Laufgruppen in Berlin: Draussensport F’hain

Nass, kalt, dunkel? Egal!

ⒸDraussensport Fhain

ⒸDraussensport Fhain

Über das Angebot an Fitness- und Laufgruppen in Berlin muss man sich nicht beklagen – es gibt sie zu Hauf. In loser Serie probiere ich eine nach der anderen aus und nehme Ansatz, Durchführung und das ganze Drumherum genau unter die Lupe. Heute ist Draussensport F’hain dran.

Was wird gemacht?

Der Name ist Programm: bei Draussensport F’hain wird draußen gesportelt. Regelmäßig zweimal die Woche, immer Montags und Mittwoch Abends. Dabei wird der Fokus entweder auf’s Laufen gelegt, oder auf Übungen zum Muskelaufbau und allgemeinen Fitness.

Wer macht da was?

Ein paar sportbegeisterte Friedrichshainer gründeten vor ein paar Jahren die Gruppe. Dabei geht es schlicht und einfach darum, gemeinsam Sport zu machen. Ohne Bindung an eine Marke, ohne Ideologie. Zu den drei Trainern gesellen sich mal mehr, mal weniger Sportfreunde aus dem Friedrichshainer Kiez oder aus der Nähe.

Wo findet es statt?

Immer Montags ist Treffpunkt im Volkspark Friedrichshain, Donnerstags an der Lasker-Sportanlage7-8 in der Persiusstraße.
PS: #NassKaltDunkelEgal ist das Motto – egal ob’s hagelt, regnet oder schneit, das Training fällt nie aus!

Für wen ist es geeignet?

Laut Eigenbeschreibung soll sich jeder zum Mitmachen angesprochen fühlen, der Lust auf Sportaktivitäten unter freiem Himmel hat. Eine Grundfitness wird jedoch vorausgesetzt: so sollte man schon in der Lage sein, mindestens 7-8 Kilometer bei einer 6er Pace laufen zu können.

Wie war’s so?

Schon lange habe ich Draussensport F’hain via Facebook verfolgt und fand es immer toll, was die da so machten. Es hat aber eine ganze Weile gedauert, bis ich tatsächlich den Weg zu der Gruppe fand. Warum ich mir ausgerechnet einer der kältesten Tage des Jahres ausgesucht habe kann ich selbst auch nicht beantworten. Ich hatte ich nunmal per Facebook verpflichtet und nun gab es keine Ausrede mehr. Nach dem Kälteschock folgte der Zweite: Neben den Trainer war außer mir nur eine andere Teilnehmerin vor Ort am Lasker-Sportplatz. Au weia, das bedeutet die volle Aufmerksamkeit des Coaches. Mit Laufen war’s nicht so – der Platz war komplett mit Schnee bedeckt und teilweise doch recht rutschig. So haben wir unser kleines Matten-Lager am Seitenstreifen aufgebaut. Ungeachtet der ein- und austrudelnden Mitglieder des kleinen Sportstudios im Gebäude nebenan und einer trainierenden Fussballmannschaft legte Coach Jan auch punktgenau los mit dem sehr effektiven, aber auch sehr anstrengenden Training namens Tabata. Noch nie gehört? Das sind schnelle, sich wiederholende Übungen in mehreren Zyklen, in denen quasi nur der eigene Körper benutzt wird. Das gehört unter den Dachbegriff „Body Weight Training,“ gerade sehr in und als Sport-Trend 2016 gehypt – nutzte deinen eigenen Körper statt irgendwelcher Geräte und Hilfsmittel. Während mir der gute alte Hampelmann noch ziemlich leicht von der Hand bzw. den Beinen ging, geriet ich bei Liegestütz und allem, was mit Arm- und Brustmuskeln zu tun hat, sehr schnell an meine Grenzen. Der Trainer hatte kein Erbarmen, blitzartige Erinnerungsfetzen des Schulsports tauchten auf. Nach etwas Jammern hatte der Coach doch Einsehen und erlaubte mir abgeschwächte Versionen einzelner Übungen. Ich konnte aber spüren, dass er nicht damit nicht so richtig glücklich war. Jan ist eine absolute Sportskanone und will seine Schäfchen alle fit machen. Sorry, Coach, ich weiß deine Leidenschaft wirklich sehr zu schätzen, aber das ungelenke Mädchen braucht manchmal etwas Anlauf…langsam nährt sich das Eichhörnchen…oder so. Übrigens, auch wenn man denken könnte, als sei hier nicht viel los bei nur zwei Teilnehmern: es war wirklich sehr, sehr kalt an diesem Tag. Und Annett, meine sportliche Mitstreiterin, war nur zu Besuch aus Mainz. Sie hat früher in Berlin gewohnt und war begeisterte Draussensportlerin, deshalb wollte sie auch in ihrem Heimaturlaub auf keinen Fall den Termin verpassen. Diese Loyalität spricht auf jeden Fall für die Gruppe!

Wie kann ich mitmachen?

Nichts leichter als das. Draussensport F’hain ist sehr offen und heißt jeden willkommen, der Lust hat, das Training auszuprobieren. Einfach die Facebook-Seite liken, dort wird man regelmäßig über die Termine und den Ort informiert.

Fazit:

Draussensport F’hain ist eine super Möglichkeit, seine körperliche Fitness zu verbessern und sich durch Gleichgesinnte motivieren zu lassen. Das große Plus hier ist, dass die Gruppe keinen übergeordneten Interessen dient – es geht hier wirklich nur um den puren, reinen Sport und den Spass daran. Eine gewisse Grundfitness sollte aber schon vorhanden sein, um mithalten zu können.

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