Madrid, die Erhabene, die Königliche, die Schönheit Kastiliens. Wer nicht in Madrid war, der kennt Spanien nicht. Die Hauptstadt Spaniens lockt mit ewig blauem Himmel, Kunst von alten und neuen Meistern, einem Nightlife das seinesgleichen sucht und einer schier unendlichen Auswahl an kulinarischen Genüssen. Und dann ist da dieses ganz spezielle Lebensgefühl in Madrid, das einfach nur glücklich macht. 7 Tipps, die deinen Besuch in Madrid garantiert unvergesslich machen. Vamos!

Vor Kurzem habe ich auf Instagram etwas über meine große Liebe Madrid gepostet und es kamen einige verwunderte Reaktionen: Du und Madrid? Erst da ist mir aufgefallen: Madrid kam innnerhalb meiner Laufbahn als Bloggerin bisher gar nicht vor. Dabei zählt Madrid zum engen Kreis der 5 Städte, die mein Herz höher schlagen lassen. Madrid hat sich vor 15 Jahren mit einem großen „Bang!“  mitten in mein Herz katapultiert, als ich nach einem Roadtrip von Freiburg aus und einer verschlafenen Nacht plötzlich auf die Hauptstraße Gran Vía gefahren bin. Voller Vorfreude auf mein Auslandsstudium, für das ich fast ein Jahr in der spanischen Hauptstadt verbracht habe. Seitdem hat mich Madrid nicht mehr losgelassen. Warum das so ist und was du als Madrid-Neuling auf gar keinen Fall verpassen solltest, verrate ich Dir in meinen 7 Anfängertipps für Madrid. Die Fortgeschrittenen-Version gibt es dann beim nächsten Mal.

1. Erkunde Madrids wichtigste Sehenswürdigkeiten zu Fuß

Alles, was du bei deinem ersten Madrid-Besuch sehen musst, ist fußläufig erreichbar. Zumindest, wenn du einigermaßen gut zu Fuß unterwegs bist. Ansonsten gibt es immer noch den Hop-on-Hop-off Bus, aber wenn du die freie Wahl hast, empfehle ich dir unbedingt, ein paar bequeme Schuhe anzuziehen und einfach loszulaufen. Ein guter Ausgangspunkt ist immer der zentrale Platz Puerta del Sol. Das ist der Knoten- und Angelpunkt Madrids, hier treffen sich alle wichtigen Hauptstraßen. Hier ist auch schon die Sehenswürdigkeit Nr. 1, die Statue „El Oso y el Madroño“, die Bärin und der Erdbeerbaum ich würde mal sagen, der perfekte Ort für das erste Selfie. Von hier ist es nicht weit zur Plaza Mayor, ein großer, zentral gelegener Platz, der komplett von Wohngebäuden umschlossen ist (und dazu sehr hübsch anzusehen). Einen kurzen Spaziergang entlang der vom Platz ausgehenden Calle Mayor später bist du bereits am Königspalast Palacio Real und den daneben gelegenen Jardines de Sabatini, (Sabatini-Gärten), einer wunderschönen Parkanlage im klassizistischen Stil des Königspalasts. Je nachdem, wie viele Zwischenstopps du einlegst oder was davon du genauer anschauen willst, kannst du mit so einem Madrid Spaziergang ein paar Stunden oder auch einen ganzen Tag verbringen. Weitere Sehenswürdigkeiten: Palacio de Cibeles: ein Gebäude im Zuckerbäckerstil, in sich das Hauptpostamt befindet. Templo de Debod:ein echter ägyptischer Tempel mitten in Madrid. Puerta de Alcalà: ein historisches Stadttor. Almudena Kathedrale: eine römisch-katholische Kathedrale im Stil des Neoklassizismus, deren Inneres mit moderne Pop-Art-Verzierungen gestaltet ist.

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2. Besuche das Prado Museum und bewundere das Künstlergenie Goya

Francisco de Goya y Lucientes war einer der wichtigsten Maler des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts und gilt als Wegbereiter der Moderne. Goya und Madrid sind eng miteinander verwoben. Auch wenn du kein ausgewiesener Museumsfan bist, einen Blick in das Museo del Prado solltest du dennoch wagen. Zum einen zählt der Prado zu den größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, zum anderen beherbergt das Museum eine umfangreiche Goya Kollektion, darunter seine düsteren schwarzen Bilder, die „pinturas negras“. Goya war ein Ausnahmetalent und ein sehr interessanter Charakter, der seiner Zeit weit voraus war. Mit dem Prado Audioguide MyWoWo erfährst du nicht nur viel über den Künstler, sondern auch über die Zeit, in der er lebte und wirkte. Der Prado ist Heimat vieler Werke weiterer bedeutender Künstler wie Hieronymus Bosch, Sandro Botticelli, Albrecht Dürer, Rembrandt, Rubens, Raffael, Tizian, und Diego Velázquez. Spartipp: der Eintritt in das Prado Museum kostet normalerweise 14 Euro, in den Abendstunden zwischen 18 und 20 Uhr ist der Eintritt jedoch frei.

3. Genieße das Park Life im Retiro

Einst als Ort für Erbauung und Erholung der königlichen Familie gedacht, ist der Retiro heute das Naherholungsgebiet für gestresste Madrilenen. Der größte Park Madrids lockt auf über 120 Hektar mit schattigen Bäumen, verschiedenen botanischen Gärten wie einem Rosengarten und dem französischen Garten, der die „kahle Zypresse,“ den ältesten Baum Madrids, beherbergt. Im Retiro kannst du herumspazieren, picknicken, auf dem Teich rudern, dir im Glaspalast oder Velàzquez-Palast Ausstellungen ansehen oder Sport machen. Am Sonntag ist High Life im Retiro Park: hier gehen die Familien mit ihren allerliebst herausgeputzten Kleinen hin, und vor allem rund um die Kioske und Cafés ist es dann alles andere als ruhig – manchmal fühlt man sich hier sogar mitten wie auf einem Jahrmarkt. Das ist superspannend anzusehen, falls dir das aber doch zuviel Trubel ist, geh einfach ein paar Schritte weiter, dann hast du wieder deine Ruhe.

4. Esse wie ein Madrilene

Madrilenen essen gerne, viel und gut. Eine ordentliche Frühstückskultur wie bei uns kennt man hier eher nicht, aber ich habe mich damals sehr schnell an das Ritual „Kaffee & kleines Gebäckteilchen an der Bar“ gewöhnt. Fast noch ein bisschen lieber mochte ich ein „Tostada,“ eine dicke Tostscheibe, die auf der Plancha mit ordentlich Butter gegrillt und dann mit Marmelade serviert wird. Dazu ein café con leche und der Tag kann beginnen! Wenn die Sonne scheint, nimmt man den ersten Aperitif (Vermouth!) gerne schon Vormittags, dazu ein paar Oliven (aceitunas) und hausgemachte Chips – lecker!

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Der Bocadillo-Kult

Auf deinen ausgedehnten Madrid-Spaziergängen solltest du ein paar Verpflegungsstops einplanen, wie wäre es mit einem Sandwich (bocadillo) mit Käse und Schinken (queso y jamón)? Das bekommst du frisch belegt und besonders köstlich in einer der „Museo del jamón“ Filialen. Dazu ein frisch gezapftes Mahou, das Madrider Bier. Ein kulinarischer Klassiker in Madrid ist auch das „Bocadillo de Calamares,“ ein Sandwich mit frittierten Tintenfischringen. Das beste bekommst du an der Plaza Mayor, an einem der Ausgänge – verfehlen wirst du es kaum, denn meist bildet sich dort um die Mittagszeit rum schon eine kleine Schlange.

Tapas – aber richtig

So richtig Abend essen geht man in Madrid erst spät, sehr spät. Das kann durchaus mal 22 Uhr werden. Davor musst du aber nicht hungern: man geht Tapas essen. Am besten nicht auf die Touristen-Tapas-Menüs reinfallen, sondern einfach in die nächste Bar gehen, eine „caña“ bestellen (ein kleines Bier). In manchen Bars wird die Tapa dazu gratis gereicht, in anderen bestellt man sich eine ración – zum Beispiel Schinken (den typischen Ibérico-Schinken oder die Edelvariante pata negra), Käse (Manchego Käse in seinen verschiedenen Stufen, von mild bis sehr würzig), Tortilla (Kartoffelomelette) oder Tintenfisch (pulpo).

Markthallen

Richtig gut gehen lassen kann man es sich auch in den Markthallen. Einer der beliebtesten Märkte ist der Mercado de San Miguel. Eine traditionelle Markthalle, in der es aber mittlerweile ziemlich Chi-Chi zugeht. Hier gehst du hin, wenn du zu deinen Tapas gerne gute spanische oder katalanische Weine oder Cava (das spanische Äquivalent zu Champagner) trinken willst.

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Gourmetrestaurants in Madrid

Ich mag das rustikale, einfache Essen in den Madrider Bars und auf den Märkten, aber wenn du es lieber etwas edler magst: Madrid kann auch Fine Dining! DiverXo ist wohl das bekannteste unter den Madrider Gourmetrestaurants, was nicht nur an seiner exzellenten Küche, sondern auch an seinem punkigen Interieur liegt. Reservierung dringend empfohlen! Der französische Designer hat sich mit Ramses sein eigenes Nobelrestaurant  gegönnt, Champagner-Bar inklusive.

5. Entscheide dich für ein Team und schaue dir ein Fußballspiel an

Vorab eine Warnung: ich kann hier jetzt leider nicht mehr neutral bleiben. Real Madrid gehört zu den berühmtesten Fussballvereinen der Welt, ist der spanische Rekordmeister und hat mit Cristiano Ronaldo und Toni Kroos, Karim Benzema und Gareth Bale um nur einige zu nennen, einen sehr hochkarätigen Kader und mit dem Santiago Bernabéu Stadion eine sehr imposante Heimatstätte.

Der tollste Klub der Stadt ist und bleibt aber Atlético Madrid. Die „Rojiblancos“ (die Rot-Weißen, in Anlehnung an die rot-weiß gestreiften Trikots) haben sich in mein Herz gespielt, weil meine beste Madrid-Freundin um die Ecke des Vicente-Calderón Stadions wohnte, wo die Mannschaft bis 2017 ihre Heimatspiele austrug. Immer, wenn Ligaspiele waren, hörten wir die Gesänge aus dem Stadion, bis wir endlich mal selbst hingingen. Und seitdem war es um mich geschehen: Yo soy del Atléti!

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Wie dem auch sei: such dir ein Team aus und schaue dir ein Liga-Spiel an. Es ist nicht immer ganz einfach, an Tickets für die Fußballspiele zu kommen, unmöglich ist es aber auch nicht. Wie du an Karten für ein Real Madrid Spiel kommst, erfährst du hier, wie du Tickets für Atlético Madrid erhältst, erfährst du am besten beim deutschen Atlético Madrid Fanclub.

Falls du es nicht schaffst, dir ein Ticket für das Real Madrid oder Atlético Spiel im Stadion zu ergattern, ärgere dich nicht: so gut wie jede Bar zeigt die Spiele und inmitten der spanischen Fußballfans macht das sogar fast noch mehr Spass als im Stadion. Du solltest dir vorher nur darüber im Klaren sein, welche Bar welchen Klub unterstützt – das ist aber meist nicht schwer rauszufinden, denn die Wimpel und Devotionalien sind meist deutlich sichtbar platziert.

6. Finde Mitbringsel und wahre Schätze auf dem Flohmarkt

In Madrid gibt es Märkte für so gut wie alles. Einer der beliebtesten Märkte, sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen, ist der Flohmarkt „El Rastro.“ Jeden Sonntag werden auf einer riesengroßen Fläche im Viertel La Latina hunderte von Ständen aufgebaut, die fast alles verkaufen, was das Herz begehrt: Bücher, Souvenirs, Klamotten, Schmuck, Accessoires, Schuhe, Kunst und auch einiges an Tand Krempel. Dabei ist Flohmarkt ein dehnbarer Begriff, denn vieles ist neu und auf die Wünsche von Madrid-Besuchern ausgerichtet. Je später es am Sonntag wird, desto voller wird es auf dem Rastro – in manch enger Gasse kann man sich zwischen den Ständen nur noch durchschieben. Hier gilt –übrigens wie in ganz Madrid– das Gebot der Wachsamkeit. In Madrid habe ich einige der talentiertesten Langfinger erlebt, deshalb mach‘ es wie die Madrilenen: Tasche immer nach vorne tragen, Hand auf dem Verschluss. Paranoia ist nicht nötig, Vorsicht jedoch geboten.

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7. Mach‘ die Nacht zum Tag

Keine Ahnung, ob es eine andere Stadt gibt, in der Verkehrsstaus hauptsächlich um drei Uhr morgens passieren. So erlebt habe ich das bisher nur in Madrid, und zwar am Wochenende. Die Madrilenen feiern, als gäbe es keinen Morgen. Wer gerne Filme von Pedro Almodóvar schaut, der weiß, wovon ich rede. In der von Almodóvar mitgeprägten Bewegung der Achtziger Jahre „Movida Madrileña“ werden die Madrider Nachtschwärmer „gatos,“ also Katzen, genannt. Die Katzen streifen nachts durch die jeweils angesagten Amüsierviertel. Die Jungen und Alternativen tun das in Malasaña, wo sich eine Bar an die andere reiht, die Intellektuellen in Lavapiés, die etwas Älteren die einen guten Drink schätzen in La Letras, die Einheimischen mixen sich mit Touristen in La Latina und die Erasmus-Studenten feiern rund um die Puerta del Sol und die LGBT Community in Chueca. Vor Mitternacht ist übrigens in den meisten Musikbars nicht viel los, in die Clubs geht es erst deutlich später. Das beste Mittel gegen Kater in Madrid ist übrigens eine chocolate con churros – also eine dickflüssige, heiße Schokolade, in die das süße Schmalzgebäck namens Churros getaucht wird. Das isst du am besten am Ende einer durchzechten Nacht noch bevor du schlafen gehst. Die Top-Adresse hierfür ist die traditionelle Chocolateria San Ginés, die rund um die Uhr geöffnet ist und in der sich alle Feierkatzen treffen.

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Madrid für Anfänger – wichtige Informationen

Hinkommen

Madrid ist im Zentrum Spaniens gelegen und der Flughafen Madrid Barajas wird von vielen deutschen Flughäfen angeflogen. Vom Flughafen aus fahren mehrere U-Bahnen, Züge und Busse in die Stadt. Die beiden wichtigsten Bahnhöfe Madrids sind Atocha und Chamartín, der Busbahnhof heißt “Estación Madrid Sur”.  Im Zentrum der Stadt bewegst Du Dich am einfachsten per Fuß, Bus und U-Bahn. Have a look at www.metromadrid.es

Unterkunft

Irgendwas findet sich in Madrid immer – gerade in den Vierteln La Latina und Chueca gibt es viele Hostels und Pensionen, bei denen Du spontan klingeln und nach freien Betten fragen kannst, solltest du so abenteuerlich sein und nicht im Voraus reserviert haben.

Trinkgeld

In den Bars und Cafés gibt man kein Trinkgeld oder lässt höchstens ein paar Münzen des Rückgelds auf dem dafür vorgesehenen Tellerchen liegen. Ein übliches Trinkgeld („propina“) beläuft sich auch im Restaurant äußerst selten auf mehr als 5%. Für den Zimmerservice im Hotel kannst du gerne auch ein paar Euro zurücklassen.

Das waren meine 7 Anfängertipps für Madrid. Ich hoffe, du hast Lust auf einen Besuch in einer meiner allerliebsten Städte bekommen. Oder warst du vielleicht schonmal in Madrid? Ich freue mich über deine ganz persönlichen Tipps!