sugarlands moonshine
Sugarlands Moonshine mit Banana Pudding Geschmack

Smoky Mountain Moonshine: Tennessees wilder Whiskey

Am 17. Januar 1920 begann in den USA die Prohibition. Sie sollte 13 Jahre andauern. Während des Alkoholverbots wurde weiter getrunken – im Verborgenen. Die Karriere des Moonshine Whiskey, die bereits lange zuvor ihren Anfang genommen hatte, bekam einen neuen Aufschwung und dauert bis heute an. Ein Besuch in den Moonshine Destillerien von East Tennessee.

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Was ist Moonshine Whiskey?

Unter “Moonshine” bzw. “Moonshine Whiskey” versteht man Schnaps, der schwarz gebrannt wird – also illegal und ohne dafür Steuern abzuführen.

Die Bezeichnung “Moonshine” stammt daher, dass die Schnapsbrenner ihre Arbeit im Verborgenen verrichteten, meist bei Nacht, mit dem Mondschein als einzige Lichtquelle.

Die Geschichte des Moonshine

Die Geschichte des Moonshine in den Vereinigten Staaten beginnt vor über 400 Jahren, um 1620. Nur 13 Jahre zuvor war die erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika, “James Fort” auf einer Insel im James River in Virginia errichtet worden.

Die dort lebenden Kolonialisten gelten als die ersten amerikanischen Moonshiner, sie bedienten sich am dort wachsenden Mais und brannten Schnaps daraus. Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass die Ureinwohner schon lange zuvor alkoholische Getränke aus Pflanzen hergestellt haben.

Bis dahin war noch nichts illegal. Kurz nach der Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776 wurden Steuern auf alkoholische Getränke erhoben, um die Kosten der Amerikanischen Revolution wieder reinzuholen. Das führte zum Boom des Moonshine – die Herstellung von Whiskey, der an der Steuer vorbei geschleust wurde.

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Wie der Moonshine nach Tennessee kam

Im Osten Tennessees und der Appalachia-Region waren es vor allem schottische und irische Einwanderer, die den in Hülle und Fülle vorhandenen Mais verwendeten, um daraus Whiskey zu brennen. Moonshine entwickelte sich zu einer unverzichtbaren Einnahmequelle für die Farmer, die das damit verdiente Geld dazu nutzten, ihre Familien zu ernähren oder ihr Geschäft zu expandieren.

Jahrelang konnten sie dies unbehelligt tun, bis natürlich auch hier der Steuerhammer zuschlug: Pro Gallone fielen auf einmal 2 Dollar Steuern an – zu viel, als dass es sich lohnen würde, offiziell noch der Schnapsbrennerei nachzugehen.

Die dichten Wälder der Smoky Mountains in East Tennessee boten ideale Möglichkeiten, Moonshine zu destillieren, ohne dabei erwischt zu werden.

Speakeasy: Illegale Kneipen in den Höhlen von Tennessee

Während der 1020er und 1930er Jahre boomten so genannte “Speakeasies” – illegale Kneipen, die Alkohl ausschenkten. Auch bekannt als “Blind Pigs” oder “Blind Tigers” standen hinter diesen Untergrund-Bars nicht selten Mitglieder der organisierten Kriminalität.

Mit über 10.000 Höhlen, die in Tennessee vorhanden sind, gab es genügend Möglichkeiten, den Barbetrieb auch während der Prohibition aufrechtzuerhalten. Ausgeschenkt wurde direkt da, wo auch produziert wurde.

Tipp: In den Craighead Caverns in Tennessee, heute bekannt als The Lost Sea Adventure”, kannst du nicht nur den größten unterirdischen See bei einer Bootsfahrt erkunden, sondern auch sehen, wo während der Prohibition gefeiert und Moonshine Whiskey getrunken und hergestellt wurde. Auch n den “Forbidden Caverns” in Sevierville findest du eine Replik einer Moonshine-Brennerei.

Display einer illegalen Moonshine Brennerei in den Craig Caverns in East Tennessee
Display einer illegalen Moonshine Brennerei in den Craig Caverns in East Tennessee

Berühmte Moonshiner in Tennessee

Smoky Mountain Moonshine brachte einige legendäre Schnapsbrenner hervor, die sich mit ihren illegalen Brennereien gegen die staatlichen Vorgaben und Verbote wehrten. In Tennessee hört man immer wieder von einem gewissen Lewis Redmond, der einen Sheriff erschoss, um seiner Verhaftung zu entgehen – und nach seiner Begnadigung erneut in einer Destillerie arbeitete, diesmal aber ganz legal.

Auch Marvin „Popcorn“ Sutton ist so ein Name der im Zusammenhang mit Moonshine oft fällt. Der Schwarzbrenner aus den Appalachen schmuggelte und produzierte illegal Alkohol in Tennessee und North Carolina in den 1970er Jahren. Bekannt wurde er durch die Dokumentation “This is the Last Dam Run of Likker I’ll Ever Make”, in dem er nicht nur vom illegalen Schnaps brennen berichten, sondern gleich eine Anleitung dazu gibt.

Tipp: Im Museum of Appalachia in Norris, Tennessee kannst du die typischen Blockhütten anschauen, die auch für das Brennen von Moonshine genutzt wurden. Hier findest du auch das original Setup der Destillerie-Anlage von Marvin Sutton.

Moonshine Destillerien in Tennessee

Man könnte nun meinen, dass nach der Aufhebung der Prohibition endlich legal Whiskey in Tennessee gebrannt werden konnte. Dem war nicht so – während es zwar jedermann erlaubt war, Bier und Wein für den eigenen Gebrauch zu produzieren, galt selbiges Recht nicht für Spirituosen.

Erst als die Regierung von Tennessee um das Jahr 2009 eine Gesetzesänderung einführte, darf in dem Bundesstaat legal Moonshine gebrannt werden. Die Ole Smoky Distillery in Galinburg ist die erste legale Moonshine Distillery in Tennessee.

Die bekanntesten Moonshine Whiskey Destillerien in Tennessee sind:

  • Ole Smoky Moonshine in Gatlinburg
  • Sugarlands Distilling Company in Gatlinburg
  • Doc Collier Moonshine in Gatlinburg
  • Old Forge Distillery in Pigeon Forge – Tour hier buchen*

Tipp: In Gatlinburg gibt es den Gatlinburg Trolley, einen kostenlosen Bus-Service mit drei verschiedenen Routen, der dich zu allen wichtigen Attraktionen bringt – sehr praktisch, denn zum einen kannst du unbesorgt an einem Moonshine-Tasting teilnehmen und sparst dir zudem die zum Teil horrenden Parkgebühren in Downtown.

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Sugarlands Distilling Company in Gatlinburg

Whiskey Trail Tennessee

Um die verschiedenen Whiskey- und Moonshine-Destillerien in Tennessee zu entdecken, lohnt sich eine Tour entlang des Whiskey Trails, der dich zu 26 Brennereien führt. Man muss aber gar nicht eine besonders lange Strecke innerhalb Tennessees zurücklegen, um eine Bandbreite an verschiedenen Moonshine-Brennereien kennen zu lernen: Allein im Sevier County in East Tennessee befinden sich auf einer Länge von gerade Mal 15 Meilen acht verschiedene Destillerien. Neben Moonshine bekommst du hier auch Tennessee Whiskey – was faktisch im Übrigen das selbe ist, aber unterschiedlich vermarktet wird.

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Gatlinburg & Pigeon Forge: Moonshine Tasting Hochburgen

Gatlinburg im Osten Tenneessees gilt als das Tor zu den Smoky Mountains. Der Ort ist, genauso wie das benachbarte Pigeon Forge, vor allem für zwei Dinge bekannt: zum einen, dass es hier überall Entertainment- und Freizeit-Attraktionen gibt, zum anderen, dass hier die höchste Moonshine-Dichte herrscht.

Vier Destillerien, die man besichtigen kann, gibt es in Gatlinburg, zwei weitere in Pigeon Forge.

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Sugarlands Distilling Company in Gatlinburg

Sugarlands Distillery in Gatlinburg

Bei meinem Besuch in der Sugarlands Distilling Company in Gatlinburg habe ich sowohl eine Führung durch die heute noch aktive Brennerei sowie ein Moonshine-Tasting gemacht. Ich konnte mir zunächst nicht viel unter “Moonshine” vorstellen und habe erwartet, dass so ein Tasting ähnlich vor sich geht wie bei einer Whisky-Tour in Schottland.

Nichts, aber auch gar nichts hat mich darauf vorbereitet, was dann geschah…

Moonshine Tasting Gatlinburg Tennessee
Moonshine Tasting in Gatlinburg, Tennessee

Sugarlands Distillery: Moonshine Tasting

Um es kurz zu machen: Ein Moonshine Tasting in Tennessee ist kein gehobenes Event, bei dem man sich die Spirituose langsam auf der Zunge vergehen lässt und verschiedene Noten im Abgang erschmeckt. (Das kannst du zum Beispiel bei Chattanooga Whiskey machen, deren Destille auch zum Whiskey Trail gehört).

Ein Moonshine Tasting bei der Sugarlands Distilling Company ist ein rasantes und nichtsdestrotrotz sehr vergnügliches Erlebnis.

Du musst dir das so vorstellen: Ungefähr 20 Personen gruppieren sich entlang einer kreisrunden Theke um den, sagen wir mal “Sommelier”, der im Akkord Kurze ausschenkt und die Anwesenden via Mikrofon informiert, was er da gerade im Schnapsbecher hat. Das Headset mit Mikro braucht er auch, denn in der Destillerie ist es laut, sehr laut – Bachelor- und Bachelorette-Parties kommen gerne hier her um zu feiern, nebenan auf der Bühne wird Countrypop gespielt und überhaupt geht es hier zu wie in Las Vegas.

Das Gute am Fast-Drinking: Man merkt ziemlich schnell, was einem schmeckt, und was nicht. Manche Geschmacksrichtungen haben mich an Exzesse in meiner Jugend erinnert (Saurer Apfel, wer kennt’s noch?), andere waren so lecker, dass ich gerne ein ganzes Glas davon getrunken hätte, Banana Pudding zum Beispiel, einem der beliebtesten Desserts in Tennessee nachempfunden.

Moonshine Führung in Gatlinburg

Im Gegensatz zum Tasting, was einer Party gleichkam, ging es bei der Führung in der Sugarlands Distilling Company weitaus gesitteter zu. Ein Guide erklärt in der Brennerei den Weg vom Getreidekorn bis hin zum fertigen Moonshine. In der kleinen Räumlichkeiten wird zwar nicht die Gesamtheit des Sugarland-Moonshine produziert, doch sie ist immer noch eine aktive Destille, weshalb man hier auch bestimmte Hygieneregeln beachten muss. Ich lege jedem ans Herz, nicht nur ein Tasting zu machen, sondern eben auch diese Tour, bei dem man alle möglichen Fragen stellen kann und versteht, warum Moonshine so wichtig für East Tennessee und die Appalachia-Region ist.

Moonshine kaufen

Wenn du jetzt Lust auf Tennessee Moonshine bekommen hast – auf nach Gatlinburg oder Pigeon Forge! Der Besuch lohnt sich natürlich nicht nur wegen der legendären Spirituose, sondern auch wegen dem Great Smoky Mountains Nationalpark, in dem man übrigens auch Bären sehen kann!

Wenn du mit deinem Trip nach East Tennessee noch eine Weile warten musst, kannst du hier original Ole Smoky Moonshine aus Tennessee* kaufen. Alternativ gibt es aus Berlin den Whiskey-Likör von O’Donnel Moonshine* in verschiedenen Sorten.

East Tennessee: Hinkommen

Um in die Smoky Mountains bzw. nach Pigeon Forge oder Gatlinburg zu kommen, empfehle ich dir Knoxville als Destination. United Airways z.B. fliegt von vielen amerikanischen Flughäfen, die direkt von großen deutschen Flughäfen angesteuert werden, nach Knoxville. Ankommen am McGhee Tyson Airport ist absolut stressfrei. Im Untergeschoss befinden sich die Counter der Mietwagen-Firmen und du bist von dort schnell in Knoxville, Gatlinburg oder Pigeon Forge.

Offenlegung: Diese Recherchereise erfolgte auf Einladung von Tennessee Tourism Partners, Pigeon Forge Department of Tourism, Gatlinburg Convention & Visitors Bureau sowie dem Flughafen Knoxville. Vielen Dank für die Unterstützung! // Dieser Artikel enthält Affiliate Links (mit einem * gekennzeichnet). Wenn du etwas über diesen Link buchst oder kaufst, erhalte ich eine kleine Provision, während sich für dich nichts am Preis ändern sollte. Vielen Dank für den Support meiner Arbeit!