Laufpause? Mit diesen Strategien machst Du das beste draus!

Laufpause.
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Laufpause verordnet bekommen? Nur Mut, die meisten Deiner Ängste sind unbegründet!

 

Das Laufen und ich, das ist eine Liebesgeschichte mit einigen Aufs und Abs. Wie froh war ich, dass ich nach meiner Knochenhautentzündung nach dem Halbmarathon in Nizza endlich wieder fit war. Nach einem kleinen zwischenzeitlichen Motivationstief war der Funke seit dem asics Grand 10 endlich wieder übergesprungen. Laufen macht mich glücklich und es sorgt dafür, dass mein manchmal nicht ganz so stabiles Ich im Gleichgewicht bleibt. Wie viele von Euch war ich über den milden Herbstanfang froh und hatte Lust, durch Laub und gegen den Wind zu laufen. Doch wie das immer so ist und wie John Lennon schon richtig erkannte: Life is what happens while you’re busy making other plans. Anfang November wurde bei mir nach tagelangen Kopfschmerzen und Fieberschüben eine Lungenentzündung diagnostiziert. Von der Krankheit her nicht allzu dramatisch – klar, mir ging’s gelinde gesagt beschissen, aber ich hatte Glück und die Antibiotika schlugen nach einigen Tagen an. Das Krankenhaus blieb mir dadurch erspart. Was mich aber dennoch fast an den Rand der Verzweiflung brachte, war die Anweisung der Ärztin, „mindestens sechs Wochen“ auf jeglichen Sport zu verzichten. Laune? Im Keller! Dass ich daraufhin meinen Mädels-Trip nach Italien inklusive des Ravenna-Halbmarathons absagen musste war auch nicht unbedingt erheiternd. Wenn Du genauso gerne läufst wie ich kannst Du es bestimmt nachvollziehen: ein Laufverbot kann einen ganz schön runterziehen. Ich teile hier meine Gedanken mit Dir und die negativen Gefühle, die mich mir in dieser sportlosen Zeit begleiten. Damit diese Gefühle mich – und Dich – aber nicht beherrschen, zeige ich Dir ein paar gute Ideen und Strategien, wie Du aus diesem Loch wieder rauskommst. Jeder Sportler hat mal mit Verletzungen, Krankheiten und daraus resultierenden Sportpausen zu kämpfen. Machen wir das beste draus!

Laufpause – Angst #1: Angst etwas zu verpassen

Die englische Abkürzung #FOMO („Fear of missing out“) drückt es ganz gut aus: Welche tollen Dinge verpasse ich in der Zeit, in der ich nicht laufen kann? Bei mir war es ganz greifbar: ein Citytrip nach Bologna mit meinen Freundinnen, den Halbmarathon in Ravenna, Morgenläufe durch den bunten Berliner Herbst, den Airfield Run auf dem Flughafen Tempelhof…und so weiter, und so fort.
Lösung: #JOMO statt #FOMO! Wofür das „J“ in „JOMO“ steht? Ganz einfach: für „Joy!“ Meine gute Freundin Julie hat unlängst eine Video-Art-Ausstellung kuratiert, wo es genau darum geht. Anstatt ständig Angst zu haben, etwas zu verpassen, soll man eben genau das genießen. Zugegeben, in der ersten Krankheitswoche, wo es mir noch richtig mies ging, fiel mir das ganz schön schwer. Nach einer Weile war ich aber einfach nur froh und dankbar, dass es mir besser ging. So gönnte ich mir den Luxus, den ganzen Tag auf dem Sofa zu liegen und Staffel 1-5 von Gilmore Girls zu schauen (Spoiler: Lorelai und Luke sind aktuell getrennt).

Laufpause – Angst #2: Angst, nicht mehr dazuzugehören

Die Gedanken kreisen wie wild immer um das eine Thema: „Ich laufe nicht mehr, also bin ich kein Läufer. Ich kann nicht mit anderen Läufern über meinen letzten Lauf sprechen, meine Pace oder Erfolge und kann mich auch nicht mehr zu Läufen verabreden. Die anderen laufen ohne mich weiter und planen ohne mich Wettkämpfe.“
Lösung: Die Negativ-Spirale im Gehirn stoppen! War Lisa Hahner etwa keine Läuferin mehr, nur weil sie lange Zeit wegen eines Ermüdungsbruchs pausieren musste? Eben! Natürlich laufen die anderen weiter, aber das heißt nicht, dass sie sich darauf freuen, wenn Du wieder dabei bist. Es hilft, sich nicht abzukapseln und trotzdem mit den anderen über ihre Läufe zu sprechen. Ich gebe zu, das ist mir in den letzten Wochen extrem schwergefallen. Der Neid ist manchmal mindestens genauso stark wie die Freude über die Erfolge der Nächsten und Liebsten. Ich übe noch! Was dabei hilft: aktives Anfeuern & Unterstützen. Den 12. Mann gibt es auch im Laufsport, er heißt hier nur nicht so.

Laufpause – Angst #3: Angst vor Leistungsabfall

Wenn ein erfahrener Läufer nach einem Marathon einen Monat Laufpause macht, dann hat er in Sachen Leistungsabfall nichts zu befürchten. Wer sich aber wie ich gerade wieder etwas Konstitution aufgebaut hat, für den ist ein Laufverbot eine sehr unschöne Ansage. Die hart erkämpften Fortschritte scheinen sich schnell in Luft aufzulösen.
Lösung: Ausgleichen statt Ausrasten! Falls Du zum Beispiel eine Verletzung am Fuß oder Bein hast, dann kannst Du höchstwahrscheinlich immer noch Deine Körpermitte trainieren. Situps und andere Übungen, die eher den Oberkörper belasten, eignen sich jetzt prima um die Fitness aufrechtzuerhalten. Wer wie ich überhaupt keinen Sport machen darf, der muss schon etwas um die Ecke denken. Mit der tollen Anleitung zum Meditieren für absolute Newbies von Fuck Lucky Go Happy habe ich versucht, meinem Körper das Gefühl zu geben, dass er etwas tut, auch wenn es für ihn nicht anstrengend ist. Als es mir schon etwas besser ging, habe ich mich an Yoga gewagt. Auch hier musste es natürlich die sanfteste Variante sein. Dieses Video für Yoga-Anfänger von Mady Morrison hat mir dabei viel geholfen.

Laufpause – Angst #4: Angst vor depressiven Verstimmungen

Wie bereits eingangs erwähnt trägt das Laufen einen Großteil dazu bei, dass ich mich wohl und im Einklang mit mir selbst fühle. Auf der Laufstrecke lasse ich meinen Gedanken freien Lauf, analysiere ich die Träume der letzten Nacht und die Dinge, die mich gerade beschäftigen. Wenn dieses Ventil von heute auf morgen wegfällt, dann kann das ganz schön auf’s Gemüt drücken.
Lösung: Alles rauslassen! Verdränge Deine negativen Emotionen nicht, sondern sprich sie an. Du solltest Dich nicht scheuen, mit anderen über Deine Bedrücktheit zu sprechen. Bei guten Freunden musst Du Dich nicht verstellen und sie werden verstehen, dass Du momentan nicht gerade der Sonnenschein in Person bist. Aber auch wenn Du die Dinge lieber mit Dir allein ausmachst, solltest Du Deine Gefühle nicht runterschlucken. Wann hast Du das letzte Mal Tagebuch geschrieben? Egal ob klassisch mit Stift und Papier oder mit Apps wie Grid Diary – Du kannst Dir Deine dunklen Gedanken von der Seele schreiben und Du fühlst Dich danach auf jeden Fall um einiges befreiter und leichter.

Laufpause – Angst #5: Angst, die Motivation nicht mehr zu finden

Ganz ohne es zu beabsichtigen richtet man sich in seinem inaktiven Leben ein. Wo vor der Krankheit bei mir der Morgenlauf auf dem Programm stand, ist es jetzt die entspannende Badewanne. Statt Stretching gibt’s Tee mit Keksen und das Sofa ist ja so gemütlich. Habe ich mich während meiner Laufpause unwiderruflich zur Couchpotato zurückentwickelt? Wie kann ich mich jemals wieder dazu aufraffen, mich zu früher Stunde aus dem Bett zu quälen um durch das wintergraue Berlin zu laufen?
Lösung: Ziele setzen! Ja, jetzt bin ich krank, aber im Frühjahr/Sommer gibt es ein paar schöne 10-km-Läufe oder Halbmarathons, für die ich noch trainieren haben kann. Am besten Du pickst Dir einen konkrete Termin raus, auf den Du schonmal hinfiebern kannst. Neben solch langfristigen Zielen sind aber auch näher liegende Meilensteine wichtig. Ich habe mir vorgenommen, nach meiner Sportpause zunächst einmal wieder 20 Minuten am Stück zu laufen. Ich weiß noch nicht, an welchem Tag das sein wird, aber ich kann schon die Kalenderwoche festmachen. Es besteht zwar die Gefahr, dass ich zu dem Datum immer noch nicht fit genug bin, aber das konkrete Ziel vor Augen kann den Genesungsprozess auf jeden Fall vorantreiben.

Wurde Dir schon einmal ein Laufverbot verordnet? Wie bist Du damit klargekommen? Hast Du Tipps, wie man verhindert, in ein emotionales Loch zu fallen? Ich freue mich über Ideen & Anregungen!

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