Das oberfränkische Coburg liegt mitten im Herzen Deutschlands und ist die ideale Stadt für einen Kurztrip, der Sightseeing mit Geschichte und Genuss verbindet. 7 Tipps für einen superschönen Tag in Coburg.

Coburg liegt rund 50 Kilometer nördlich von der UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt Bamberg. Coburg hat etwas mehr als halb so viele Einwohner wie Bamberg und ist vielleicht auch nicht ganz so berühmt ist aber nicht minder sehenswert. Und zwar genau deshalb:

1. Der wohl schönste Marktplatz Bayerns

The place to be in Coburg ist ohne jeglichen Zweifel der Marktplatz. Sieben Gassen führen von der gesamten Altstadt hin zum Marktplatz, der bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts angelegt wurde. Der Coburger Marktplatz ist von sehr malerisch aussehenden Gebäuden umgeben: dem Rathaus mit der Rokokofassade und auf den anderen Seiten die alte Hofapotheke sowie der berühmte Coburger Erker.

Der Marktplatz macht seinem Namen alle Ehre, denn hier finden mehrfach in der Woche Märkte statt: Dienstags und Freitags der Gemüsemarkt, Mittwochs und Samstags der Wochenmarkt und zur Adventszeit der sehr stimmungsvolle Weihnachtsmarkt. Ein besonderes Event ist auch der Coburger Klößmarkt, der einmal im Jahr im Spätsommer stattfindet – zu Ehren des Coburger Kloßes.

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Eine architektonische Eigenart Coburgs: der Coburger Erker

2. Fränkische Spezialitäten in Coburg genießen

Sehr gut schlemmen lässt es sich in Coburg. So ist es natürlich kein Zufall, dass der Kloß in Coburg ein eigenes Festival bekommt. Der Coburger Kloß, auch „Coburger Rutscher“ genannt, ist eine kulinarische Spezialität, die du nur in Coburg bekommst. Der Kloß ist so extrem weich und „rutschig“ im Mund, weil er zu zwei Dritteln aus gekochten Kartoffeln besteht. Den Kloß gibt es meist als Beilage zu Rouladen, Schäuferla oder Braten, aber meiner Meinung nach ist er für sich allein eine mindestens genauso legitime Mahlzeit. Sehr gut geschmeckt hat der Coburger Rutscher in der urigen Gaststätte Henneberger Haus.

Noch berühmter als der Coburger Kloß ist nur die Coburger Bratwurst. Das besondere daran: die Bratwürste werden über einem offenen Feuer aus Kiefernzapfen gebraten. Die Coburger Bratwurst bekommst du täglich auf dem Marktplatz.

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Coburger Spezialität Coburger Bratwurst

3. Die Krone Frankens: Veste Coburg

Sie wacht hoch über Coburg: die mittelalterliche Burganlage „Veste Coburg“. Wenn du in Coburg bist, solltest du dir einen Spaziergang hoch auf die Festung nicht entgehen lassen. Die verwinkelte Anlage ist riesig und sehr gut erhalten – man fühlt sich hier fast wie ein Ritter oder eine Burgdame beim Herumschlendern. Kunstfreunde kommen hier auch auf ihre Kosten: die Coburger Landesstiftung beherbergt hier die Kunstschätze der Herzöge zu Coburg.

Übrigens: Martin Luther lebte für eine Weile in der Veste Coburg, wovon heute noch die Lutherkapelle sowie zwei Lutherdenkmäler zeugen.

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Veste Coburg: die mittelalterliche Burg thront erhaben über der Stadt

4. Coburg für Naschkatzen

Coburg ist eine Bäckerstadt – es gibt hier so viele gute Bäckereien und Konditoreien wie sonst fast nirgendwo. Deshalb wartet Coburg auch gleich mit zwei Gebäckstpezialitäten auf: dem Coburger Stollen und der Lebkuchenspezialität „Coburger Schmätzchen.“ Letzere werden seit dem späten 19. Jahrhundert von der Konditorei Feyler hergestellt. Hier, unweit des Marktplatzes, kannst du sie auch heute noch kaufen und die Coburger Schmätzchen sind tatsächlich der Bestseller an Mitbringseln aus der oberfränkischen Stadt.

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Erst hart, dann butterweich: Lebkuchenspezialität Coburger Schmätzchen

Wenn die Schmätzchen noch ganz frisch sind, sind sie sehr hart  – „rösch“, wie es die freundliche Bedienung im Café Feyler nannte. Nach einer gewissen Zeit werden sie dann weicher und sind dann für den Verzehr geeignet. Wenn du sie am liebsten gleich an Ort und Stelle probieren willst, dann tunke sie entweder in deinen Tee – oder wähle die trinkbare Variante: im Café wird eine extrem leckere „Lebkuchenmilch“ serviert.

Den Coburger Stollen bekommst du in der Konditorei Café Confiserie Schubart direkt am Marktplatz, ihres Zeichens Coburgs älteste Konditorei. Im dazugehörigen Café Cappuccino kannst du eine Scheibe Stollen mit Butter und einer Tasse hausgeröstetem Coburger Kaffee genießen.

Und noch eine weitere, extrem köstliche Nascherei empfehle ich dir für Coburg: Lebkuchenmousse! Dieses Dessert, das aus einer fluffigen Lebkuchencrème plus Glühweinsauce besteht, bekommst du im Brauhaus Coburg.

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Schmeckt so geil, wie es aussieht: Lebkuchen Mousse mit Glühwein-Sauce

5. Fränkisches Bier in Coburg

Franken ist Bierland und Bamberg wahrscheinlich die Bierhauptstadt der Welt. In Coburg muss man etwas länger suchen. Einst gab es auch hier mehrere Brauereien, doch die wurden aufgekauft, existierten dann noch eine Weile unter der Regie der Brauerei „Kulmbacher“ weiter bevor sie dann für immer das Zeitliche segneten.

Im Brauhaus zu Coburg hat man es sich zur Aufgabe gemacht, die Coburger Bierbrautradition wieder aufleben zu lassen. Seit einigen Jahren kannst du hier das einzig in Coburg gebraute Bier trinken – und das schmeckt extrem gut! Im „Bayrisch Pub,“ wie sich das Brauhaus auch nennt, bekommst du dazu fränkische und bayerische Spezialitäten, serviert von supernetten Menschen.

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Nur hier gibt es Bier, das in Coburg gebraut wird: Brauhaus zu Coburg

6. Auf britischen Spuren in Coburg

Hättest du’s gewusst? Die Wurzeln von Queen Elisabeth II. liegen in Coburg: Ihre Vorfahre Prinz Albert, der Gemahl von Queen Victoria, wurde hier geboren. Königin Victoria verbrachte auch als englische Königin Zeit in der fränkischen Stadt, wobei sie besonders gern auf Schloss Rosenau nahe Coburg weilte. Das Schloss Ehrenburg war die Residenz der Herzöge von Sachsen-Coburg und auch hier hatte Königin Victoria ihre Finger im Spiel: weil sie keine Lust aufs Treppensteigen hatte, baute man auf ihr Begehr einen Aufzug dort ein.

Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha wurde ab 1917 in Windsor umbenannt, zu einer Zeit, als deutsche Kampfflugzeuge englische Städte bombardierten und man nix mehr mit den Deutschen zu tun haben wollte. Seitdem herrscht offiziell Funkstille zwischen Sachsen-Coburg und Gotha und dem englischen Königshaus, aber eben nur offiziell – denn Prinz Charles war schon in privater Mission auf Besuch in Coburg.

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Schloss Ehrenburg, Residenz der Herzöge von Sachsen-Coburg

Aber auch heute kommen Großbritannienfreunde in Coburg auf ihre Kosten: Im Pub The Hungry Highlander gibt’s zwar leider kein schottisches Pubfood, dafür aber Whisky und es spielen auch immer mal wieder schottische Bands dort.

Britische Lebensmittel und schöne Kleinigkeiten aus dem Vereinigten Königreich gibt es ein paar hundert Meter weiter in dem sehr tollen The British Corner. Und es wird noch toller: der Laden beinhaltet einen kleinen Tea Room, in dem die Inhaberin Birgit Eibl Cream Tea mit Scones serviert.

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Tea Room im The British Corner in Coburg

7. Morizkirche

Die älteste Kirche Coburgs ist ein Muss für jeden Coburg-Besucher. Von den ersten Steinen, einer romanischen Basilika die im 13. Jahrhundert erbaut wurde, sind sogar noch Reste erhalten geblieben. Die Kirche wurde nach dem Schutzheiligen von Coburg benannt, St. Mauritius. Dieser hat als “Coburger Mohr” auch seinen Weg auf das Wappen der Stadt gefunden. Auch diese Figur wirst du in Coburg ständig stoßen, sogar auf jedem Kanaldeckel ist der aus Ägypten stammende Patron zu finden.

Die Morizkirche ist hell und klar gehalten – statt Opulenz herrscht hier evangelisch-lutherische Einfachheit mit einigen künstlerischen Highlights, wie dem Epitaph, ein Alabaster-Grabmal aus dem 16. Jahrhundert. Mindestens ebenso imposant ist die Orgel mit 3.800 Pfeifen – und wenn man ganz viel Glück hat, kann man dem Organist beim Üben zuhören. Besonders schön ist das am 23. Dezember, weil da nochmal kräftig geübt wird für den anstehenden Heiligabend.

Unterkunft in Coburg

Hotel Tipp für Coburg: The Square Coburg Direkt am Marktplatz. Hier kannst du dir ein kleines Apartment mieten, mit einem unschlagbar guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Lage könnte besser nicht sein – mitten im Zentrum nur wenige Gehminuten von allen Sehenswürdigkeiten Coburgs entfernt. Einziges Manko: The Square ist nicht barrierefrei, denn es  gibt keinen Aufzug. Obwohl The Square im Herzen Coburgs liegt, war mein Zimmer sehr ruhig.

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Mittendrin und dennoch ruhig: das Apartment Hotel The Square in Coburg

Frag am besten nach dem Dornröschenzimmer in der 3. Etage: perfekt für 1-2 Personen, mit kleiner Küche und Bad. Der Clou: eine Tür führt auf einen hölzernen Balkon und das Fenster hinter dem Bett zeigt direkt auf den mit Weinreben bewachsenen Innenhof.

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Hier schläft es sich gut: das Dornröschen-Zimmer im Hotel The Square