Schwimmen, Radfahren, Krafttraining oder Yoga sind alles prima Ausgleichssportarten zum Laufen. Aber manchmal eben auch ein bisschen eintönig. Falls Du Dich jetzt fragst, warum man überhaupt Ausgleichssport betreiben sollte: Abwechslung ist das Stichwort. Auch wenn Du am liebsten tagtäglich nur in Deine Laufschuhe schnüren willst, ist es ratsam, auch andere Muskelgruppen zu trainieren. Das beugt Verletzungen vor, sorgt für mehr Stabilität im Körper und macht natürlich auch insgesamt fitter. Falls Du Dich nicht für die typischen Ausgleichssportarten begeistern kannst, probier’s doch mal mit den folgenden drei Vorschlägen. Lebe lieber ungewöhnlich – das gilt auch für den (Lauf-)Sport!

1. Eislaufen

© Christine Ortlepp

© Christine Ortlepp

Eislaufen ist der perfekte Ausgleichssport für Läufer, denn damit trainierst Du Deinen Gleichgewichtssinn ohne dabei die Gelenke zu sehr zu beanspruchen. Außerdem benutzt Du dabei bestimmte Muskelgruppen, die sonst oft vernachlässigt werden. Diese kleinen Muskeln im Bereich der Knie, Hüften und am Knöchel sorgen für die beim Laufen dringend benötigte Stabilität. Ebenso definiert man im Eislaufsport seine Körpermitte und, natürlich, die Beine. Christine, die im September ihren ersten Marathon gelaufen ist, ist seit Jahren passionierte Eisläuferin und ist sich sicher, dass beide Sportarten voneinander profitieren. Wie bei jedem Sport besteht auch beim Eislaufen eine gewisse Verletzungsgefahr, deshalb sollte man sich an bereits erfahrene Sportler wenden bevor man loslegt, beziehungsweise einen Anfängerkurs buchen.

2. Roller Derby

© Michael Wittig/Berlin Bombshells

© Michael Wittig/Berlin Bombshells

Roller Derby ist ein Vollkontaktsport auf Rollschuhen, der nicht nur wahnsinnig spannend anzusehen ist, sondern extrem viele sportliche Vorteile bietet. Ich selbst war mal aktiv im Roller Derby Sport und ich war nie so fit wie seit jenen Tagen. Roller Derby ist ein Mannschaftssport, deshalb trainiert er zunächst die Koordination und schnelle Reflexe, nicht unwichtig für Läufer, wenn man zum Beispiel auf unbekanntem Terrain unterwegs ist. Ein Roller Derby Athlet hat viel Puste, denn die Geschwindigkeit des Sports erfordert einiges an Ausdauer. Weil man bei diesem Sport nicht nur stur geradeaus fährt, sondern oft von einer Seite zur anderen um dabei Gegner zu überholen oder sie eben daran zu hindern werden bestimmte Muskelgruppen, wie Gluteus, Quadrizeps und Adduktoren trainiert. Und weil die typische Roller Derby Position, der „Derby Stand“ nicht aufrecht sondern leicht gebeugt ist, tust Du auch noch gleichzeitig etwas für Deine Bauchmuskeln. Übrigens: Zwar geht es beim Derby mitunter rough zu und man fliegt nicht selten hin, dennoch sind Verletzungen nicht an der Tagesordnung. Eines der ersten Dinge, die ich beim Roller Derby gelernt habe, ist im Falle des Falles (hihi) schnell zu reagieren und „richtig“ zu fallen, also so, dass man möglichst weich und Muskel- bzw. knochenschonend fällt. Ein Bonus, der mir beim Laufen immer noch hilft.

3. Pole Dance

© Bee Fattal

© Bee Fattal

Die einen finden es anrüchig, die anderen sexy, die wenigsten scheinen aber zu ahnen, wie anstrengend und sportlich der Tanz an der Stange ist. Bee war jahrelang aktiv im Roller Derby bei den Berlin Bombshells, praktiziert Ashtanga Yoga und hat vor kurzem das Pole Dancing für sich entdeckt: „Pole Dance kombiniert perfekt die Körpermitte und Deine Beweglichkeit. Das Training ist erstaunlich hart und ich konnte damit Probleme meines unteren Rückens wegtrainieren, die ich manchmal vom Laufen bekomme. Das wichtigste beim Pole Dance ist aber natürlich, dass es total Spaß macht!“ Ähnlich wie beim Roller Derby und Eislaufen wird auch hier das „kinästhetische Bewusstsein“ ausgebildet, was bedeutet, dass Dein Gehirn sich besser bewusst macht, wo sich Dein Körper befindet und worauf Du achten musst, um nicht in andere Gegenstände (oder Personen) reinzukrachen. Dass dies ein super Vorteil für Läufer ist weiß jeder, der schonmal in seinen Vordermann bzw. seine Vorderfrau gelaufen ist!

Wenn Du momentan also keine Lust auf Bahnen schwimmen, Radfahren oder den herabschauenden Hund hast, dann solltest Du dennoch nicht auf Ausgleichssport verzichten. Probier’s doch einfach mal mit diesen Vorschlägen, vielleicht ist ja was für Dich dabei. Vielleicht kennst Du ja eine andere Sportart, die hilfreich für das Laufen ist? Ich freue mich über Tipps in den Kommentaren!

Hier kannst Du die 3 ungewöhnlichen Ausgleichssportarten in Berlin ausüben:

Eislaufen:
SCC Berlin Eiskunstlauf, hier Probetraining vereinbaren.
Die ungewöhnliche Eislaufschule, hier Eislaufkurse buchen.

Roller Derby:
Bear City Roller Derby Berlin, hier mitmachen.
Berlin Rollergirls, auf Facebook nach Probetraining fragen.

Pole Dancing:
Pole Flow Berlin, Kurs buchen hier.