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Soju ist das Nationalgetränk Südkoreas und obwohl du vielleicht noch nie davon gehört hast, eins der weltweit meistverkauften alkoholischen Getränke. In Korea wird Soju mehr konsumiert als Bier, Wein oder jedes andere alkoholhaltige Getränk. Was ist Soju, wie trinkt man ihn und wonach schmeckt er? Alles was du über Soju wissen musst.

Der Geruch von Seoul

Wonach riecht es in der U-Bahn in Seoul? Nach einer Mischung Knoblauch und Soju. Das sagte mir meine Freundin Christina, die drei Jahre lang in der koreanischen Hauptstadt gelebt hat und als ich sie besuchte, konnte ich das durchaus bestätigen. Nicht, dass dort ständig ein penetranter Knoblauch-Soju-Geruch in der Luft lag, aber zum Feierabendverkehr, wenn es recht voll in der Metro wurde, erreichte mich das ein- oder andere Mal eine Wolke dieser speziellen Duftkombination. Der Knoblauchgeruch kommt vom Kimchi, das die Koreaner tagtäglich als Beilage zu so gut wie jedem Gericht konsumieren. Mittlerweile ist das fermentierte Kraut auch in Deutschland keine unbekannte Speise mehr, doch Koreas Nationalgetränk Soju findet man hierzulande äußerst selten. Spätestens seit der gestrigen Niederlage von Jogis Jungs gegen die südkoreanische Elf bei der Fußball WM ist es an der Zeit, dass wir uns den koreanischen Zaubertrank mal genauer ansehen.

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Smells like Soju

Was ist Soju?

Soju ist eine klare, durchsichtige Spirituose, die auf der Basis von Reis hergestellt wird. Meist beinhaltet Soju neben Reis eine weitere kohlenhydrathaltige Zutat wie zum Beispiel Kartoffeln oder Getreide. Der Alkoholgehalt von Soju ist mit 20% eher niedrig im Vergleich zu hartem Alkohol, und dafür gibt es auch ein Gesetz: destillierter Soju darf den Grenzwert von 35% Alkohol nicht überschreiten.

Soju wird seit dem 14. Jahrhundert hergestellt und in bestimmten Regionen noch handwerklich destilliert. Bei der Menge, die in Südkorea an Soju getrunken wird – angeblich werden 3,27 Milliarden Sojuflaschen pro Jahr abgefüllt – macht die traditionelle Herstellung nur einen kleinen Teil aus. Von den 1960er Jahren bis in die 1990er Jahre war es sogar verboten, Reis für die Sojaproduktion zu verwenden, denn Reis war in Südkorea damals sehr knapp. Ein Großteil des konventionellen Soju ist heute bei Weitem kein traditionelles alkoholisches Getränk mehr, sondern eine Mischung aus Ehtanol, Wasser und künstlichem Aroma – und die ist für koreanische Verhältnisse sehr günstig zu bekommen.

Wo trinkt man Soju?

Was mich überrascht hat, als ich für zwei Wochen in Seoul war: „Schön was trinken gehen“ findet dort quasi nicht statt. Normale Kneipen wie bei uns, wo man explizit hingeht, um Bier, Wein oder auch Schnaps zu trinken, gibt es in Südkorea nicht, bzw. wenn, dann sind sie eher für die Touristen. Sind die Koreaner also alles sehr nüchterne Menschen, denen ein gepflegter Rausch nicht in den Sinn kommt? Mitnichten. In Südkorea wird gebechert, was das Zeug hält. Das hängt vielleicht mit dem langen Arbeitsalltag und Druck einer Leistungsgesellschaft, wie sie in Südkorea gelebt wird, zusammen. Oder vielleicht einfach mit dem Gefühl von Freiheit, wenn spätabends die Krawatte gelockert wird und man sich zu einer Feierabendrunde niederlässt. Denn: Soju ist definitiv ein Getränk, das man in Gesellschaft trinkt. Es ist auch absolut kein Faux-Pas, sich in Gesellschaft seines Vorgesetzten einen hinter die Binde zu kippen. Soju ist der typische Begleiter zum Korean Barbecue oder zum Korean Fried Chicken. Zudem gibt es Restaurants, in denen es kleinere Snacks zu essen gibt, wo der wahre Protagonist aber der Sojuist.

Wie trinkt man Soju?

Es gibt verschiedene Trinkrituale und Gepflogenheiten für Soju, doch allen gemein ist, dass man sich Soju nie selbst einschenkt. Normalerweise werden bestimmte kleine Gläser zum Sojutrinken benutzt, du schenkst deinem Tischnachbarn ein, er schenkt dir ein, und dann…nicht lang schnacken. Wenn du alles richtig machen willst, dann nimmst du das Glas mit beiden Händen entgegen, vor allem, wenn dir eine ältere Person das Getränk reicht, so wie es das Protokoll eigentlich vorsieht. Anders als bei uns schaust du beim Trinken dem Übereicher nicht in die Augen, sondern drehst deinen Kopf stattdessen leicht zur Seite. Beim ersten Glas ist es üblich, dass es „auf ex“ getrunken wird – also kein Nippen und gemütliches Süffeln: runter damit! Wenn alle am Tisch ihren ersten Shot Soju hatten, geht es recht unkompliziert weiter, dann darf auch langsamer getrunken werden.

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Finde den Soju…

Soju Trinkkultur

Ja, in den Vergnügungsvierteln Seouls habe ich viele Koreaner gesehen, die sich vor lauter Soju kaum noch auf den Beinen halten konnten. Auch Soju Trinkspiele sind äußerst beliebt. Gerade unter Männern ist es nicht ungewöhnlich, sich gepflegt abzuschießen – aber das kenne ich nicht anders aus den Partystraßen in Berlin-Friedrichshain. Soju ist aber weitaus mehr als ein billiges Gesöff für den Vollrausch. Soju ist tief verwurzelt in der koreanischen Kultur und das Ritual drumherum ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor, in dem Respekt vor der Tradition und dem Gegenüber eine große Rolle spielen. Wenn du als Tourist tief eintauchen willst in die Welt des Soju, dann ist eine geführte Soju-Tour eine gute Idee. Quasi ein Pub Crawl, aber mit viel Hintergrundwissen um die lange Tradition des Sojutrinkens in Korea zu verstehen, am besten eingebettet in eine Street-Food-Tour in Seoul.

Durst bekommen? Hier gibts Soju in Berlin

In Berlin Soja trinken? Ist möglich! So zum Beispiel im koreanischen Barbecue Restaurant SSAM in Kreuzberg – dort gibt es neben dem klassischen Soju auch einen „Soju Sangria“. Im koreanischen Restaurant Hanok am Ku’damm kannst du einen Soju Longdrink zum Korean BBQ bestellen und auch bei Yamyam in Mitte bekommst du Soju.