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Eine echte Herzensangelegenheit ist mir dieser Artikel. Es geht hier um den Tod, insbesondere den plötzlichen Herztod. Es geht aber auch um das Leben und genau deshalb bitte ich dich, hier weiter zu lesen.

Kein Thema für einen Laufreiseblog?

Ich schreibe hier viel übers Laufen, Reisen und Essen, aber weniger über die Begleiterscheinungen des Laufens selbst. Das hat damit zu tun, dass Tracks and the City kein Laufblog ist – sondern eben ein Laufreiseblog. Über das richtige Equipment beim Laufen, den neuesten Laufschuh, das Vermeiden von Laufverletzungen und die perfekte Lauftechnik schreiben andere und das ist auch gut so. Ich berichte lieber über die schönsten Laufstrecken weltweit und wo du als Reisende(r) in Laufschuhen ein passendes Hotel und das beste Essen findest. Manchmal bewege ich mich aber aus meiner selbst erwählten Nische heraus. Und zwar genau dann, wenn es um Themen geht, die so wichtig sind, dass ich darüber einfach berichten muss.

Es geht um unser Herz

Worum geht’s und warum so bedeutsam? Es geht um nicht weniger als um Leben und Tod – und da muss ich einfach große Worte wählen. Auf zwei Blogs bin ich unlängst über das Thema des plötzlichen Herztods gestolpert. Wobei „stolpern“ in diesem Zusammenhang fast zynisch klingt: war da nicht was mit „Herzstolpern“? Du siehst schon, ich habe von der Angelegenheit viel zu wenig Ahnung, und vielleicht geht es dir ja ähnlich.

Blogparade #bloggerrettenleben

Ein wahrer Glücksfall, dass ich von der Aktion #bloggerrettenleben erfahren habe. Bei der Reiseeule bin ich am Weltreanimationstag, der am 2. November stattfand, zum ersten Mal auf die Blogparade aufmerksam geworden und war sehr berührt von ihrem zutiefst persönlichen Artikel. Die Bloggeraktion wurde von Victoria von Kuchenerbse gemeinsam mit CISALI ins Leben gerufen und ich bin sehr dankbar, daran teilnehmen zu dürfen.

Doch zunächst ein paar Fakten.

Was ist der plötzliche Herztod, was sind die Ursachen und wer ist davon betroffen?

Vielleicht bist du mit deinem Freundes- oder Bekanntenkreis selbst betroffen, vielleicht bist du auch nur darauf aufmerksam geworden, wenn mal wieder eine Person des öffentlichen Lebens viel zu früh von uns gegangen ist: der plötzliche Herztod reißt Menschen sekundenschnell und unerwartet aus dem Leben. Genaue Zahlen gibt es für Deutschland dabei nicht, die Zahlen, die ich darüber gefunden habe, gehen recht weit auseinander: von 65.000 bis über 200.000 Menschen. Weltweit sind es laut CISALI sogar über 1,8 Millionen! Über die Ursachen lasse ich jemanden sprechen, der davon mehr versteht als ich, nämlich die Apotheken Umschau:

Die mit Abstand häufigste Ursache ist eine koronare Herzkrankheit, bei der eine Verkalkung der Herzkranzgefäße vorliegt. Sie betrifft überwiegend Menschen im mittleren und höheren Lebensalter. Daneben kommen weitere angeborene und erworbene Herzerkrankungen als Auslöser in Betracht. Dazu gehören bestimmte Herzrhythmusstörungen wie das lange QT-Syndrom und das Brugada-Syndrom. Auch eine Herzschwäche, ein überstandener Herzinfarkt und bestimmte Herzklappenfehler können das Risiko für einen plötzlichen Herztod erhöhen.

(Quelle: Apotheken Umschau, Artikel vom 1.3.2016, aufgerufen am 14.11.2016)

Läufer und der plötzliche Herztod

Immer mal wieder, am Rande eines Marathons gibt es traurige Nachrichten zu vermelden: ein Läufer klappt mitten im Lauf zusammen und verstirbt noch an der Unfallstelle oder im Krankenhaus. Hier sind wir besonders geschockt: wie kann es sein, dass so ein junger Mensch, der auch noch sportlich und nach außen hin gesund und fit ist, so unerwartet stirbt? Warum ereilt der plötzliche Herztod ausgerechnet einen trainierten Läufer?

Genau das ist das Tückische an dieser Todesursache: das Herzleiden, das dem Herztod vorangeht, bleibt meist unentdeckt. Der Tod des 2018-London-Marathon-Teilnehmers Matt Campbell hat die Läufergemeinde sehr erschüttert, daraus entwickelt hat sich das wunderbare Projekt Finish for Matt, von dem ich auch ein Teil sein durfte.

plötzlicher Herztod Marathon

Damit das Herz beim Laufen keinen Exit macht: Wissen rettet Leben.

Wissen rettet Leben

Sollten wir uns also jetzt alle Sorgen machen, dass es jeden Moment zu Ende sein könnten? Sollten wir zu große Anstrengungen meiden, ist Marathon lebensgefährlich und sollten wir am besten jedes Risiko eindämmen? Dass diese Frage rein rhetorisch ist hast du sicherlich schon beim Lesen gemerkt. Gerade in solchen Momenten, wenn wir wieder einmal erfahren, wie schnell das Leben vorbei sein kann und wie endlich wir alle sind, sollten wir Risiken nicht scheuen, Abenteuer wagen, das Leben auskosten, so gut es nur geht.

Das bedeutet jedoch nicht, so zu leben, als gäbe es kein Morgen. Gerade als Läufer wissen wir um die Schönheit der Natur, deshalb sollten wir möglichst viel dafür tun, sie zu schützen. Genauso verhält es sich mit unseren Mitmenschen und letztendlich mit uns selbst. Verantwortung ist das Stichwort. Was würdest du tun, wenn plötzlich jemand neben dir zusammenbricht? Würdest du wissen, was zu tun ist? Würdest du beherzt Hand anlegen und versuchen, zu reanimieren? Würdest du überhaupt wissen, was zu tun ist? Weisst du, wie eine Herzdruckmassage geht und weisst du, wo es in deiner Umgebung Defibrillatoren gibt?

Zu meiner Schande muss ich alle Fragen mit „nein“ beantworten. Die Herzmassage habe ich zuletzt im Führerscheinkurs gelernt und das war vor sage und schreibe 23 Jahren. Einen „Defi“ habe ich nur zufällig mal gesehen, beim Wandern, in einer ausgedienten Telefonzelle in England. Was damit zu tun ist, wusste ich bis dato nicht, dabei ist es viel einfacher, als du und ich uns das wohl vorstellen.

Herzdruckmassage ist ganz einfach!

Wenn du in eine Situation kommst, in der jemand plötzlich zusammenbricht und nicht mehr reagiert, stattdessen nur noch röchelt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese Person gerade einen Herzstillstand erleidet. Mit einer Sofortmaßnahme in Form einer Herzdruckmassage kannst du diesem Menschen das Leben retten! Wie so eine Massage geht und was dabei zu beachten ist, erklären zum Beispiel die Malteser sehr unkompliziert und nachvollziehbar.

Übrigens: falls du Angst haben solltest, der Person dabei die Rippen zu brechen: Scheiss drauf! Gebrochene Rippen können heilen. Und entgegen urbaner Legenden zu diesem Thema kannst du für das Rippenbrechen im Nachhinein nicht rechtlich belangt werden. Falls du hingegen nicht eingreifst, schon. Denn zur Ersten Hilfe sind wir verpflichtet.

Weißt du, wo er nächste Defibrillator steht?

Mit einem Defibrillator, auch Schockgerät genannt, kann das gefährliche Kammerflimmern mit Hilfe von Elektroschocks durchbrochen werden. Defibrillatoren retten also Leben. Umso wichtiger, dass wir wissen, wie diese anzuwenden sind – und vor allem, wo wir sie finden. Für Berlin habe ich eine sehr gute Übersicht auf „Berlin schockt!“ des Arbeiter-Samariter-Bunds gesehen. Hier siehst du alle „Defis“ in Berlin und ebenso ist gekennzeichnet, ob sie öffentlich zugänglich sind oder sich in geschlossenen Räumen befinden.

Über Berlin hinaus und sogar weltweit nach Defibrillatoren suchen kannst du mit der CISALI App (Cititzens save lives), die zusammen mit der Bloggerin Victoria von „Kuchenerbse“ Initiatoren dieser Blogparade sind. Das Tolle daran: diese App ist interaktiv, du kannst also selbst Standorte eintragen, an denen sich Defibrillatoren befinden – weltweit.

Aktiv werden

Nachdem du dir die CISALI App runtergeladen hast und dich schlau gemacht hast, wo der nächste Defibrillator in deiner Nähe steht, kannst du noch einiges anderes zum Thema Herzsicherheit tun. So kannst du zum Beispiel deine Kenntnisse in der Ersten Hilfe auffrischen, hier bieten das Rote Kreuz und andere Organisationen regelmäßig Termine an.

Du kannst dich aber auch aktiv dafür einsetzen, dass auf deinem Arbeitsplatz, an deiner Uni, in der Kita oder Schule deiner Kinder Defibrillatoren installiert werden. Denn, den plötzlichen Herzstillstand kann jeden ereilen und schnelle Hilfe rettet hier Leben.

Wenn du einen Blog hast, kannst du aktiv dazu beitragen, das Thema Herzsicherheit und Defibrillatoren weiter bekannt zu machen. Alle Informationen zur Blogparade findest du hier.

Danke für deine Aufmerksamkeit, wenn du bis hierhin gelesen hast. Ich schaue mir heute mal den nächst gelegenen Defibrillatorstandort an, du auch?