Drei Beignets mit Puderzucker auf einem Teller neben einer Tasse schwarzem Kaffee

NOLA Food Guide: Das musst du in New Orleans essen

Zuletzt aktualisiert am 18. Oktober 2026

New Orleans hat viel zu bieten: Jazz, die Architektur des French Quarter, Mardi Gras. Dass die Stadt auch ein Reiseziel für Feinschmecker ist, hat mich trotzdem überrascht. Creole und Cajun, Gumbo und Jambalaya, Po’Boys, Austern und Beignets: Das sind die Gerichte, die du in NOLA probieren solltest.

Typische Küche in New Orleans

New Orleans liegt an der Mississippi-Mündung, 1718 von französischen Kolonisten gegründet, später spanisch, dann wieder französisch, seit 1803 amerikanisch. Diese Kette an Besitzwechseln erklärt, warum die Küche der Stadt nicht „typisch amerikanisch“ schmeckt: Creole-Küche verbindet französische Technik mit spanischen, karibischen und westafrikanischen Zutaten, Cajun-Küche stammt von den 1755 aus Kanada vertriebenen Akadiern und ist deutlich rustikaler. Beide Traditionen laufen in New Orleans zusammen, oft im selben Restaurant, manchmal im selben Teller. Typische Gerichte in New Orleans sind deshalb Gumbo, Jambalaya und Red Beans and Rice, aber auch Beignets, Po’Boys und Muffuletta. Dieser Food Guide zeigt, was dahinter steckt und wo man sie isst.

Rosa Fassade mit grün-rot gestreifter Markise des Restaurants Brennan's in der Royal Street im French Quarter
Brennan’s in der Royal Street im French Quarter

Wie viel Gewicht diese Küche hat, zeigen die Sendungen von Anthony Bourdain. Er widmete New Orleans mehrere Folgen, darunter in No Reservations und The Layover, und zu seinen Stationen gehörten Antoine’s und Domilise’s, die beide in diesem Guide vorkommen.

Food Tour durch das French Quarter

Die Tour startet am Jackson Square und führt in 2,5 Stunden zu Beignet, French Market und Gumbo, dazu gibt es Geschichten zur Stadt. Maximal 12 Gäste, Guide auf Englisch, bis 24 Stunden vorher kostenlos stornierbar.

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New Orleans Food Guide auf einen Blick

  • Beignets: frittiertes Hefegebäck mit Puderzucker, Café du Monde und Café Beignet
  • Gumbo: Eintopf auf Roux-Basis, Commander’s Palace
  • Po’Boy: Sandwich auf French Bread, Melba’s, Domilise’s und Parkway Bakery & Tavern
  • Jambalaya: Reisgericht, Mother’s Restaurant und Coop’s Place
  • Red Beans and Rice: Bohnengericht, klassisch montags, Mother’s Restaurant und Dooky Chase’s
  • Muffuletta: Sandwich mit Olivensalat, Central Grocery
  • Eggs Sardou: pochierte Eier auf Artischockenböden mit Rahmspinat, Antoine’s und Brennan’s
  • Oysters Rockefeller: Austern mit grüner Kräuterkruste, ohne Spinat, Antoine’s
  • Bananas Foster: flambierte Bananen mit Rum, Commander’s Palace
  • King Cake: Hefekuchen in Lila, Grün und Gold, Dong Phuong Bakery, Manny Randazzo King Cakes und Mardi Gras World
  • Pralines: Karamell-Scheiben mit Pekannüssen, Confiserien im French Quarter
  • Sazerac: Roggenwhiskey-Cocktail, Sazerac House

1. Beignets

Der Beignet ist New Orleans‘ bekannteste Exportware, ein quadratisches, frittiertes Hefegebäck, das unter einer Lawine aus Puderzucker verschwindet. Die Rezeptur kam mit französischen Kolonisten im 18. Jahrhundert in die Stadt. Dazu gehört traditionell ein Chicory Coffee, Kaffee gestreckt mit gerösteter Wegwarten-Wurzel, eine Praxis aus dem 19. Jahrhundert, als eine Handelsblockade im Bürgerkrieg den Kaffee knapp machte und Zichorie als Streckmittel diente. Der bittere, fast schokoladige Unterton ist geblieben, auch als Kaffee längst wieder verfügbar war.

Wo isst man Beignets am besten in New Orleans?

Jeder meiner Morgen in New Orleans begann mit Beignets, meistens im Stammhaus Café du Monde im French Quarter, gegründet 1862, von früh morgens bis spät abends geöffnet, an sieben Tagen die Woche. Der Service ist nicht zimperlich, man wird durchgewunken statt umsorgt, das gehört zum Ort dazu. Wichtig zu wissen: Bezahlt wird hier ausschließlich mit Bargeld. Ein Geldautomat steht zum Glück direkt am Café, falls man ohne Scheine aufkreuzt.

Ein paar Mal habe ich auch die Konkurrenz probiert, Café Beignet, nur ein paar Straßen weiter. An das Original kommt für mich aber nichts heran.

Eine echte Überraschung waren dagegen die Beignets im Ruby Slipper Cafe: mit Banana Mousse und Karamell, eine süße, moderne Variante, die mit der klassischen Puderzucker-Version nur noch die Grundform teilt.

Im Café du Monde hängt der Service davon ab, wen man erwischt: mal herzlich, mal ruppig.

Adresse:

Hand hält einen Teller mit zwei Beignets unter Puderzucker im Café du Monde
Beignets im Café du Monde

2. Gumbo

Gumbo ist der Inbegriff der New-Orleans-Küche, ein dickflüssiger Eintopf, der die Vielfalt der Stadt auf einem Teller zusammenfasst. Die Creole-Variante setzt auf Meeresfrüchte und Tomaten, die Cajun-Variante auf Hähnchen und Andouille-Wurst mit dunkler Roux als Basis.

Wo isst man Gumbo am besten in New Orleans?

Als erste Adresse gilt Commander’s Palace im Garden District. Das Restaurant ist seit 1893 eine Institution. Namen wie Emeril Lagasse, Paul Prudhomme und Jamie Shannon standen hier am Herd, bevor Meg Bickford die Küche übernahm. Auch Herbsaint und Galatoire’s werden in Reiseführern häufig für Gumbo genannt.

Eine Freundin aus New Orleans empfiehlt mir außerdem den Gumbo Shop im French Quarter. Das Restaurant sitzt in einem Stadthaus von 1796 und bewirtet Gäste seit 1948.

Wer noch tiefer in die Speisekarte will: Commander’s Palace ist auch für seine Turtle Soup bekannt, einen Eintopf mit 23 Zutaten, für den New Orleans insgesamt berühmt ist. Verwendet wird heute ausschließlich Fleisch von Farm-gezüchteten Alligator Snapping Turtles, nicht wildgefangene Tiere, eine Umstellung gegenüber früheren Jahrzehnten, als die Schildkröten noch lebend in die Küche kamen. Ebenfalls fest auf der Karte, und das meistbestellte Dessert im Haus überhaupt: der Bread Pudding Soufflé, mit warmer Whiskey-Sauce serviert. Entstanden ist er eher aus Zufall, aus übrig gebliebenem Eiweiß der hauseigenen Hollandaise-Sauce, das die Küche irgendwann unter den klassischen Creole-Bread-Pudding schlug und so die Konsistenz eines Soufflés bekam.

Adresse: Commander’s Palace, 1403 Washington Avenue, commanderspalace.com

Adresse: Gumbo Shop, 630 St. Peter Street, gumboshop.com

Gumbo mit einer Kugel Reis in einer weißen Schale
Gumbo im Lula Restaurant Distillery

3. Po’Boy

Der Po’Boy ist New Orleans‘ Antwort auf das Sandwich: French Bread, gefüllt mit allem von Roast Beef in Bratensoße bis zu frittierten Shrimps oder Austern. Der Name geht auf einen Streik der Straßenbahnfahrer 1929 zurück. Die Brüder Bennie und Clovis Martin, selbst ehemalige Straßenbahner, gaben streikenden Kollegen kostenlose Sandwiches aus und riefen dabei „here comes another poor boy“.

Wo isst man Po’Boys am besten in New Orleans?

Ich habe meinen ersten Po’Boy bei Melba’s gegessen. Er ist vielleicht nicht der beliebteste der Stadt, für mich war er als erste Po’Boy-Erfahrung aber ein voller Erfolg. Dazu kommt die Atmosphäre: Die Bestellungen gehen dort im Minutentakt über den Tresen.

Sehr beliebt in New Orleans sind außerdem Domilise’s in Uptown, seit über hundert Jahren im Geschäft und in der Travel-Channel-Sendung Food Wars für seinen Shrimp Po’Boy ausgezeichnet und von Anthony Bourdain gemeinsam mit dem Kolumnisten Chris Rose besucht, und Parkway Bakery & Tavern in Mid-City, seit 1911, bekannt für den Roast-Beef-Po’Boy mit „Debris“-Gravy, den Fleischresten, die beim Braten in die Soße fallen.

Adresse:

Aufgeschnittener Po'Boy auf Einwickelpapier
Po’Boy bei Melba’s

4. Jambalaya

Jambalaya ist ein Reisgericht mit Fleisch, Wurst oder Meeresfrüchten, das mit Zwiebeln, Paprika und Sellerie gekocht wird. Die Creole-Variante enthält Tomaten, die Cajun-Variante gilt als dunkler und kommt ohne Tomaten aus.

Wo isst man Jambalaya am besten in New Orleans?

Eine feste Adresse ist Mother’s Restaurant, wo Jerry’s Jambalaya in der Creole-Variante mit Huhn, geräucherter Wurst und Tomaten auf der Karte steht. Sehr beliebt ist außerdem Coop’s Place im French Quarter, bekannt für Rabbit & Sausage Jambalaya. Das Restaurant nimmt keine Reservierungen an, Zutritt gibt es nur ab 21 Jahren, mittwochs ist geschlossen.

Wer Gumbo, Red Beans und Jambalaya in einem Gang probieren will, findet bei Gumbo Shop, Coterie und Felix’s Taste-of-New-Orleans-Sampler. Auch diese Empfehlung habe ich von meiner Freundin aus New Orleans.

Adresse:

5. Red Beans and Rice

Red Beans and Rice ist das traditionelle Montagsessen von New Orleans: rote Bohnen, lange gekocht, serviert mit Reis und meist mit geräucherter Wurst oder Schinken. Vegetarier sollten wissen, dass die Bohnen üblicherweise mit Schweinefleisch zubereitet werden.

Wo isst man Red Beans and Rice am besten in New Orleans?

Im Mother’s Restaurant, seit 1938 in Betrieb, gibt es sie mit Schinken und geräucherter Wurst. Ich war dort zum Frühstück und hatte stattdessen das klassische Southern Breakfast mit Eiern, Biscuits und Cheese Grits. Meine Begleitung bestellte die Crawfish Étouffée, die es dort zum Frühstück auch im Biscuit gibt, und den dunkel glasierten Black Ham, für den das Restaurant ebenfalls bekannt ist. Eine zweite Adresse ist Dooky Chase’s in Tremé, ein Familienbetrieb seit 1941, in dem Creole-Küche und Bürgerrechtsgeschichte zusammenkommen. Die Bohnen stehen dort auf dem Mittagsbuffet. Montags ist das Restaurant laut Verzeichnissen geschlossen, Öffnungszeiten bitte vorab prüfen.

Adresse:

Frühstückstisch mit mehreren Tellern bei Mother's Restaurant, von oben fotografiert
Frühstück bei Mother’s Restaurant
J.D. mit schwarzer Mütze und weißer Schürze an der Essensausgabe von Mother's Restaurant
J.D. bei Mother’s Restaurant

6. Muffuletta

Die Muffuletta ist New Orleans‘ zweites großes Sandwich: ein rundes Brot, belegt mit Salami, Schinken und Provolone. Kern ist der Olivensalat aus Oliven, Giardiniera-Gemüse, Kapern, Knoblauch und Olivenöl.

Erfunden wurde sie 1906 von dem sizilianischen Einwanderer Salvatore Lupo, dessen Laden mitten in „Little Palermo“ lag, dem damaligen Viertel sizilianischer Lebensmittelhändler. Die Legende erzählt, dass Bauern mittags Brot, Aufschnitt, Oliven und Käse einzeln kauften und im Stehen aßen. Lupo packte alles auf ein einziges rundes Brot.

Wo isst man die Muffuletta am besten in New Orleans?

Als erste Adresse gilt bis heute Central Grocery im French Quarter, wo das Sandwich entstanden sein soll. Das Café du Monde liegt nur wenige Gehminuten entfernt, Beignet und Muffuletta passen also in denselben Nachmittag.

Adresse: Central Grocery, 923 Decatur Street, centralgrocery.com

7. Eggs Sardou

Eggs Sardou sind pochierte Eier auf Artischockenböden, dazu Rahmspinat und Sauce Hollandaise. Das Gericht gehört zur kreolischen Küche und wurde im Antoine’s erfunden. Benannt ist es nach dem französischen Dramatiker Victorien Sardou, der um die Jahrhundertwende in New Orleans zu Gast war.

Anders als bei den Oysters Rockefeller gehört der Spinat hier tatsächlich ins Rezept. Wer Eier zum Frühstück oder Brunch bestellt, bekommt in New Orleans damit eine Alternative zu Eggs Benedict.

Wo isst man Eggs Sardou am besten in New Orleans?

Am Ursprungsort, bei Antoine’s im French Quarter. Ich habe Eggs Sardou im Commander’s Palace gegessen. Sie waren sehr köstlich, ich will sie zu Hause selbst einmal nachkochen.

Sehr beliebt ist das Gericht außerdem bei Brennan’s in der Royal Street. Dort steht es zum Frühstück und Mittagessen auf der Karte, mit knusprigen Artischocken, Parmesan-Rahmspinat und Sauce Choron.

Adresse: Antoine’s, 713 St. Louis Street, antoines.com

Adresse: Brennan’s, 417 Royal Street, brennansneworleans.com

Eggs Sardou in einer gusseisernen Pfanne im Commander's Palace
Eggs Sardou im Commander’s Palace

8. Oysters Rockefeller

Oysters Rockefeller sind Austern auf halber Schale unter einer satten grünen Kruste. Erfunden wurden sie 1899, benannt nach John D. Rockefeller, weil die Sauce so reichhaltig war.

Ein hartnäckiges Gerücht hält sich bis heute: dass die grüne Sauce aus Spinat besteht. Stimmt nicht. Das Originalrezept von Jules Alciatore enthält keinen Spinat, sondern eine Mischung aus Petersilie, Frühlingszwiebeln, Sellerie und einem Schuss Pernod oder Herbsaint. Die genauen Mengenverhältnisse sind bis heute Betriebsgeheimnis, sie stehen nicht einmal im hauseigenen Kochbuch. Alciatore soll auf dem Sterbebett das Versprechen abgenommen haben, das Rezept niemals preiszugeben.

Wo isst man Oysters Rockefeller am besten in New Orleans?

Ich habe sie bei Antoine’s im French Quarter gegessen, wo sie erfunden wurden. Gegründet 1840, ist es das älteste durchgehend familiengeführte Restaurant der USA.

Für Austern aus dem Ofen nennt mir meine Freundin aus New Orleans außerdem Felix’s im French Quarter. Dort gibt es Chargrilled Oysters in Knoblauchbutter, Felix’s besteht seit den 1940er Jahren als Oyster Bar.

Antoine’s ist außerdem berühmt für die Baked Alaska, ein Dessert aus Kuchen, Eis und flambiertem Baiser, das dort seit dem 19. Jahrhundert brennend am Tisch serviert wird. Das Restaurant beansprucht die Erfindung für sich, historisch ganz unumstritten ist das nicht: Die besser belegte Gegenthese schreibt sie Charles Ranhofer vom New Yorker Delmonico’s zu.

Adresse: Antoine’s, 713 St. Louis Street, antoines.com

Adresse: Felix’s, 739 Iberville Street, felixs.com

Drei überbackene Oysters Rockefeller auf Halbschalen
Oysters Rockefeller bei Antoine’s

9. Bananas Foster

Bananas Foster ist ein Dessert aus Bananen, die in Butter, braunem Zucker und Zimt gebraten, mit dunklem Rum und Bananenlikör abgelöscht und direkt am Tisch flambiert werden. Erfunden wurde es 1951 im French Quarter, bei Brennan’s, der Keimzelle der Brennan-Restaurantfamilie, die heute auch Commander’s Palace führt. Owen Brennans jüngerer Bruder John betrieb damals eine Großhandelsfirma mit einem Überschuss an Bananen, New Orleans war durch seinen Hafen ein zentraler Umschlagplatz für den Bananenimport aus Südamerika. Owen bat seine Schwester Ella Brennan und Chefkoch Paul Blangé, daraus ein neues Dessert zu entwickeln.

Benannt wurde es nach Richard Foster, dem Vorsitzenden der New Orleans Crime Commission und einem Freund der Familie. Ella Brennan übernahm später, zusammen mit ihren Geschwistern, auch die Leitung von Commander’s Palace, der Bogen von der Erfindung zum heutigen Flambieren am Tisch ist also eine Familiengeschichte.

Wo isst man Bananas Foster am besten in New Orleans?

Ich habe Bananas Foster beim Jazz Brunch im Commander’s Palace gegessen, einer echten Gaudi. An jedem Tisch hängen Luftballons, auch an unserem, wer hierherkommt, hat meistens etwas zu feiern, „Happy Birthday“ hört man im Minutentakt. Eine Jazzband zieht von Tisch zu Tisch und spielt quasi ein kleines Privatkonzert, man darf sich sogar etwas wünschen. Die Bananas Foster wird direkt am Tisch zubereitet und flambiert. Irgendwann wird es richtig ausgelassen, wenn eine Polonaise durch den Raum zieht. Wer hingeht, sollte den Dresscode im Blick behalten, Sportsakko für Herren ist Pflicht.

Adresse: Commander’s Palace, 1403 Washington Avenue, commanderspalace.com

Bananas Foster werden in einer Pfanne am Tisch flambiert
Bananas Foster werden am Tisch flambiert

10. King Cake

Der King Cake geht auf eine frühchristliche Tradition aus Europa zurück, ins dritte bis vierte Jahrhundert. Seine heutige Rolle als festes Mardi-Gras-Ritual entwickelte sich aber erst Ende des 19. Jahrhunderts. Zwischen Anfang Januar und Aschermittwoch taucht er in praktisch jeder Bäckerei und jedem Supermarkt der Stadt auf: ein ringförmiger Hefekuchen, mit lila, grünem und goldenem Zucker bestreut, meist mit einer kleinen Plastikbaby-Figur im Teig versteckt. Wer das Stück mit dem Baby erwischt, ist traditionell für den nächsten King Cake zuständig.

Wo isst man King Cake am besten in New Orleans?

Zwei Bäckereien werden in New Orleans regelmäßig genannt. Manny Randazzo King Cakes in Metairie backt ausschließlich King Cakes und wurde bei Wettbewerben der Times-Picayune mehrfach ausgezeichnet. Dong Phuong Bakery in New Orleans East ist für einen weichen, brioche-artigen Teig bekannt. Die Kuchen sind früh ausverkauft, vorab bestellen lohnt sich.

King Cake gibt es nicht nur in der Saison: Bei Mardi Gras World ist bei jeder Führung ein Stück inklusive, das ganze Jahr über. Ich habe dort bei der Führung ein Stück serviert bekommen. Das Stück war sehr reichhaltig und erinnerte mich ein wenig an den Dreikönigskuchen meiner Oma. Die Werkstatt baut Festwagen ohne Pause, ein Besuch lohnt sich also auch im Hochsommer. Man steht mitten in der Vorbereitung der nächsten Saison und bekommt Mardi-Gras-Stimmung außerhalb der Karnevalszeit.

Adresse:

King-Cake-Skulptur in Lila, Grün und Gold als Kunstwerk in der JamNOLA-Galerie
Kunstwerk aus der JamNOLA-Galerie, kein echter King Cake

11. Pralines

Die Praline ist in New Orleans weniger ein Gericht als ein Souvenir: eine flache, karamellisierte Zucker-Sahne-Scheibe mit Pekannüssen, entwickelt aus einer französischen Nascherei, die in Louisiana mit lokalen Nüssen und mehr Sahne neu erfunden wurde. Man isst sie nicht am Tisch im Restaurant, sondern kauft sie in kleinen Confiserien im French Quarter, meist frisch und noch warm, und nimmt eine Schachtel mit nach Hause.

Wo kauft man Pralines in New Orleans?

Ich bin selbst großer Pekannuss-Fan. Pralines sind süß und ziemlich klebrig, aber sehr lecker, und es gibt sie in vielen Varianten. Bekommen kann man sie an vielen Orten.

Ich empfehle Leah’s Pralines in der St. Louis Street. Der Laden kocht seit mehr als 75 Jahren in kleinen Chargen in Kupferkesseln.

Eine zweite Adresse ist Aunt Sally’s in der Decatur Street, seit 1935 im French Quarter. Neben der klassischen Praline gibt es dort sieben cremige Sorten, darunter Sugar and Spice mit Tabasco und Café au Lait.

Adresse: Leah’s Pralines, 714 St. Louis Street, leahspralines.com

Adresse: Aunt Sally’s, 810 Decatur Street, auntsallys.com

new orleans pralines
New Orleans Pralines
Gestapelte Schachteln und Blechdosen mit der Aufschrift Famous New Orleans Pralines in einem Laden
Pralines als Mitbringsel in Schachteln und Blechdosen

12. Sazerac

Der Sazerac gilt als offizieller Cocktail von New Orleans und als einer der ältesten Cocktails der USA überhaupt, gemischt aus Roggenwhiskey, Peychaud’s Bitters und einem Spritzer Herbsaint-Likör.

Wo trinkt man einen Sazerac am besten in New Orleans?

Ich habe ihn bei einem Cocktail Tasting im Sazerac House probiert.

Wer die Wurzeln der New-Orleans-Trinkkultur noch weiter zurückverfolgen will, findet sie im Cane & Table im French Quarter, das sich der Tiki-Bewegung widmet: 1934 in Hollywood von Donn the Beachcomber begründet, tropische Drinks kombiniert mit pan-asiatisch inspirierter Küche. Cane & Table geht der Vorgeschichte dieser Bewegung nach, zurück zu den Zucker- und Rum-Handelsrouten der Karibik, aus denen sich auch New Orleans‘ eigene Trinkkultur speiste.

Adresse:

Sazerac im Glas mit Aufdruck auf einer Bar im Sazerac House
Sazerac im Sazerac House

Diese 7 Restaurants in New Orleans musst du kennen

Die Gerichte oben sind der Grund für die Reise, die Restaurants sind der Ort, an dem man sie am besten erlebt. Diese sieben Adressen stehen auf meiner Liste, jeweils mit dem, wofür sie bekannt sind, und mit Hinweisen für vegetarische und vegane Gäste. Speisekarten und Dresscodes ändern sich, bitte vor dem Besuch auf der Website des Restaurants prüfen.

Antoine’s

Antoine’s, 1840 gegründet, ist das älteste durchgehend familiengeführte Restaurant der USA. Anthony Bourdain aß hier in einer Folge von No Reservations mit dem Food-Kritiker Tom Fitzmorris. Der Service war locker, persönlich und auch lustig.

Bekannt für: Oysters Rockefeller, Eggs Sardou und Baked Alaska.

Vegetarisch und vegan: Eine eigene vegetarische Karte habe ich nicht gefunden. Gast-Berichten zufolge bereitet die Küche auf Nachfrage ein Gemüsegericht mit Tomatensauce und Reis zu, am besten vorab anrufen. Beim Dresscode gelten laut Verzeichnissen Smart Casual und für Herren ein Hemd mit Kragen, keine Sportkleidung, keine Flip-Flops, keine Caps.

Adresse: 713 St. Louis Street, antoines.com

Einer der vielen Speiseräume im Restaurant Antoine's mit Regalen und Fliesenboden
Einer der vielen Speiseräume bei Antoine’s
Baked Alaska mit der Aufschrift Antoine's auf einem Teller
Baked Alaska bei Antoine’s

Commander’s Palace

Commander’s Palace im Garden District ist seit 1893 eine Institution. Es gehört zur Brennan-Familie, die auch Bananas Foster erfand. Owen Brennan eröffnete 1946 das Restaurant, aus dem das Brennan’s in der Royal Street wurde. Nach seinem Tod 1955 führten seine Geschwister mit Ella Brennan die Geschäfte weiter und kauften 1969 den Commander’s Palace. Seit einer Familienteilung 1973 gehen beide Häuser getrennte Wege. Der Dresscode ist streng: Sommer-Business-Kleidung, für Herren ist ein Sportsakko Pflicht. Der Jazz Brunch war ein großer Spaß. Die Jazzband spielt Ständchen direkt am Tisch, überall hängen Luftballons, es wird gefeiert, und ab und zu zieht eine Polonaise durch den Raum. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, macht dann aber eben großen Spaß.

Bekannt für: Gumbo, Turtle Soup, Bread Pudding Soufflé, Bananas Foster und der Jazz Brunch.

Vegetarisch und vegan: Verzeichnisse führen das Restaurant als vegetarierfreundlich. Ein Gast bekam auf Anfrage ein Farro-Gericht mit frischem Gemüse. Vorab nachfragen lohnt sich, auch wegen Ei und Milchprodukten.

Adresse: 1403 Washington Avenue, commanderspalace.com

Lula Restaurant Distillery

Das Lula Restaurant Distillery liegt an der St. Charles Avenue im Lower Garden District, an der historischen Streetcar-Linie. Es ist nach Eigenangabe die erste Kombination aus Restaurant und Mikrodestillerie in New Orleans und im Südosten der USA. Die Gründer Jess und Bear mussten dafür 2015 ein eigenes Gesetz durchbringen (House Bill 233), erst dann durfte das Konzept in Louisiana existieren. Die Küche ist Südstaatenküche mit Louisiana-Einfluss, die Spirituosen kommen aus der Kupferbrennanlage im Haus. Meine Freundin aus New Orleans schätzt dort die kreolische Küche mit karibischen und asiatischen Einflüssen. Lula eignet sich gut für einen Brunch, nach dem man den Garden District erkunden kann, zum Beispiel mit der Magazine Street Foodie Tour* von New Orleans Secrets. Die dreistündige Tour führt mit bis zu neun Gästen über die Magazine Street, die Hauptachse des Garden District, und hält an fünf Restaurants.

Bekannt für: Cocktails und Spirituosen aus eigener Destillerie, Brunch am Wochenende, Südstaatenküche.

Vegetarisch und vegan: Auf der Karte stehen mehrere Salate, die sich ohne Fleisch bestellen lassen. Die Karte ändert sich, bitte vorab auf der Website prüfen.

Adresse: Lula Restaurant Distillery, 1532 St. Charles Avenue, lulanola.com

Court of Two Sisters

Das Court of Two Sisters in der Royal Street 613 ist eine Institution im French Quarter. Im Haus führten die Schwestern Emma und Bertha Camors einst einen Laden für Kurzwaren und Kleidung, später wurde daraus ein Restaurant, seit 1963 gehört es der Familie Fein. Bekannt ist der Innenhof, in dem der tägliche Jazz-Brunch stattfindet. Ich war auf dem St. Louis Cemetery No. 3 an der Esplanade Avenue, wo die beiden Schwestern begraben sind.

Bekannt für: das Jazz-Brunch-Buffet mit Livemusik im Innenhof, Omelett nach Wunsch, Gumbo und Shrimp Étouffée.

Vegetarisch und vegan: Eine ausgewiesene vegetarische oder vegane Auswahl habe ich nicht gefunden. Das Buffet wechselt, am besten vorab anrufen.

Adresse: Court of Two Sisters, 613 Royal Street, courtoftwosisters.com

Fassade des Restaurants Court of Two Sisters in der Royal Street in New Orleans
Court of Two Sisters in der Royal Street

Muriel’s Jackson Square

Muriel’s liegt direkt am Jackson Square im French Quarter und kombiniert zeitgenössische Creole-Küche mit einer der bekanntesten Geistergeschichten der Stadt. Dem ehemaligen Hausbesitzer Pierre Antoine Lepardi Jourdan wird noch heute jeden Abend ein eigener Tisch mit Brot und Wein gedeckt. Im Obergeschoss gibt es die Séance Lounge. Ich habe dort zu Abend gegessen. Wir saßen nicht im Séance-Zimmer. Wenn möglich, frag unbedingt nach einer kleinen Tour durch das Haus.

Bekannt für: Gumbo, BBQ Shrimp, Turtle Soup und Bread Pudding.

Vegetarisch und vegan: Verzeichnisse führen das Haus als vegetarier- und veganfreundlich. Gäste berichten von einem Blumenkohl-Gericht mit Dill-Sauce. Die Angaben sind älter, bitte vorab nachfragen.

Adresse: 801 Chartres Street, muriels.com

Gedeckter Tisch in einem dunkel gehaltenen Speisesaal im Muriel's Jackson Square
Speisesaal im Muriel’s
Balkon des Muriel's mit Blick auf den Jackson Square in der Abenddämmerung
Balkon des Muriel’s am Abend

Restaurant R’evolution

Restaurant R’evolution im Royal Sonesta Hotel im French Quarter zeigt, wie sich Cajun- und Creole-Klassiker neu interpretieren lassen. Viele Gerichte werden am Tisch fertig gemacht, und das Personal erklärt die Geschichte dahinter. Im Hauptspeisesaal gilt ein Dresscode: keine T-Shirts, Flip-Flops, Aktiv- oder Badekleidung und keine Caps, für Herren ein Hemd mit Kragen. In der Bar R’evolution reicht Smart Casual. Ich hätte dort gern mehr Zeit gehabt. Wir hatten danach einen Termin bei einer Jazz Session, sonst hätte ich dort lange sitzen bleiben können. Für mich gehört R’evolution zu den Restaurants in New Orleans, die ich unbedingt empfehle. Meine Gazpacho aus Minze und Tomate hat mich überzeugt.

Bekannt für: Death by Gumbo (eine gefüllte Wachtel mit Andouille und Austern, die Suppe wird am Tisch eingegossen), Krabben-Beignets und Creole Turtle Soup.

Vegetarisch und vegan: Die Karte ist stark auf Fleisch und Meeresfrüchte ausgerichtet. Verzeichnisse führen das Restaurant als vegetarierfreundlich, in einem Menü taucht Vegetable Curry Linguine auf. Vegetarier und Veganer sollten ihren Wunsch vorab anmelden.

Adresse: 777 Bienville Street (Royal Sonesta), revolutionnola.com

Kleine Vorspeise auf Glasteller mit dem Schriftzug Chef John Folse im Restaurant R'evolution
Teller mit Schriftzug von Chef John Folse im R’evolution
Angerichtetes Gericht auf grauem Teller im Restaurant R'evolution
Gericht im R’evolution

Ruby Slipper Cafe

Das Ruby Slipper Cafe, 2008 in New Orleans gegründet, ist eine feste Frühstücksadresse der Stadt mit mehreren Filialen. Zu den Stoßzeiten steht man oft an. Die Filiale an der Canal Street 1001 hat zusätzlich Geschichte. Sie ist Teil der Louisiana Civil Rights Trail und erinnert an den Sit-in der „CORE Four“ von 1960: Vier Studierende setzten sich an den Lunchcounter von McCrory’s, wurden verurteilt, der Supreme Court hob die Urteile auf. Der folgende Boykott der Canal Street führte zur Desegregation.

Bekannt für: Barbecue Shrimp and Grits, Eggs Coubion (dünn gebratener Catfish mit pochierten Eiern unter einer kreolischen Tomatensauce), Chicken St. Charles (gebratenes Hähnchen mit Eiern, Buttermilch-Biscuits und Gravy) und Beignets mit Banana Mousse. Mein Tipp, bei Gästen sehr beliebt, ist das Costa Rican Breakfast: zwei Eier nach Wahl, Chorizo, geschmorte schwarze Bohnen mit Reis, Tomatensalsa, gebratene Kochbananen und Avocado. Das ist kein New-Orleans-Klassiker und keine Variante von Red Beans and Rice, sondern ein costa-ricanisch inspirierter Teller.

Vegetarisch und vegan: Die Karte enthält ein Menü nach Ernährungsweise mit vegetarischen, veganen und glutenfreien Gerichten. Die Küche weist darauf hin, dass Kreuzkontakt möglich ist. Frühstücks-Tacos werden als vegetarisch gelistet.

Adresse: 1001 Canal Street, rubybrunch.com

Bar mit Hockern und Kreidetafel im Ruby Slipper Cafe
Ruby Slipper Cafe
Costa Rican Breakfast mit Eiern, roter Salsa, gebratenen Kochbananen und Avocado im Ruby Slipper Cafe
Costa Rican Breakfast im Ruby Slipper Cafe
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Häufige Fragen zum Essen in New Orleans

Was muss man in New Orleans gegessen haben?

Beignets, Gumbo, Po’Boy, Jambalaya und Red Beans and Rice. Wer mehr probieren will, ergänzt Muffuletta, Eggs Sardou und Bananas Foster.

Was ist der Unterschied zwischen Creole und Cajun?

Creole-Küche kommt aus der Stadt und ist französisch geprägt, Cajun-Küche stammt von den Akadiern und ist rustikaler.

Wo gibt es die besten Beignets in New Orleans?

Am häufigsten genannt wird das Café du Monde im French Quarter, von früh morgens bis spät abends geöffnet, nur Barzahlung.

Wo gibt es den besten Po’Boy?

Parkway Bakery & Tavern und Domilise’s gelten als Klassiker, Melba’s ist eine weitere Adresse.

Wo gibt es den besten Gumbo?

Im Commander’s Palace im Garden District, Reiseführer nennen außerdem Herbsaint und Galatoire’s.

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