufgehen zugeschaut habe. Und dann kam erstmal lange nix. Denn Schlaf war wichtig und die Sonne am frühen Morgen eher störend als willkommen. Seit ein paar Jahren hat sich das umgedreht und ich bin von einer Eule zu einer Lerche geworden. Dass aus dem Sonnenaufgang-Schauen ein festes Ritual geworden ist, hat sich irgendwann in mein Leben geschlichen. Schuld daran sind hauptsächlich zwei Menschen. Mein Freund hat eine ähnliche Wandlung wie ich vollzogen und ist meistens sogar noch vor mir wach. Vor ungefähr drei Jahren waren wir auf Rügen und er fing damit an, jeden Morgen zur Seebrücke zu gehen, um auf den Sonnenaufgang zu warten. Irgendwann bin ich dann mitgegangen und war sofort angesteckt von der Magie des frühen Morgens. Die andere Person, mit der ich meine Leidenschaft teile, ist die einzige Freundin, die morgens mindestens genauso früh wach ist wie ich. Mit ihr habe ich schon jede Menge Sonnenaufgänge in Berlin geschaut. Und wenn wir uns an getrennten Orten aufhalten, dann schicken wir uns unsere Sonnenaufgang-Erlebnisse.

Eine kleine Sonnenaufgang-Kunde

 

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Wo geht die Sonne auf?

„Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen will sie untergehn, im Norden ist sie nie zu sehn.“ Das sang schon Rolf Zuckowski und daran ist nichts zu rütteln. Wie gehst Du also vor, wenn Du die perfekte Location für den Sonnenaufgang finden willst? Überlege, wo in Deiner Umgebung Erhebungen sind, damit Du den Sonnenaufgang von einem Hügel oder Berg aus sehen kannst. Oder hast Du ein Gewässer, worin sich die aufgehende Sonne spiegelt? Spannend sind auch Sonnenaufgänge in Großstädten – es sieht zum Beispiel fantastisch aus, wenn Du die Reflexion der Sonne an einem verglasten Wolkenkratzer spiegelt.

Wann beginnt der Sonnenaufgang?

Die Sonne geht auf, wenn der Horizont durch die Sonne überschritten wird. Dieses Überschreiten dauert je nach geografischer Lage unterschiedlich lang – das liegt an der Erdrotation und an der Tag-Nacht-Grenze. Wir Menschen nehmen das Phänomen als „aufgehende Sonne“ wahr, da wir ein geozentrisches Weltbild hegen. Wir denken, dass die Sonne von unten nach oben in den Himmel aufsteigt, tatsächlich dreht sich unser Standort auf der Erde der Sonne entgegen. Eine weitaus fundiertere Erklärung für den Sonnenaufgang als mein gefährliches Halbwissen findest Du im Wetterlexikon von wetter.de. Beim Dämmerungsrechner von JekoPhoto kannst  du dir genau anzeigen lassen, wann die Sonne auf- und untergeht und wann in deiner Zeitzone die blaue oder goldene Stunde stattfindet.

Was ist die blaue Stunde?

Die blaue Stunde ist die Stunde direkt vor dem Sonnenaufgang (ebenfalls: vor dem Sonnenuntergang). Hier entstehen die spannendsten Farbspiele, bevor die Sonne aufgeht.

Was ist die goldene Stunde?

Die goldene Stunde ist die Stunde direkt nach dem Sonnenaufgang. Die Sonne steht noch tief, das erzeugt lange Schatten und einen warmen Farbton.

Die beste Jahreszeit für Sonnenaufgang

Die beste Jahreszeit ist dieselbe wie die beste Jahreszeit für Apfelkuchen: also eigentlich immer. Im Winter hast Du den Vorteil, dass Du nicht so verdammt früh aufstehen musst, um den Sonnenaufgang zu erleben. Im Sommer frierst Du Dir hingegen beim Warten auf den Sonnenaufgang nicht den Hintern ab. Je nach dem Ort, wo Du Dich befindest, hat die Jahreszeit Vor- oder Nachteile. Ich liebe es, auf einen Hügel oder Berg zu steigen, um von dort aus auf die Sonne zu warten – doch im Winter bei minus 10 Grad im Dunkeln einen Berg zu besteigen ist nicht immer ein reines Vergnügen. Wenn ich mir in Berlin auf einer Bahnbrücke den Sonnenaufgang anschaue, muss ich im Sommer immer mit betrunkenen Partypeople rechnen. Für eine meditatives Morgenritual also eher ungünstig. Es kommt also drauf an, was Du Dir vom Sonnenaufgang erwartest, aber eins stimmt sowieso immer: jeder Sonnenaufgang ist perfekt, so wie er ist. Ein Tipp für fortgeschrittene Sonnenaufgangjäger: vergleiche doch mal den Sonnenaufgang an ein- und der selben Stelle, aber zu verschiedenen Jahreszeiten.

Morgenröte: Wann ist der Himmel besonders pink oder rot?

Immer wieder gibt es sie: die spektakulären Bilder auf Instagram von einer satten, intensiven Morgenröte. Und das muss nicht zwingend heißen, dass da heftig gefiltert wurde – Sonnenaufgang braucht eigentlich immer #nofilter. Schau‘ mal auf Instagram unter den Hashtags #pinksky oder #morningsky und staune über die Bandbreite an rot-rosa-pinkfarbigen Sonnenaufgängen. Wann ist die Morgenröte besonders spektakulär? Damit der Himmel feuerrot oder stark rosa leuchtet, müssen bestimmte Bedingungen gegeben sein, zum Beispiel eine hohe Luftfeuchtigkeit in Bodennähe. Oder aber, so konträr das auch klingen mag, eine nicht sehr saubere Luft, wie zum Beispiel in Städten mit viel Autoverkehr, oder eben bei mir vor der Haustür, wo das Heizkraftwerk seinen Rauch aus dem Schornstein bläst.

Ausrüstung für Sonnenaufgang

Wenn es um die richtige Ausrüstung für Sonnenaufgang-Jäger geht, dann macht es Sinn, nach Jahreszeiten zu unterscheiden. Sonnenaufgang schauen im Winter ist meist eine recht kühle Angelegenheit. Ich habe es mir angewöhnt, einen Tumbler oder eine Thermoskanne mit heißem Tee dabeizuhaben. Im Sommer wiederum habe ich eine Decke dabei, denn da setze ich mich gerne auf den Boden und verweile dort auch noch einige Zeit nachdem die Sonne aufgegangen ist. Außerdem trage ich im Sommer auch schon vor Sonnenaufgang eine Sonnencreme auf, denn elfenbeinhelle Haupttypen wie ich bekommen schon vom kleinsten Sonnenstrahl Sonnenbrand. Ich fotografiere mit meinem Handy, deshalb achte ich immer darauf, dass der Handyakku voll geladen ist.

Sonnenaufgang fotografieren

A propos fotografieren: ich gehöre zu den Handyfotografierern. Mein iPhone reicht mir für diese Zwecke völlig aus. Ich habe mir aber fest vorgenommen, das Thema Fotografie irgendwann mal zu auszubauen.

Sonnenaufgang mit der Kamera fotografieren

Meine Bloggerfreundin Synke vom Reise-Fotografie-Blog Synke unterwegs hat ein paar gute Tipps, um den Sonnenuntergang zu fotografieren – im Gegensatz zu mir ist sie eher Eule denn Lerche. Ihre Ideen kannst Du genauso gut auf den Sonnenaufgang anwenden (und nebendrein verrät sie dir noch die 10 besten Spots für Sonnenuntergang in Berlin). Und auf Ferngeweht bekommst Du noch weitere, wertvolle Tipps wie du den Sonnenaufgang gut in Szene setzt.

Sonnenaufgang mit dem Handy fotografieren

Mirjam aus Hamburg bloggt auf Freesendern über „einfach schöne Bilder“ und ist Spezialistin, wenn es richtig gute Handyfotos geht. Die Fotografin und Bloggerin verrät dir, nicht nur, wie du den Sonnenaufgang mit einer Kamera einfängst, sondern auch wie du mit einem ganz normalen Smartphone richtig gute Sonnenaufgang-Fotos machst:

„Du hast einen schönen Platz gefunden, an dem du den Sonnenaufgang genießen möchtest? Sehr schön, dann suche dir am besten noch einen schönen Rahmen für dein Bild. Das können Häuser oder Bäume im Vordergrund sein usw. Natürlich kannst du auch nur den Sonnenaufgang alleine fotografieren, meistens sind die Farben so schön, da braucht es nicht immer einen Rahmen. Wenn du ein Stativ hast dann nutze es ruhig, denn zum Sonnenaufgang ist es meistens noch recht dunkel und du brauchst wahrscheinlich eine längere Belichtungszeit. Meistens kann man eine längere Belichtungszeit nicht mehr so gut mit der Hand halten. Hast du kein Stativ dann nutze einfach eine Mauer oder irgendetwas in der Nähe, wo du die Kamera drauflegen kannst. Für einen Sonnenaufgang empfehle ich dir am besten etwas unterzubelichten, du kannst danach dann noch einiges in Lightroom nachbearbeiten. Als Blende wählst du am besten, was zwischen 8 und 11 damit du eine schöne Tiefenschärfe bekommst. Denn die Sonne ist in der Regel ja ziemlich weit weg. Mit der ISO würde ich auch nicht höher als 100 gehen, damit du ein rauschfreies Bild bekommst. Und mach ruhig ein paar mehr Bilder, du kannst am Ende immer noch aussortieren. Wechsel die Position, gehe in die Hocke, steige auf eine Treppe in der Nähe, aber Wechsel ruhig mal die Perspektive. Wenn du mit dem Smartphone fotografierst, dann suche dir auch hier einen guten Standort. Damit das Bild gerade wird, stelle an deiner Kamera am besten das Raster ein. Dann fokussiere auf die Sonne, wenn das Bild jetzt zu dunkel ist, dann berühre mit dem Finger das Display, damit kannst du die Belichtungsmessung verschieben. Tippst du auf die Sonne, wird alles drum herum sehr dunkel, tippst du etwas neben die Sonne hast du meistens eine schöne Belichtung und wenn du in das Dunkle tippst, dann leuchtet die Sonne wie ein heller Ball und es sind kaum noch Konturen und Farben zu sehen. Am besten du probierst etwas herum und tippst auf verschiedene Punkte des Displays, damit du ein Gefühl dafür bekommst.“

Projekt 100 Sonnenaufgänge2018

 

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Ich will dieses Jahr 100 Sonnenaufgänge bewusst erleben. Und das ist der Plan: so oft es mir möglich ist, gehe ich zum Sonnenaufgang raus. Vor die Tür, in der Stadt, in der Natur, im Urlaub, vor der Arbeit und ja, vielleicht auch mal wieder nach einer durchtanzten Nacht (na gut, schauen wir mal ;)). Meine Sonnenaufgänge teile ich hier mit dir sowie auf meinem  Instagram-Account. Du hast Lust, mitzumachen? Dann ist meine Blogparade ja vielleicht was für dich.

Blogparade #100Sonnenaufgänge2018

Du willst bei meiner Blogparade #100Sonnenaufgänge2018 teilnehmen? Yay, das freut mich. Gerne möchte ich von dir wissen, was dein schönster Sonnenaufgang war. Oder vielleicht war es gar nicht dein schönster, aber einfach einer, zu dem du was zu erzählen hast? Die Auswahl des Sonnenaufgangs überlasse ich dir, ganz egal ob du ihn dir in der Wüste, aus einem Flugzeugfenster oder auf deinem Arbeitsheimweg angeschaut hast. Mir ist nur wichtig, dass Dir du eine spezielle Erinnerung an diesen einen Sonnenaufgang hast und dass du ihn 2018 erlebt hast. Vielleicht hast du ihn an einem Ort angeschaut, an dem du schon immer mal sein wolltest? Oder hast du den Moment mit einer ganz speziellen Person geteilt? Oder bist du vielleicht nur ganz zufällig in diesen Sonnenaufgang hereingestolpert, er hat dich aber komplett von den Socken gehauen? Erzähle mir davon in dieser Blogparade.

So funktioniert die Blogparade:

1.Schreibe auf deinem Blog einen Artikel zum Thema „Sonnenaufgang 2018“.  Erzähle dort von meiner Blogparade und verlinke auf diesen Artikel hier. Wichtig: Den Sonnenaufgang solltest Du wirklich in 2018 erlebt haben.
2. Hinterlasse mir hier unter dem Post einen Kommentar, bei dem du auf deinen Blogpost verlinkst.
3. Wenn du magst, veröffentliche dein Sonnenaufgang-Foto auf Instagram und füge den Hashtag #100Sonnenaufgänge2018 hinzu.
4. Die Blogparade läuft bis 31.12.2018.

Du hast keinen Blog? Dann schick‘ mir einfach ein Foto von einem Sonnenaufgang aus 2018 per E-Mail an hallo(at)tracksandthecity.de, gemeinsam mit ein paar Zeilen: Wo hast du diesen Sonnenaufgang gesehen? Wie hast du den Sonnenaufgang erlebt und weshalb war dieser Sonnenaufgang so besonders für dich?

Demnächst findest du hier eine Liste aller Sonnenaufgänge des Projekts #100Sonnenaufgänge2018. Stay tuned!