Mein erster parkrun in Hannover, blühende Artischockenlandschaften im Osten und endlich mal wieder Zeit zum Lesen: so war mein Juli.

Bereiste Orte

Im Juli war Slow Travel angesagt – statt raus in die große weite Welt ging es mit dem Zug und Bus in die nähere und mittelentfernte Umgebung von Berlin. Fazit: kann man definitiv machen – aber nie wieder ohne Noise Cancelling Kopfhörer!

kunst bahnhof hannover

Kunst vor dem Hannoveraner Bahnhof

Hannover

Zwei Jahre ist das jetzt schon her, dass ich zum ersten Mal in Hannover war. Damals eher zufällig bzw. weil die Stadt an der Leine als Gastgeberin für das Reiseblogger Treffen fungierte. Ich kam ohne große Erwartungen – und wurde mehr als überrascht. Vor allem für Läufer ist die niedersächsische Landeshauptstadt ein Traum: sehr viel Grün, Laufstrecken zwischen Cityrunning und Trails und mit den Hannover Runners und dem Georgengarten parkrun Hannover eine sehr aktive und sympathische Läufercommunity. Ich bin gerade noch dabei, meinen Post zum Laufen in Hannover upzudaten – schau in der Zwischenzeit doch mal bei meiner Reisebegleitung Jared vorbei, der Hannover als Schauplatz für seine letzten langen Vorbereitungsläufe vor seinem Weißrussland-Laufabenteuer gewählt hat.

Uckermark

Viel zu wenig war ich diesen Sommer in der Uckermark. Im Juli sollte es dann endlich mal wieder soweit sein. An einem der heißesten Wochenenden habe ich meinem Bruder etwas unter die Arme gegriffen, um dem Besucher-Ansturm seiner Fischräucherei Glut & Späne bewältigen zu können. Krass, ich hatte wirklich total verlernt, wie anstrengend das sein kann. Aber auch wie schön es ist, am Abend völlig kaputt von der körperlichen Arbeit aber glücklich ins Bett zu fallen und sich auf den frühen Morgen danach freuen.

Highlights

Gärten der Welt

Mit meiner Hamburger Freundin Mirjam, die einen Fotografie-Auftrag in Berlin hatte, war ich an einem Tag in den Gärten der Welt Marzahn. Ein unfassbar heißer Tag, zu dem ich sie überredet hatte, weil ich dort unbedingt die Tea Time im The Cottage ausprobieren wollte. Spoiler Alert: Das war nicht gerade ein kulinarisches Highlight. Die Seilbahnfahrt mit Ausblick auf die Marzahner Skyline dafür um so mehr.

Pasión Zumba

Wer mir seit einer Weile folgt, der weiß, dass ich eine gewisse Hassliebe mit der Institution namens Fitnessstudio pflege. Was mir tatsächlich noch nie Spaß gemacht hat, sind Kurse. Ich glaube, ich war zuletzt Mitte der Neunziger in den USA in einem Aerobic-Kurs – und seitdem nie wieder. Im Juni wurde ich dann von einer Freundin zur Zumba-Stunde überredet und war mehr als überrascht. Statt halbmotiviertem Rumgehopse war das ein Hardcore-Drill-Training, was Zumba-Fitness-Instructor José da vorlegte. Ich versuchte recht hilflos, dem Ganzen zu folgen. Aber statt Frust, weil ich der Choreographie nicht folgen kann, überflutete mich etwas ganz anderes: Endorphine! Nicht etwa, weil José insgesamt dreimal rein zufällig sein Shirt hochhob und den Blick auf seinen stählernen Sixpack freigab – sondern einfach weil diese Kombi aus Latino-Sound, wummernden Bässen und absoluter Verausgabung beim Springen und Drehen so richtig gut tut. Ich habe definitiv Feuer gefangen und habe die neue Zumbaleidenschaft auch im Juli ausgeübt.

Ayani Talks

Die Designerin Ani Bagdasaryan kreiert unter ihrem Label Ayani schöne, faire und funktionale Business-Kleider (mit Taschen!) und feiert damit ihre armenischen Wurzeln. Einen Monat lang verlegte sie ihren Onlineshop in ein Ladengeschäft in Berlin-Mitte. Im Popup-Store konnte man ihre Kreationen nicht nur anprobieren und kaufen, sondern nach Ladenschluss fanden die „Ayani Talks“ statt – Workshops und Vorträge für Frauen zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel Finanzen oder Ziele definieren und erreichen. Ich war bei einer dieser Veranstaltungen dabei und war extrem begeistert…einer dieser Abende, an dem alles zusamenpasst: ein schöner Rahmen, eine sehr charmante Gastgeberin, die unheimlich inspirierende Sonna Barry als Workshop-Leiterin und neun fremde Frauen, die sich nach zwei Stunden näher waren als mit mancher Langzeitbekannten – und die sich vorgenommen haben, in drei Monaten noch einmal aufeinander zu treffen und zu schauen, was bis dahin so alles passiert ist.

hannover linden

Hannover-Linden, kurz nach dem Regen

Herausforderungen

Viele Aufträge, viele Wochenendtrips, dabei zu wenig Zeit für mich und meine liebsten Menschen.

Beliebtester Blogpost

Die absolute Nummer eins im Juli, was die Klickzahlen angeht, war mein Blogpost über die Wohnungstauschplattform HomeExchange. Einige von euch haben sogar gleich ein Profil erstellt und mich dort angefreundet, großartig!

Gelaufen

Auch der Juli war kein rühmlicher Laufmonat, aber ich habe immerhin einen neuen Park Run auf meiner Parkrun-Tourismus-Bucket-List abgearbeitet: der Georgengarten parkrun in Hannover führte über eine wunderschöne Strecke und hatte richtig viele Teilnehmerinnen und  Teilnehmer. Mehr dazu demnächst!

Lies auch: Laufen in Hannover

Gehört

Wie toll ist denn bitteschön Kate Tempest und warum ging der Hype um die britische Sängerin bisher komplett an mir vorbei?

Mein Podcast des Monats Juli ist definitiv „Lultras – Love Sports“ von den Ausdauercoaches. Ganz besonders ans Herz legen möchte ich dir die Folge „Der Weg ist das Ziel/The Journey is the Destination“ vom 30. Juli 2019.

Gelesen

„Lessons“ von Gisèle Bündchen (Affiliate Link)*. Die Empfehlung einer Freundin und obwohl ich schon ein paar Male vor dem Buch stand, hatte es mich zuvor nie so richtig interessiert. Was will mir ein brasilianisches Supermodel über das Leben erzählen? Die Neugier (bzw. Tratschsucht) hat dann aber gesiegt und ich holte mir das Buch aus der Bücherei in der Hoffnung, dass darüber etwas über ihre ehemalige Beziehung mit Leonardo di Caprio stehen würde. Spoiler: tut es, aber nur, wenn man zwischen den Zeilen liest.

Abgesehen davon erzählt „The Body“ von ihren Learnings, die ihr das Leben gegeben hat, seitdem sie als 14-Jährige von der brasilianischen Kleinstadt Horizontina in die Welt zog, um zu einem der berühmtesten Topmodels zu werden. Vieles im Buch ist mir ein wenig zu perfekt: diese Frau hat sich definitiv gefunden und scheint einfach alles hinzubekommen: gesunde Ernährung, Sport, eine ausufernde Morgenroutine, ein intaktes Familienleben, spirituelle Verbundenheit, soziales Engagement und beruflichen Erfolg. Trotzdem konnte ich einige von Gisèles „Lessons“ für mich mitnehmen und als Inspiration nutzen.

Über den Tellerrand

Diese Artikel meiner Bloggerkolleginnen haben mich im Juli besonders inspiriert (oder haben einfach nur riesigen Spaß gemacht):

Tatiana von The Happy Jetlagger schreibt über „Suzhou: Chinas Paradies auf Erden“

Katrin von Before We Die zeigt die spektakuläre Schönheit Südtirols in „Meran in Südtirol: 9 Highlights und  Tipps“

Und Dani von wecycle Brandenburg macht mit tollen Bildern und Geschichten Lust, sich sofort aufs Rad zu setzen und „Auf Spurensuche in Fürstenberg“ zu gehen.

berlin strassenpoesie

(und danach Hände waschen)

Gesehen

Eine beeindruckende Dokumentation „Aufstehen im Sitzen“ über die ehemalige Bahnradsportlerin Kristina Vogel, die seit einem Unfall im Sommer 2018 querschnittsgelähmt ist. Sehr berührend und mutmachend – ich habe mir vorgenommen, mir eine ganze Scheibe abzuschneiden von der positiven Art Kristinas.

Für noch mehr Inspiration folge Kristina Vogel auf Twitter.

Vorschau August 2019

Riesige Vorfreude im August, denn da geht es nicht nur nach Hamburg und auf die Schwäbische Alb, sondern auch in ein Land und in eine Stadt, in dem ich bisher noch nie gewesen bin. Es ist definitiv an der Zeit für ein paar neue „erste Male“ und dazu zählen nicht nur neue Reiseziele…aber davon erzähle ich dann, wenn es so weit ist (am schnellsten bekommst du es mit, wenn du mir auf Instagram folgst). Hab einen schönen August und erzähl mir doch mal, wie und wo du ihn verbringen wirst (soll heißen: mach mich neidisch!)

So long and Good Bye,

Sandra

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Nach dem Nizza Halbmarathon ist vor dem Ravenna Halbmbarathon…oder nicht?

 

*Affiliate Link – Was ist das? Ich bekomme eine kleine Provision, wenn du auf den Link klickst und etwas kaufst.Für dich ändert sich nichts am Preis. Vielen Dank für deine Unterstützung!