Zuletzt aktualisiert am 15. März 2026
Madrid ist nur die Hauptstadt Spaniens, sondern für mich auch Foodie-Metropole. Ich habe ein Jahr in Madrid gelebt und kehre seitdem mindestens einmal im Jahr zurück. Mein erster Weg führt mich meistens direkt in eine der Bars und Restaurants in La Latina oder Malasaña.
Madrid ist kulinarischer Schmelztiegel. Hier trifft die bodenständige Küche Kastiliens auf andalusische Einflüsse und galicische Meeresfrüchte. Man kann sich einmal quer durch Spanien essen, ohne die Stadt zu verlassen. Gleichzeitig hat Madrid eigene Klassiker. Sie sind oft einfach, manchmal etwas eigenwillig und sehr „castizo“, also typisch madrilenisch. Speisen, die eigentlich aus anderen Regionen stammen, gehören hier ganz selbstverständlich dazu, etwa Paella aus Valencia, Gazpacho aus Andalusien oder Pulpo aus Galicien.

Du fährst nach Madrid? Gute Wahl! Kümmere dich am besten zeitig um dein Hotel, denn die spanische Hauptstadt wird als Städtetrip-Ziel immer beliebter. Hier findest du eine Auswahl passender Unterkünfte im Zentrum von Madrid*.
Inhalt des Artikels
Was muss man in Madrid gegessen haben? 10 Spezialitäten
Hier kommen die 10 wichtigsten Gerichte für deinen nächsten Trip. Später werfen wir noch einen Blick auf die internationale Szene der Stadt, denn Madrid ist heute viel mehr als nur Tradition.
1. Cocido Madrileño – Der Eintopf-Klassiker
Wenn es im Madrider Winter kühl wird, rettet dich dieser Eintopf. Der Cocido ist eine Institution und nichts für den kleinen Hunger. Er wird traditionell in drei Gängen serviert, den sogenannten vuelcos. Erst kommt eine kräftige Brühe mit feinen Nudeln auf den Tisch, dann Kichererbsen mit Gemüse und zum Schluss das Fleisch wie Rind, Huhn, Chorizo und Morcilla.
Eine der besten Adressen dafür ist La Bola. Hier wird der Cocido seit 1870 in einzelnen Tontöpfen direkt über Holzkohle gegart. Reservieren ist hier Pflicht. Wer es etwas weniger poliert mag, sollte zu Malacatín in der Nähe von La Latina gehen. Aber Achtung, definitiv mit Hunger kommen: Die Portionen dort sind gewaltig.
2. Bocadillo de Calamares – Tintenfisch im Brötchen
Frittierte Tintenfischringe im Baguette, ohne Sauce und Beilage. Das klingt simpel, ist in Madrid aber Kult. Obwohl das Meer weit weg ist, schwören die Madrilenen auf ihren frischen Fisch vom Großmarkt.
Den Klassiker bekommst du in der Bar La Campana direkt an der Plaza Mayor. Man steht oft Schlange, aber die Calamares sind immer heiß. Eine gute Alternative ein paar Schritte weiter sind die Cervecería Sol Mayor oder Casa Rúa.

3. Tortilla de Patatas – Das spanische Kartoffel-Omelette
Über die perfekte Tortilla wird in Madrid leidenschaftlich gestritten. Die einen mögen sie fest, ich liebe sie „betun“, wenn der Kern noch fast flüssig und cremig ist. Sie gehört in Madrid zu jeder Tageszeit dazu.
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Jetzt anschauen!Mein Favorit ist die Tortilla von Casa Dani im Mercado de la Paz. Sie gilt für viele als die beste der Stadt. Falls du in Malasaña unterwegs bist, ist Pez Tortilla eine gute Adresse. Dort gibt es neben dem Klassiker auch Varianten mit Trüffel oder Brie.
Weiterlesen: Alle Details zur Suche nach der besten Tortilla in Madrid.

4. Callos a la Madrileña – Kutteln auf Madrider Art
Callos sind Kutteln, die stundenlang mit Chorizo, Morcilla und Schinken geschmort werden, bis die Sauce klebrig-würzig wird. Ein bisschen Schärfe durch die Guindilla-Schote gehört dazu. Man isst sie am besten mit viel Brot, um die Sauce aufzutunken.
Eine handwerklich perfekte Version gibt es im La Tasquita de Enfrente. Bodenständiger geht es im El Brillante gegenüber vom Bahnhof Atocha zu. Dort isst man die Callos stilecht an der Metalltheke, so wie es die Madrilenen seit Jahrzehnten machen.
Extra-Tipp: Rund um die Osterzeit gibt es bei El Brillante auch fantastische Torrijas, die spanische Variante von Armen Rittern. Dicke Brotscheiben werden in Milch oder Wein mit Zimt und Zucker getränkt und dann goldbraun ausgebacken. Sie sind außen karamellisiert und innen fast puddingartig weich.
5. Patatas Bravas – Kartoffeln mit Bravas-Sauce
Bravas gehen immer. Das sind frittierte Kartoffelwürfel mit der typischen Salsa Brava. Jede Bar hat ihr eigenes Rezept für die Sauce, mal schmeckt sie rauchig und mal eher scharf.
Für die vielleicht bekannteste Sauce der Stadt musst du ins Viertel Quintana zu Docamar fahren. Zentraler ist Las Bravas nahe der Plaza Santa Ana. Sie haben sich ihr Saucen-Rezept sogar patentieren lassen, denn sie gelten als Erfinder der Bravas! Übrigens: Lass dich nicht von dem Ambiente abschrecken, das ein wenig wie Fast-Food-Kett wirkt – die Bravas sind hier wirklich außergewöhnlich gut, versprochen!
6. Huevos Rotos – Eier und Schinken
Huevos Rotos bedeutet übersetzt „zerbrochene Eier“. Sie werden auf frisch frittierten Kartoffeln und gutem Schinken serviert. Das Eigelb wird erst am Tisch zerstochen, damit es wie eine Sauce über alles läuft.
Eine der besten Adressen für dieses typisch spanische Gericht ist das Casa Lucio in La Latina. Da es dort schwer ist einen Tisch zu bekommen, ist die Bar Los Huevos de Lucio direkt gegenüber in der Cava Baja eine super Alternative. Ansonsten gilt: lass dich einfach treiben, suche dir unterwegs eine Bar, die nicht zu „polished“ aussieht und in der viele Locals sitzen: Ziemlich sicher, dass dort gute Huevos Rotos serviert werden.
7. Churros con Chocolate – Als Frühstück oder zwischendurch
Ob zum Frühstück oder nach einer langen Nacht: Churros gehören zu Madrid.
Die Chocolatería San Ginés ist der Klassiker mit historischem Ambiente und ich gehe dort immer noch hin, wenn ich nach einer langen Partynacht etwas zum „aufsaugen“ benötige. Zum Frühstück bevorzuge ich anderer Churrerías, z.B. die Churrería La Andaluza.
Insider-Tipp: Den Unterschied zwischen Churros und Porras erkläre ich dir in meinem Churros-Guide für Madrid.
8. Croquetas – gefüllte Kroketten
Croquetas gehören zu den beliebtesten Tapas in Madrid. Die kleinen frittierten Bällchen bestehen meist aus einer cremigen Béchamel, klassisch mit Jamón Ibérico, manchmal auch mit Pilzen, Käse oder Kabeljau. Außen knusprig, innen fast flüssig und ideal zu einem frisch gezapften Bier. Croquetas gibt es sowohl in bodenständigen Bars wie auch in gehobenen Restaurants.
Eine meiner liebsten Croquetas gibt es im Casa Orellana im Salesas-Viertel, wo sie perfekt goldbraun frittiert werden.
10. Gambas al ajillo – – Garnelen in Knoblauchöl
Ein Klassiker, der in Madrid auf kaum einer Tapaskarte fehlt. Garnelen werden in einer kleinen Tonschale in heißem Olivenöl mit viel Knoblauch und etwas Chili serviert. Wenn sie an den Tisch kommen, blubbert das Öl noch.
Sehr gute Gambas al Ajillo gibt es im La Casa del Abuelo, einer typischen „taberna“ nahe der Plaza Mayor. Die Bar ist seit Jahrzehnten für dieses Gericht bekannt und oft bis spät in die Nacht voll.
Jenseits der Tradition: Madrids neue kulinarische Identität
Madrid hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt. Die Hauptstadt ist heute eine Weltstadt, in der man die Einflüsse der riesigen lateinamerikanischen und asiatischen Communities an jeder Ecke schmeckt. Ja, Madrid kann eben deutlich mehr als nur die typisch spanischen Klassiker.
Lateinamerikanische Küche in Madrid
Durch die starke lateinamerikanische Community der Stadt findest du in Madrid einige der besten Ceviches, Tacos und anderen Gerichten außerhalb Amerikas. Mein Tipp ist der Mercado de los Mostenses nahe der Plaza de España. Hier gibt es keine Designer-Stände, sondern authentische peruanische Küche in ihrer reinsten Form. Auch im Mercado de Antón Martín findest du geniale Fusion-Küche, die spanische Zutaten mit mexikanischen oder japanischen Techniken kombiniert.
Usera – Madrids Chinatown
Wenn du wirklich gut asiatisch essen willst, musst du über den Fluss nach Usera. Das Viertel ist Madrids Chinatown. Hier gibt es handgezogene Nudeln, scharfe Sichuan-Küche und Dim Sum, die so gut sind, dass man die Fahrt mit der Metro gerne auf sich nimmt. Beliebte chinesisch Restaurants in Madrid sind z.B. Hongkong 70 oder Jin Yun Chao Bing.
Syrisches und libanesische Küche in Lavapiés
Lavapiés ist das bunteste Viertel der Stadt. Rund um die Calle de Lavapiés findest du fantastische Falafel-Läden, arabische Restaurants und Imbisse. Es ist der perfekte Ort für ein günstiges Abendessen oder einen Snack zwischendurch.
Vegetarisch & Vegan essen in Madrid
Als ich 2003 für mein Studium in Madrid war, war es für Vegetarier schwierig. Wer kein Fleisch aß, landete oft bei Pommes oder grünem Salat, in dem sich oft ungefragt Thunfisch versteckte. Madrid war damals durch und durch Schinken-Territorium.
Heute ist das völlig anders. Vor allem in Malasaña und Lavapiés gibt es viele vegane Cafés und Restaurants. Aber auch traditionelle Bars haben vegetarische Klassiker wie Pimientos de Padrón oder Berenjenas con Miel, also Auberginen mit Honig. Für Veganer ist das Distrito Vegano in Lavapiés mein Tipp für pflanzenbasiertes Comfort Food. Sogar das Bocadillo de Calamares gibt es bei Thunder Vegan mittlerweile als Version aus Austernpilzen, die dem Original in nichts nachsteht.
In Madrid zieht man meistens von Bar zu Bar, was man hier „tapear“ nennt. Man trinkt eine Caña, also ein kleines Bier, und isst eine Kleinigkeit dazu. Mein liebstes Viertel dafür ist La Latina, besonders die Calle Cava Baja. Meine Favoriten findest du hier: Tipps für Tapas-Bars in Madrid.
Das Menú del día – Mittagessen wie die Locals
Das Menú del día ist die beste Option für ein gutes Mittagessen. Fast jedes Restaurant bietet es unter der Woche an. Es besteht aus drei Gängen mit Vorspeise, Hauptgericht und Dessert oder Kaffee. Brot, Wasser und oft ein Glas Wein sind im Preis enthalten. Je nach Gegend zahlst du dafür zwischen 12 und 18 Euro. Die Gerichte wechseln täglich und und werden meist auf einer Kreidetafel notiert. Es ist die budgetfreundlichste Art, in Madrid richtig gut zu essen, ohne das Budget zu sprengen.
Märkte und Markthallen mit Restaurants
Märkte sind in Madrid Treffpunkte. Mein Favorit ist der Mercado de la Paz im Salamanca-Viertel. Probier dort unbedingt die Tortilla bei Casa Dani, für mich eine der besten Tortillas in Madrid. Der Mercado de San Miguel direkt am Plaza Mayor ist optisch toll, aber sehr touristisch. Alle Details hier findest du in meinem Guide über die besten Märkte in Madrid.

Das älteste Restaurant der Welt: Casa Botín
In Madrid steht das älteste Restaurant der Welt. Das Sobrino de Botín ist seit 1725 durchgehend geöffnet. Die Spezialität ist das im antiken Holzofen gebratene Spanferkel. Man kann dort auch Führungen machen, um die historischen Weinkeller und die Küche zu sehen. Mehr dazu liest du in meinem Artikel über das Casa Botín.











