Laufen in London: Von Little Venice bis Primrose Hill

Heute ist’s wieder so weit: Fast 40.000 Teilnehmer laufen heute durch meine Herzstadt London. Aber auch wenn nicht gerade London Marathon ist: London ist ein Traum für Läufer. Ich war zuletzt im Januar dort und habe ein paar schöne, szenische Läufe unternommen. Laufen in London bietet so unendlich viele Möglichkeiten. Ich habe mich bei meinem ersten Lauf für eine ruhige, idyllische Strecke am Wasser entschieden. Er führte mich am Regent’s Canal entlang bis auf einen Hügel, auf dem man einen spektakulären Ausblick über die Stadt hat.

Laufen in London: Regent’s Canal bis Primrose Hill

Frühmorgens am Regent’s Canal entlang zu laufen ist so ziemlich das beste, wenn man im hektischen London entspannt in den Tag starten will. Wenn man dann noch einen sonnigen Morgen erwischt wie ich im Januar, dann kann man sein Glück eigentlich kaum fassen. Die Laufstrecke hat ihren ganz eigenen Charme: Viel Wasser, die typischen „Narrowboats“ die als Hausboote fungieren, Vogelvolièren des London Zoo und zum Schluss, nachdem man ihn erklommen hat, vom Primrose Hill aus ein spektakulärer Blick über die Stadt.

Little Venice: Romantisches Idyll mitten in London

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Gestartet bin ich bei der U-Bahn-Station Warwick Avenue (Bakerloo Line). Nur zwei Minuten von der Station entfernt ist man auch schon in Little Venice. Der Name des Gebiets kommt nicht von ungefähr: Der Grand Union Kanal, dessen Paddington Arm hier auf den Regent’s Canal trifft, wird von vielen Brücken gesäumt und erinnert in seiner Gestaltung tatsächlich ein bisschen an die engen Kanäle in Venedig. Auf den kommenden knapp 2.8 Kilometern geht’s am Kanal entlang. Um 7 Uhr morgens schlafen die meisten Hausboot-Besitzer noch. Viele haben sich hübsche kleine Vorgärten angelegt, weshalb man als Passant manchmal kurz auf die darüberliegende Straße umgeleitet wird. Einige der „Narrowboats“ stehen zum Kauf, andere kann man mieten, was natürlich sofort meine Phantasie anspringen lässt. So eine Kanal-Tour durch England, das kommt auf die Must-Do-Liste! Ich hatte es eingangs schon erwähnt, aber wenn man in Little Venice am Kanal entlang läuft, vergisst man tatsächlich für eine Weile, dass man sich hier gerade Mitten in einer Stadt mit über 8 Millionen Einwohnern befindet. Am anderen Ende von Little Venice spannt sich das kleine Café Laville über die Kanalenge. Um diese frühe Uhrzeit wurden die Stühle gerade erst von den Tischen gestellt, außerdem hatte ich ja noch was vor. Aber das nächste Mal will ich an diesem idyllischen Ort unbedingt einen Cappuccino trinken.

Regent’s Park & London Zoo

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Knapp 500 Meter weiter liegt der östliche Eingang des Regent’s Park. Wenn man Lust hätte, könnte man jetzt noch eine ausgedehnte Parkrunde drehen, zwei Quadratkilometer groß ist die Grünanlage. Man könnte sich die Queen Mary’s Gardens anschauen, weltberühmt für seinen Rosengarten mit über 12.000 Blümchen. Im Januar blüht es da allerdings noch nicht, deshalb schenke ich mir das. Den Boating Lake lass ich auch links, bzw. in diesem Falle eher rechts liegen, aber es heißt, man soll hier schön rudern können. Ein paar Eichhörnchen lassen sich von meinem rhythmischen Trampeln und Keuchen nicht beirren und hüpfen behände von Baum zu Baum. Am Ende des Parks beginnt der London Zoo. Ein großes Vogelgehege lässt ihn für mich zumindest erahnen.

Primrose Hill

Primrose Hill

Ich war bestimmt schon 10 Mal, wenn nicht noch öfter, in London, aber in Primrose Hill war ich noch nie. Dabei sollte das eigentlich zu meinem Pflichtprogramm gehören, denn wer residiert oder residierte hier nicht alles: Yeats, Sylvia Plath, Morrissey, Damon Albarn, Ewan McGregor, Jude Law und natürlich Kate Moss, die indisputable Königin der Primrose Hill Gang. Promis stalken muss ich aber auf ein anderes Mal verschieben, denn statt in das noble Wohnviertel zieht es mich auf den gleichnamigen Hügel. 78 Meter trennen mich vom Fuße bis zur Spitze des Primrose Hill. 78 Meter, die nur zum Ende hin steil werden, die aber meine Lungen bis auf’s äußerste reizen, während hier nicht wenige Londoner fröhlich-locker ihre Hill Sprints absolvieren. Was man hier noch zu sehen bekommt: Sportliche Mütter mit ihren Kinderwägen. (PS: Wenig überraschend, von Prenzlauer bis Primroser Berg, der Bugaboo ist hier vorherrschend.) Ältere Männer mit Wachstuch-Jacken, Gummistiefeln und Jagdhunden. C-Promis (zumindest halte ich sie dafür) mit ihren Mini-Hündchen. Und, auf der Spitze, Profifotografen, sich dehnende Läufer und Sonnenaufgang-Anbeter. So wie mich. Wie die Sonne sich hier über der Stadt ihren Weg durch die Wolken sucht, das ist ein Anblick, den ich nicht so schnell vergessen werde. Man blickt auf Central London, bis nach Hampstead und Belsize Park. Stunning. Ich bin übermütig, laufe runter und gebe mir den Hügel noch einmal. Danach bin ich durch für heute. Was die Kilometer angeht, hab‘ ich es vielleicht grade mal auf 4-5 geschafft, dafür können sich die Höhenmeter sehen lassen. Wer es etwas länger (fast 10 Meilen) und strukturierter angehen möchte, dem sei diese Laufroute vom Londoner East End bis nach Little Venice empfohlen.

Warst Du auch schonmal Laufen in London? Was ist Deine Lieblingsroute? Ich freue mich über Tipps und Empfehlungen!

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