Um an gerade mal zwei Tagen die Strecke von Berlin nach Hannover zu laufen muss man entweder total verrückt sein oder aber einen richtig guten Grund dafür haben. Bei Jens Wackerhagen trifft wahrscheinlich beides zu. 

Jens Wackerhagen: OP-Fachkraft und Ultraläufer

Dass der gute Mann einen Knall hat – und das meine ich wirklich im positivsten aller möglichen Sinne – war mir schon leztes Jahr klar. Da hatte ich nämlich mitbekommen, dass er nicht einmal, sondern gleich zweimal an einem der härtesten Rennen der Welt teilgenommen hat: dem Montane Spine Race, dass auf dem gesamten Pennine Way durch England führt.

Weil ihm das erste Mal im Januar mit Eiseskälte und Blizzards nicht gereicht hat, legte er in einem der heißesten Sommer, die England je erlebt hatte, nach. 

Wer bei so etwas durchhält, der kann auch von Berlin nach Hannover laufen.

Laufen für den Pflegeberuf – und Kinder in Not 

Doch sein aktuelles Projekt macht Jens Wackerhagen nicht aus Abenteuerlust oder Selbstverwirklichung: die wahre Motivation hinter der Idee, vom 14. bis zum 16. März Berlin nach Hannover zu laufen, hat mit seinem Beruf als OP-Fachkraft zu tun.

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Wenn er gerade mal nicht läuft, ist Jens Wackerhagen Fachkraft für OP und Endoskopie

Der Ultraläufer nimmt den Deutschen Pflegetag, der vom 14. bis 16. März in Berlin stattfindet, als Aufhänger für seine Zwei-Tages-Tour. Ein Selbstversuch sozusagen, um Aufmerksamkeit für den nicht einfachen Pflegeberuf zu erlangen und Spenden für Kinder zu sammeln, deren Eltern sich eine notwendige Operation nicht leisten können.

3 Fragen an Jens Wackerhagen

Jens, wie kamst du auf die Idee, von Berlin nach Hannover zu laufen?

Seit einem Jahr bin ich Botschafter der Schlütersche Verlagsgesellschaft, die sind Veranstalter des Deutschen Pflegetages.  Die Grundidee kam vom Verlag und ich habe zugestimmt. Ich laufe, damit es für uns in der Pflege besser läuft.

Was wird die größte Herausforderung auf den 302 Kilometern?

Die Strecke ist sehr monoton und asphaltlastig. Das ist ja nun gar nicht meins. Ich trainiere und laufe lieber in der Natur, z.b. im Harz.  Eine weitere Herausforderung ist natürlich, das ich erst vor kurzem 430 Kilometer von England nach Schottland gelaufen bin! Das Ganze war nonstop, davon habe ich mich noch nicht richtig erholt.  

Was erhoffst du dir von der Aktion und wie können andere Menschen ein Teil davon sein?

Zum einen erhoffe ich mir natürlich viel mediale Aufmerksamkeit für dieses Projekt. Es wäre toll wenn viele Spenden für mein Charity Projekt zusammen kommen, damit noch mehr Kindern geholfen werden kann.  Aber diesmal laufe ich ja auch für die Pflege, denn es ist ein toller Beruf.

Ich würde mich sehr freuen wenn ich viele Kollegen motivieren kann, einen Teil der Strecke mit zulaufen. Denn symbolisch gesehen möchte ich Bewegung in das Thema bringen. Die Politik muss endlich aufwachen, dass etwas passiert. Bessere Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen, ein “frei” im Dienstplan muss auch ein tatsächliches “frei” bleiben!

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Rodger 8 Jahre alt aus Uganda, wartet derzeit auf seine Operation Foto: Christian Wyrwa

Jens anfeuern oder begleiten

Am 14. März startet Jens in Berlin und läuft los: über Potsdam, Brandenburg, Helmstedt, Braunschweig, Peine und Lehrte bis schließlich nach Hannover. Am Henriettenstift, wo er sonst jeden Tag im Operationssaal steht, will er nach Plan am Samstag Abend (16. März) eintreffen. Vielleicht wird ihm ja auch Hannovers sehr aktive Läufercommunity einen großen Empfang bereiten?

Lies hier meinen Guide zum Laufen in Hannover.

Jens freut sich über Unterstützung am Wegesrand, von Menschen aus dem Pflegeberuf oder allen, die sich für seine Aktion interessieren und ihn etwas anfeuern wollen. Und falls du Lust hast, ihn ein paar Kilometer zu begleiten – nix wie hin! Los geht’s direkt nach der Eröffnungsrede des Deutschen Pflegetags in der Station Berlin, gegen 11:30/12 Uhr am 14. März.

Genauere Infos über die Strecke und das Laufabenteuer findest du auf der Facebookseite von Jens Wackerhagen. Hier kannst du für das Charityprojekt #jensrennt spenden.