Zuletzt aktualisiert am 17. September 2026
Die Finger Lakes gehören für mich zu den entspanntesten Regionen in New York State. Elf Gletscherseen, mehr als 150 Weingüter, Wasserfälle in tiefen Sandstein-Schluchten und eine Gastronomieszene, die ernsthaft von dem lebt, was die Region produziert. Für Foodies ist die Gegend ein Volltreffer, für Weinliebhaber sowieso, und wer schöne Landschaft und ruhige Uferwege sucht, kommt hier ebenfalls auf seine Kosten.
Ich war an drei der elf Seen unterwegs: Cayuga Lake, Keuka Lake und Canandaigua Lake. Dazu ein Tagesausflug in den Letchworth State Park und ein Stopp in Corning mit zwei Museen, die mich mehr begeistert haben, als ich das zunächst erwartet hätte.
Was sind die Finger Lakes?
Die Finger Lakes sind elf langgestreckte Gletscherseen im Westen des Bundesstaats New York, zwischen Rochester im Westen und Syracuse im Osten. Sie liegen vollständig in den USA und bilden eine der elf offiziellen Urlaubsregionen von New York State.
Die vier größten Seen sind Cayuga Lake, Seneca Lake, Keuka Lake und Canandaigua Lake. Seneca Lake ist mit 61 Kilometern Länge der größte, Cayuga Lake ist fast gleich lang und mit 188 Metern der tiefste der elf Seen.
Die Region zählt über 150 Weingüter, die vor allem Riesling, Gewürztraminer und Cabernet Franc anbauen. Der Grund liegt in der Geografie: Die tiefen Seen speichern Sommerwärme, regulieren das Mikroklima an den Hängen und schützen die Reben im Frühjahr vor späten Frösten.
Für wen lohnen sich die Finger Lakes?
Die Finger Lakes sind ideal, wenn du Natur, gute Weingüter und lokale Küche suchst, ohne dich durch überfüllte Touristenorte drängen zu müssen. Gerade für europäische Reisende ist die Region nach wie vor ein Geheimtipp. Vor Ort bedeutet das: persönliche Gespräche auf familiengeführten Weingütern, historische Herrenhäuser mit Gärten und Boutique-Hotels direkt am See und eine Landschaft, die man in aller Ruhe durchfahren kann.
Praktisch lassen sich die Finger Lakes gut mit New York City kombinieren: vier bis fünf Stunden Fahrt westwärts, und du bist in einer anderen Welt. Ideal, um nach ein paar Tagen NYC-Tempo runterzukommen. Wer die Niagarafälle sehen möchte, kann auch das gut kombinieren: Sie liegen nur rund zwei Stunden nordwestlich der Seen.
Wofür sind die Finger Lakes bekannt?
- Wein & Cider: Über 150 Weingüter bauen vor allem Riesling, Gewürztraminer und Cabernet Franc an. Die tiefen Seen speichern Sommerwärme und schützen die Reben vor Spätfrösten. Tastings direkt beim Winzer sind Standard, oft kostenlos oder für wenige Dollar.
- Wandern & Natur: Der Watkins Glen State Park führt durch 19 Wasserfälle auf 2,4 Kilometern Weg. Die Taughannock Falls stürzen 65 Meter freifallend in die Tiefe, höher als die Niagarafälle. Letchworth State Park mit seiner bis zu 180 Meter tiefen Schlucht liegt eine Stunde westlich, etwas abseits der Finger Lakes Region, aber einen Ausflug wert.
- Farm-to-Table: New York Kitchen in Canandaigua vermittelt in Tastings die Wein- und Lebensmittelkultur von New York State, von lokalen Weinen über Cider bis zu Käse. Viele Restaurants der Region beziehen ihre Zutaten direkt von umliegenden Höfen.
- Erlebnisse: Gefesselte Ballonfahrt über den Letchworth-Canyon, Dinner Cruise auf dem Canandaigua Lake, Live-Glasblasvorführungen im Corning Museum of Glass. In den vorderen Reihen spürst du die Hitze der Öfen auf der Haut.
PS: Wenn du noch mehr New York State entdecken möchte, empfehle ich dir meinen Guide für die Thousand Islands Region.
3 Tage oder 5 Tage: Zwei Routen durch die Finger Lakes Region
Beide Routen starten und enden in Rochester — praktisch für Flug und Mietwagen. Die 3-Tage-Route ist kompakt und konzentriert sich auf den Westteil der Region. Wer mehr Zeit mitbringt, nimmt mit der 5-Tage-Runde auch Cayuga Lake, Watkins Glen und Corning mit.
3 Tage: Wein, See & Wasserfall
- Tag 1: Ankunft in Rochester, Mietwagenübernahme und Fahrt nach Canandaigua (45 Minuten). Spaziergang an der Promenade, Lunch bei New York Kitchen und abendliche Fahrt mit der Canandaigua Lady. Übernachtung im Hotel Canandaigua.
- Tag 2: Weiterfahrt nach Keuka Park (40 Minuten). Weinberg-Tour und Tasting bei der Vineyard View Winery, anschließend Entspannung am See oder auf dem Keuka Lake Wine Trail. Übernachtung in Penn Yan oder Hammondsport.
- Tag 3: Ausflug in den Letchworth State Park (1 Stunde). Wanderung entlang der drei Hauptwasserfälle und Mittagessen im Glen Iris Inn. Danach Rückfahrt nach Rochester zum Flughafen.
5 Tage: Die große Runde
- Tag 1: Ankunft in Rochester, Fahrt nach Aurora am Cayuga Lake (1,5 Stunden). Check-in in den Inns of Aurora, Rundgang durch den Ort und Abendessen im Lakeside Room.
- Tag 2: Frühstück im 1833 Restaurant, danach Fahrt nach Ithaca (45 Minuten) zu den Schluchten oder den Botanic Gardens. Weiter nach Watkins Glen für die Wanderung durch die Klamm. Übernachtung in Watkins Glen oder Geneva.
- Tag 3: Erkundung des Seneca Lake Wine Trail, danach Wechsel zum Keuka Lake mit Tasting bei Vineyard View Winery. Übernachtung am Keuka Lake.
- Tag 4: Fahrt nach Corning (40 Minuten). Besuch des Corning Museum of Glass und Spaziergang durch den Gaffer District. Weiterfahrt nach Canandaigua (1 Stunde) und Abendessen auf dem See. Übernachtung in Canandaigua.
- Tag 5: Morgens Ausflug in den Letchworth State Park (1 Stunde Fahrt). Wanderung oder Ballonfahrt, Einkehr im Glen Iris Inn und anschließende Rückfahrt nach Rochester.
Canandaigua Lake
Der Canandaigua Lake ist der westlichste der vier großen Seen und liegt etwa 45 Autominuten von Rochester entfernt. Er ist rund 26 Kilometer lang und bekannt für sein klares Wasser und die Sonnenuntergänge, die sich am Nordufer besonders gut beobachten lassen. Der Name Canandaigua stammt aus der Sprache der Seneca und bedeutet sinngemäß „gewählter Ort“. Direkt am Nordufer liegt die gleichnamige Kleinstadt mit einer der schönsten Uferpromenaden der Region und einer Altstadt, in der man problemlos einen halben Tag verbringen kann. Abends legt das historische Schiff Canandaigua Lady von der Mole zu Rundfahrten auf dem See ab.
Downtown Canandaigua
Canandaigua ist der Ort in der Region, in dem ich am liebsten einfach rumgelaufen bin. Die South Main Street ist überschaubar, aber dicht: inhabergeführte Läden, gute Cafés, das Gefühl, dass hier jemand Gedanken darüber gemacht hat, was eine Innenstadt ausmacht.
Zum Frühstück lohnt sich die Resilience Bakery (86 S Main St) für europäische Patisserie und glutenfreie Varianten. Simply Crepes nebenan (101 S Main St) ist in einem Backsteinhaus aus den 1900er Jahren mit Kamin und Gartenpatio untergebracht, Crepes für jede Tageszeit. Wer Schokolade sucht: Sweet Expressions macht handgemachte Pralinen und mehr als 16 Sorten Fudge. Auf der Tillotson Street lohnt ein Stopp bei Wildflowers, einem kleinen Laden für Geschenke, Mitbringsel und schöne Dinge des Alltags.


Sonnenberg Gardens: Neun Gärten, ein Roman Bath und ein japanischer Tempel
Wenn du etwas für historische Villen, verwunschene Gärten und tragische Liebesgeschichten übrig hast, dann lass dir die Sonnenberg Gardens & Mansion State Historic Park am Stadtrand nicht entgehen. Plane dafür mindestens einen halben Tag ein, denn die Gärten sind groß und es gibt viel zu entdecken.
Das Anwesen gehörte dem New Yorker Bankier Frederick Ferris Thompson und seiner Frau Mary Clark Thompson. Das Paar kaufte das Grundstück 1863 als Sommerresidenz, 1887 ließen sie die 40-Zimmer-Villa im Queen-Anne-Stil errichten. Als Frederick 1899 im Alter von 62 Jahren starb, begann Mary, die Gärten rund um das Haus neu zu gestalten. Sie reiste durch die Welt, besuchte berühmte Gartenanlagen in Italien, England und Japan, und brachte jedes Mal eine neue Idee mit zurück nach Sonnenberg. Neun thematisch gestaltete Gärten entstanden so zwischen 1902 und 1919, jeder ein Echo einer anderen Reise, eines anderen Landes, das sie vielleicht gerne gemeinsam entdeckt hätten.
Besonders gut gefallen hat mir der Japanische Garten. Mary reiste 1903 nach Kyoto und ließ ihn anschließend von sechs japanischen Landschaftsgärtnern anlegen. Er gilt als erster privater japanischer Garten in den USA: Teehaus, fünf Brücken, ein Buddha aus dem 12. Jahrhundert. Der Gewächshauskomplex aus den Jahren 1903 bis 1915 ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Lord-and-Burnham-Anlagen in den USA, mit Palmenhaus, Orchideenhaus und Kakteenhaus. Das Roman Bath von 1914 schließlich ist ein offenes Schwimmbecken mit türkisfarbenem englischem Kachelboden, dessen Wasser damals aus dem Canandaigua Lake gepumpt und beheizt wurde.



Ganondagan: Das Longhouse der Seneca
Rund 20 Autominuten nördlich von Canandaigua liegt bei Victor die Ganondagan State Historic Site, ein National Historic Landmark und das einzige New Yorker State Historic Site, das einem indigenen Thema gewidmet ist. Im 17. Jahrhundert war hier eine der größten Seneca-Städte mit über 4.500 Bewohnern, bis französische Truppen sie 1687 zerstörten.
Heute kannst du das rekonstruierte Seneca-Langhaus aus dem 17. Jahrhundert besichtigen: vollständig möbliert mit Reproduktionen damaliger Seneca-Objekte und Handelsgütern, geöffnet von Mai bis Oktober. Das Seneca Art & Culture Center von 2015 zeigt auf 1.600 Quadratmetern zeitgenössische und historische Haudenosaunee-Kunst und -Kulturgeschichte.
Übernachten am Canandaigua Lake
Das Lake House ist das einzige Luxusresort direkt am Canandaigua Lake: MICHELIN-Guide-gelistet, mit Zimmern und Suiten mit Seeblick und dem Willowbrook Spa, der Outdoor-Fasssaunen direkt am Seeufer, einen beheizten Pool und Hot Tub bietet. Frühstück, Lunch und Weekend-Brunch gibt es im Haus, das Restaurant ist auch für externe Gäste zugänglich.

Essen und Trinken am Canandaigua Lake
Im Rose Tavern (zugehörig zum Lake House) wird mit holzbefeuertem Eichenholz-Herd gekocht, die saisonale Karte lebt von Zutaten aus der direkten Umgebung, und der Gewächshaus-Speiseraum schaut direkt auf den See. Hier habe ich zum ersten Mal Grape Pie probiert: Eine Finger-Lakes-Spezialität, die ich so in Deutschland noch nie gesehen habe. Die Füllung besteht aus Concord Grapes, einer dunkelblauen Rebsorte, die in der Region seit dem 19. Jahrhundert angebaut wird und einen intensiven, süß-herben Geschmack hat, der sich von europäischen Tafeltrauben komplett unterscheidet. Unbedingt bestellen, wenn er auf der Karte steht. Für einen Drink zum Sonnenuntergang funktioniert die Terrasse auch ohne Dinner-Reservierung.
Für Craft Beer lohnt sich ein Stopp bei der Frequentem Brewing Company direkt an der Main Street in Canandaigua. Die kleine Brauerei experimentiert mit modernen und traditionellen Bierstilen, die Tap-Liste wechselt regelmäßig. Wer es größer mag: Das New York Beer Project in Victor, rund 20 Minuten nördlich von Canandaigua, ist eine der beeindruckendsten Bierhallen der Region, nach dem Vorbild historischer New Yorker Biergärten von 1870 gebaut, mit Live-Bäumen im Innenraum, Rooftop-Bar und einem umfangreichen Barrel-Aging-Programm.
Wer mehr über den lokalen Weinbau erfahren möchte, ohne gleich auf ein Weingut zu fahren: New York Kitchen an der South Main Street ist eine gemeinnützige Organisation, die in Tastings und kurzen Kursen lokale Weine, Ciders und Käsesorten aus New York State vorstellt (und das im übrigen sehr unterhaltsam, kann ich empfehlen!)


Keuka Lake
Der Keuka Lake fällt durch seine markante Y-Form auf. Diese Geometrie sorgt für besonders lange Hanglagen an beiden Ufern, auf denen das Wasser als Wärmespeicher wirkt und beste Voraussetzungen für Riesling und Gewürztraminer schafft.
Vineyard View Winery
Bei der Vineyard View Winery in Keuka Park wird seit 1893 Wein angebaut, mittlerweile in der fünften Generation. Winemakerin Paige Vinson führt hier durch die Weinberge und den Keller. Das Gut setzt auf kleine Ertragsmengen und handwerkliche Verarbeitung.
Zur Lesezeit bietet das Weingut das Programm Vine to Vessel an: Du kannst dabei selbst Trauben pressen und frischen Saft probieren, ein praktischer Einblick in die Erntearbeit.
Der Keuka Lake Wine Trail
Rund um den Keuka Lake verteilen sich über ein Dutzend familiengeführte Weingüter, viele davon in direkter Seelage. Der Keuka Lake Wine Trail verbindet sie auf einer Rundroute und eignet sich gut für einen ganzen Tag. Penn Yan am Nordufer und Hammondsport am Südufer sind die praktischsten Übernachtungsorte.


Cayuga Lake
Der Cayuga Lake ist mit 61 Kilometern der längste der Finger Lakes und liegt am östlichsten Rand der Region, nicht weit von Ithaca und der Cornell University. Am östlichen Ufer liegt Aurora, einer der ruhigsten und schönsten Orte der gesamten Region.


Aurora und die Inns of Aurora
Aurora ist ein kleiner Ort mit rund 700 Einwohnern, dessen Kern im Grunde aus einem einzigen Ensemble besteht: den Inns of Aurora. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes Hotel, sondern um mehrere sorgfältig restaurierte Häuser aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die verteilt im Ort liegen und gemeinsam geführt werden. Hinter der Restaurierung steht Pleasant T. Rowland, Gründerin der American Girl Doll Company. Mit dem Erlös aus dem Unternehmensverkauf kaufte sie in den 1990er Jahren mehrere historische Häuser in Aurora auf und ließ sie vollständig sanieren.
Das E.B. Morgan House ist das älteste der Gruppe, benannt nach Edwin B. Morgan, einem der Gründer von Wells Fargo. Die Villa diente jahrzehntelang als Internat und Gästehaus des benachbarten Wells College, bevor sie 2005 als Teil der Inns eröffnete. Das Rowland House nebenan ist eine Queen-Anne-Villa von 1902, gebaut von Alonzo Morgan Zabriskie, einem Nachfahren der Morgans. Es ist nach Pleasant Rowland benannt und öffnete 2014. Das Zabriskie House ist die neueste Ergänzung und kann auch als private Ferienresidenz direkt am See gebucht werden.
Das älteste Gebäude stammt aus dem Jahr 1833 und beherbergt heute das gleichnamige Restaurant. Die Häuser punkten mit Dielenböden, großen Erkerfenstern und Blick auf den See.
Für das Abendessen lohnt sich eine Reservierung im Lakeside Room. Von der Terrasse blickst du direkt auf den Sonnenuntergang über dem Wasser.
Mein Tipp: Plane mindestens zwei Nächte in Aurora ein. So bleibt genug Zeit für den Abend am Steg und einen Ausflug zu den nahegelegenen Taughannock Falls.
Tagesausflüge in die Umgebung
Zwei Orte, die nicht direkt an den Seen liegen, aber unbedingt auf die Liste gehören.
Corning
Die Stadt Corning liegt am südlichen Rand der Finger Lakes Region, etwa eine Stunde von Canandaigua entfernt. Knapp 10.000 Einwohner, aber zwei Museen von internationalem Rang.
Das Corning Museum of Glass präsentiert über 50.000 Objekte aus 3.500 Jahren Glasgeschichte. Das Highlight sind die täglichen Live-Vorführungen: An mehreren Schmelzöfen zeigen professionelle Glasbläser, wie komplexe Formkörper entstehen. Setz dich möglichst weit nach vorne – die Hitze der Öfen spürst du auf der Haut, und die Werkzeuge erkennst du erst aus der Nähe richtig.
Nur wenige Minuten zu Fuß liegt das Rockwell Museum im historischen Rathaus von 1893. Es ist das einzige Smithsonian-Affiliate-Museum in New York State außerhalb von New York City und zeigt amerikanische Kunst mit Schwerpunkt auf der westlichen Expansion und der indigenen Bevölkerung, zeitgenössisch und historisch, alles unter einem Dach.
Der Gaffer District rund um die Market Street ist der Altstadtkern mit inhabergeführten Läden, Galerien und Cafés. Für Essen: Ella’s Acres für Burger und Breakfast Plates, abends das Three Birds im ehemaligen Feuerwehrhaus (falls du dich danach ein wenig austoben willst: Hier kannst du dich zudem im Axtwerfen ausprobieren). Für Drinks danach: VOLO in der Market Street ist eine der kuriosesten (und genau deshalb natürlich perfektesten) Bars, die ich in der Region gefunden habe, Fernet Branca vom Fass, Vintage-Memorabilia an jeder Wand, samstags manchmal Karaoke. Unbedingt hingehen, auch der Besitzer ist ein echter Charakter1


Letchworth State Park
Letchworth liegt eine Stunde westlich der Finger Lakes und lohnt den Umweg. Über Jahrtausende hat sich der Genesee River hier tief in das Gestein gegraben. Das Ergebnis ist eine steile Schlucht mit bis zu 180 Meter hohen Felswänden, drei großen Wasserfällen und über 100 Kilometern Wanderwegen.
Eine Besonderheit vor Ort sind die Fahrten von Balloons Over Letchworth. Der Heißluftballon steigt an langen Halteseilen direkt über dem Canyon auf. Vor dem Start kannst du beim Aufrüsten zusehen und beim Befüllen der Hülle helfen, Familie Liberty erklärt dabei Schritt für Schritt das Handwerk der Ballonfahrt. Direkt neben dem mittleren Wasserfall steht das historische Glen Iris Inn, das sowohl als Hotel als auch als Restaurant genutzt wird.
Der Autism Nature Trail (ANT) im Park ist ein bemerkenswertes Projekt: Der rund 1,6 Kilometer lange Rundweg wurde speziell für Menschen auf dem Autismus-Spektrum entwickelt und gilt als eines der ersten seiner Art weltweit. Acht Stationen bieten ganz bewusst unterschiedliche Erfahrungen, ruhige Rückzugsorte unter Baumkronen ebenso wie Bereiche zum Laufen, Klettern und aktiven Erkunden. Das Konzept reagiert auf die oft erhöhte Reizempfindlichkeit im Spektrum: keine Massen, klare Strukturen, natürliche Materialien, kaum Handyempfang. Der Weg ist für Rollstühle geeignet und für alle Altersgruppen gedacht.

Die weiteren Finger Lakes im Überblick
- Seneca Lake: Der größte See der Gruppe mit der höchsten Dichte an Weingütern (über 30 Betriebe). Am Südende liegt Watkins Glen mit dem bekannten State Park (19 Wasserfälle auf 2,4 km Klammweg; in der Hochsaison früh kommen). Am Nordufer liegt Geneva, eine Universitätsstadt mit lebhafter Gastronomieszene. Die Brewery Ardennes (570 Snell Rd) braut belgisch inspiriertes Bier in einer umgebauten Schafscheune von 1909, Belgiens Ardennen als Namenspate, New Yorks 2024 Belgian-Style Brewery of the Year als Auszeichnung. Küche ist auch da: Muscheln, Pommes, Würste.
- Skaneateles Lake: Bekannt für extrem klares Wasser, das unfiltriert als Trinkwasser genutzt wird. Der gleichnamige Ort am Nordufer bietet gehobene Gastronomie und Bootsverleihe.
- Owasco Lake: Ruhigerer See zwischen Auburn und Moravia, ideal für entspannte Tage abseits der Hauptrouten.
- Die kleineren Seen (Conesus, Hemlock, Canadice, Honeoye, Otisco): Größtenteils naturbelassen, wenig bebaut und gut geeignet zum Kajakfahren, Angeln oder Camping.
- Elmira: Südlich der Seen gelegen. Hier starten Segelflugzeuge von Harris Hill Soaring zu Rundflügen. Zudem verbrachte Mark Twain hier viele Sommer; seine achteckige Schreibstube kann vor Ort besichtigt werden.
Anreise
- Aus Deutschland: Direktflüge gehen nach New York City (JFK oder Newark). Von dort geht es entweder im Mietwagen weiter (4 bis 5 Stunden über die I-90 West) oder per Inlandsflug nach Rochester (ROC) oder Syracuse (SYR). Rochester ist der praktischste Ausgangspunkt für Canandaigua, Keuka und Cayuga Lake.
- Unterwegs vor Ort: Ein Mietwagen ist unverzichtbar. Die Seen liegen parallel von Nord nach Süd nebeneinander, jeweils 10 bis 30 Minuten Fahrt voneinander entfernt. Öffentliche Verkehrsmittel verbinden nur die größeren Städte, nicht aber die Parks und Weingüter.
- NYC-Kombination: Eine bewährte Route führt von New York City über die I-87 nach Albany und weiter über die I-90 zu den Seen. Zurück geht es per Flug ab Rochester nach JFK – oder umgekehrt.
FAQ: Finger Lakes, New York
Die häufigsten Fragen zur Region, kurz beantwortet.
Wie viele Finger Lakes gibt es?
Es gibt elf Finger Lakes. Die vier größten sind Cayuga, Seneca, Keuka und Canandaigua Lake.
Wann ist die beste Reisezeit für die Finger Lakes?
September und Oktober für Weinlese und Laubfärbung. Juni bis August für Wassersport. Mai, wenn du die Parks ohne Massen willst.
Welcher See eignet sich am besten für Weintouren?
Keuka Lake für familiengeführte Weingüter mit persönlicher Atmosphäre. Seneca Lake, wenn du Auswahl willst – über 30 Weingüter direkt am Wasser.
Wie kommt man in die Finger Lakes?
Flug nach New York City (JFK oder Newark), dann vier bis fünf Stunden mit dem Mietwagen. Oder Inlandsflug nach Rochester – von dort bist du in 45 Minuten in Canandaigua. Ohne Mietwagen funktioniert die Region nicht.
Wie viele Tage sollte man für die Finger Lakes einplanen?
Drei Tage reichen für zwei Seen. Für Corning, Letchworth und mehrere Weintouren besser fünf bis sieben Tage.
Hinweis: Mein Artiken entstand im Rahmen einer Recherchereise mit ILoveNY.com. Vielen Dank für die Einladung! Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber buchst oder ein Ticket reservierst, erhalte ich eine kleine Provision. Am Preis ändert sich für dich dadurch nichts.


















