Ein schöner und zugleich anstrengender Monat mit ein paar Herausforderungen, Veränderungen und Vorhaben. Entspannte Tage auf dem Darss, neue Bloggerbekanntschaften im Sauerland und die alte Liebe Uckermark – so war mein April

Gedanken, Geschichten & Google

Über ein halbes Jahr habe ich keinen Monatsrückblick geschrieben und ich war kurz davor, diese Rubrik ganz fallen zu lassen. Denn es ist nämlich so: in dieser Art von Blogposts geht es hauptsächlich um mich, meine Erlebnisse, Herausforderungen und Gedanken. Das interessiert natürlich weitaus weniger Menschen als zum Beispiel einen Artikel über die Top Sehenswürdigkeiten in Madrid. Und seitdem ich diesen Blog nicht mehr nur als bloßes Hobby betreibe, sondern er mittlerweile auch Einkommen generiert, muss ich mit meinem wertvollsten Gut, nämlich meiner Zeit, gut haushalten.

Ob ich also ein paar Stunden damit verbringe, auf meinen letzten Monat zurückzublicken oder aber einen Post zu schreiben, der von größerem Mehrwert für mein Zielpublikum ist, hat durchaus monetäre Auswirkungen. Denn des Bloggers Währung sind nunmal die Klickzahlen.

Die logische Schlussfolgerung also: Keine private Nabelschau mehr, dafür mehr Artikel im Stil von “Die 10 besten Tipps für xy”, “Top 5 Restaurants in Molwanien”…etc.

Guter Plan oder? Die Sache hat nur einen Haken. Ich habe keine Lust, nur für Klicks zu schreiben und bei allem, was ich tue, das richtige Keyword im Hinterkopf zu haben. Nur um mich dabei noch zu fragen, ob dieses Schlüsselwort überhaupt das richtige Suchvolumen hat.

Und genau deshalb gibt es ab sofort wieder meinen monatlichen Rückblick. Den hatte ich anfangs mal begonnen, weil er mir dabei half, mich an die vielen schönen, spannenden und manchmal auch schwierigen Momente die mir innerhalb der letzten 30 bis 31 Tage passiert sind, zu erinnern. Und genau darauf habe ich jetzt wieder Lust.

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Vitamin Sea am Weststrand/Darss

Bereiste Orte

Ich war zum allerersten Mal im Sauerland! Der Blogpost dazu fehlt noch, aber ich hatte ein sehr tolle Zeit mit sehr tollen Menschen beim allerersten Hiking-Barcamp in Willingen und am Diemelsee. Und wieder was Neues gelernt: Das Sauerland liegt zum Teil auch in Hessen, es gibt unfassbar schöne Trails dort und Outdoor-Blogger sind nochmal ein ganz anderes Völkchen als die typischen Reiseblogger. Mehr dazu demnächst!

Endlich wieder Uckermark! Ein sehr sonniges Wochenende war ich zum Saisonstart der Fischräucherei meines Bruders im Großen Garten in Gerswalde. Ich hab im VW-Bus geschlafen, bin mit dem Hühnern aufgestanden und habe einen wunderschönen Sonnenaufgang über den Feldern erlebt.

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Einer schöner als der andere: Sonnenaufgang in der Uckermark

Das letzte Wochenende ging es auf den Darß, die vielleicht schönste Halbinsel Deutschlands. Ein sehr entspanntes Wochenende mit einem ganz bestimmten Highlight (dazu gleich mehr) und einem kleinen Sanddorn-Rausch: Sanddorn-Eis, Sanddorn-Saft, Sanddorn-Schorle und zur Krönung eine Sanddorn-Sahnetorte.

Highlights

Mein 10-Kilometer-Lauf während des Darß-Marathon-Wochenendes. Klar, es war unglaublich anstrengend, denn ich bin zur Zeit einfach nicht im Training. Die ersten fünf Kilometer hätte ich sogar am liebsten aufgehört, aber dann habe ich eine nette Laufbegleitung gefunden. Als ich dann noch von der örtlichen freiwilligen Feuerwehr ein süßes Rosinenbrot gereicht bekam, verging der Rest des Laufs wie im Flug. Eine wunderschöne Laufstrecke und ein kleiner, sympathischer Lauf: kann man sich merken!

Highlight Nr. 2 fand ebenfalls in Laufschuhen statt: der Sunrise Run mit meinem Wanderbarcamp-Mitblogger Frank von “Der Entspannende”. Ich bin froh, dass er mich nicht mittendrin ausgesetzt hat (es ging ein wenig bergauf und wie bereits erwähnt habe ich derzeit einfach keine Puste). Die Anstrengung lohnt sich allemal: ein Blick von der Erhebung Kahle Pön auf das aufwachende Willingen.

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Sunrise Run im Hochsauerlandkreis

Highlight Nr. 3: die recht spontane Kirschblütentour mit Anja von GoOnTravel.de. Ich glaube, so viele Sakura-Hotspots habe ich noch nie an einem Tag abgeklappert. Zeit zum Kirschblütenduft einatmen und Quatsch mit Blütenblättern machen blieb dabei zum Glück trotzdem.

Und nochwas Schönes: Ich habe endlich mal TravelTina kennengelernt. Unsere gemeinsame Liebe zu britischen und irischen Orten, Menschen und Gepflogenheiten verbindet und schon seit langem auf Instagram, persönlich hat es jetzt geklappt. Ich wollte Christina, wie sie im echten Leben heißt, die britischen Seiten Berlins zeigen….das ist so ziemlich im Chaos geendet, aber das erzählt euch TravelTina am besten selbst.

Herausforderungen

Der April war so eine Art “Korridormonat”. Noch im alten Job, aber neue Ideen schon am Horizont. Daneben einige spannende, aber auch sehr zeitintensive Freelancer-Aufträge. Viele Meetups, Events, Termine und daneben war ich auch ganz schön produktiv…tja und was fällt da mal wieder hinten runter? Bei mir ist es immer zuerst die Ernährung (hello, Pizzeria Wagner!) und als nächstes der Sport.

Ich glaube, so wenig gelaufen wie im April bin ich schon lange nicht mehr. Wie wenig weiß ich zum Glück selbst nicht, denn runtastic hat sich entschieden, meine letzten Läufe entweder zu löschen oder gleich gar nicht mehr aufzuzeichnen. Die App werde ich also demnächst runterschmeissen, ich hab nur keine echte Alternative, denn Strava z.B. geht ja nicht im Flugmodus, was aber bei meinem schwachen Akku unabdingbar ist. Ideen? Ich nehme jetzt erstmal wieder meine alte Garmin, auch wenn sie pink ist und ich das eigentlich nicht mehr sehen kann.

Beliebtester Blogpost

Mit Abstand die meisten Klicks hatte mein Blogpost über den Jakobsweg in Bayern. Das freut mich umso mehr, da dies kein klassischer “Top 5” Blogpost ist und ich diesen tatsächlich frei nach Schnauze (und mit der Expertise meiner Interviewpartnerin Mona) geschrieben habe.

Beliebtestes Instagram Foto

Wenn man mit Bloggern, die im Gegensatz zu mir was vom Fotografieren verstehen, unterwegs ist, dann sollte man die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen. So hab ich das beim Wandern im Sauerland getan, als ich neben Biggi von den phototravellers ging und wir auf einen schönen Baum zuliefen. Das Foto von mir beim Treehugging kam bei euch richtig gut an, obwohl es nur ein schneller Schnappschuss mit dem Handy war.

Gehört

Rauf und runter höre ich gerade Jorja Smith. Sie wird mit FKA Twigs oder Alicia Keys verglichen, mich erinnert sie eher an eine frühe Lauryn Hill. Wenn ich in letzter Zeit neue Musik entdecke, dann wurde ich übrigens fast immer von der Playlist im Friedrichshainer Café Happy Baristas inspiriert.

Gelesen – online

Bordgeschichten: Aus dem Alltag einer Flugbegleiterin von The Happy Jetlagger. Eine kleine, unscheinbare Begebenheit – so voller Wärme und guter Erkenntnisse. Mehr davon, bitte!

Wie Influencer Storytelling missbrauchen, um ihren Scheiss zu verkaufen von Bianca Jankovska. Bianca Jankovska schreibt als “Die Groschenphilosophin” viele kluge Geschichten auf ihrem Blog. Die meisten davon (wie auch diese) gibt’s nur hinter einer Paywall zu lesen – eine Herangehensweise, die ich sehr spannend finde. Insofern müsstest du also ein Steady-Abo abschließen, um die Story hinter dem Link zu lesen, dafür gibt’s aber auch noch einen Podcast obendrauf.

Ich finde gerade alles, was mit Hirnforschung, unseren Gefühlen und unserer Wahrnehmung zu tun hat, extrem spannend. Da kam diese Leseempfehlung (danke, Tanja!) gerade richtig: Fuck your feelings von Mark Manson.

Gelesen – offline

Seit langem lese ich endlich mal wieder Bücher. Und ich habe mir eine Regel auferlegt: gelesen wird nur das, was a) bei mir zuhause ungelesen rumliegt (das ist eine Menge!), was ich b) in der Bibliothek ausgeliehen habe oder was c) im Kindle Unlimited Paket enthalten ist. Ich bin immer dafür, Buchhandlungen zu unterstützen, aber in letzter Zeit hat das bei mir etwas überhand genommen. Jetzt wird erstmal “weggelesen”. Im April waren das:

  1. “Mindfuck” von Petra Bock. Ein Buch über Selbstsabotage und wie man darüber hinwegkommt. Sehr interessant und voller einiger Aha-Momente, gerade auch auf meine unstetige und komplizierte Beziehung mit dem Laufen bezogen.
  2. “How to be Parisian wherever you are” von Caroline de Maigret, Anne Berest, Audrey Diwan, Sophie Mas. Ein komplett überflüssiges Buch und genau deshalb macht es so viel Spaß. Nicht immer ganz ernst gemeinte Tipps, wie es die Pariserinnen (vermeintlich) mit der Liebe und dem Leben halten. Einen guten Effekt hatte das Buch auf jeden Fall schon auf mich: es hat mich von der kurzzeitigen Verwirrung weggebracht, meine Haare eventuell wieder zu blondieren wollen. Fürschterlisch – eine Pariserin, die was auf sich hält, verstärkt allerhöchstens ihren Naturton ein wenig.

Vorschau Mai 2019

Der Mai fängt erstmal mit drei Wochen Urlaub an, juhu! Davon geht’s leider nicht wie geplant nach Wales, dafür eineinhalb Wochen nach Sheffield und in den Peak District – und danach freue ich mich auf ein Wiedersehen mit dem Sauerland. Sportliche Pläne habe ich auch: es wird einer neuer Versuch in Sachen Krafttraining gestartet und endlich will ich auch mal wieder zum parkrun.

Titelfoto: Anja Müller/GoOnTravel.de