Heute ist der Tag des Waldes und eines meiner Vorhaben für 2018 lautet „mehr Wald!“. Gerade verbreitet sich das japanische Konzept des Shinrin Ryuku („Waldbaden“) rasend in den sozialen Netzwerken. Dabei ist das ja eigentlich nix Neues: in den Wald gehen und sich danach besser fühlen haben auch schon meine Eltern mit uns Kindern vor über 30 Jahren gemacht. Aufgewachsen in einem 3.000-Seelen-Dorf am Bodensee war der Wald nie weit. Wald, das bedeutete: Schulausflüge, Eichen und Bucheckern sammeln für meinen Jäger-Onkel Alfred, Vogelbestimmungsspaziergänge mit Papa, Gassigehen mit Dackel Flori und Trimm-Dich-Pfad mit dem Turnverein.

Alte Liebe, neu entfacht

In den letzten 20 Jahren spielte der Wald in meinem Leben keine große Rolle mehr. Aufgrund meiner alten Heimat Bodensee trage ich das „Seeweh“ immer in mir, was dazu geführt hat, dass ich vor einigen Jahren in Berlin in die Nähe des Wassers gezogen bin. Die Sehnsucht nach dem Wasser war stetig da, das Verlangen nach Wald irgendwie verschütt gegangen. Im letzten Herbst wurde diese alte Liebe neu entfacht. Mit einer Pressereise war ich im Frankenwald unterwegs. Ich hatte mich zuvor zwar auf den Trip gefreut, aber dass diese wenigen Tage so viel in mir auslösen würden, hätte ich mir davor nie träumen lassen.

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Ein Besuch im Waldgebiet des Jahres 2017

Zunächst war es einfach nur spannend: Informationen direkt aus Försterhand über den Wald und die nicht immer einfache Balance zwischen Waldwirtschaft und Natur. Nach der Theorie kam das praktische Erleben: eine Wanderung durch den Frankenwald, an der atemberaubend schönen Ködeltalsperre vorbei. Eine Steilvorlage für das Frankenwald Motto „Weite atmen“. Die Weite und den Geruch des Waldes in mir aufgesogen, merkte ich, wie mich das alles sehr froh macht – und auch, wie sehr mir das in letzter Zeit gefehlt hat. Der Funke war entfacht und wurde weiter angeschürt: durch einen Foto-Waldspaziergang mit dem Naturfotografen Stephan Amm und durch Diana von kurzreisenundmeer, die ich auf der Bloggerreise kennenlernen durfte. Diana ist studierte Biologin und jedes noch so unscheinbar wirkende Farn, jeder Moosteppich und jeder Pilz löste einen Schrei des Entzückens in ihr aus. Ansteckungsgefahr: hochgradig! Lass Dich auch von Diana inspirieren und lies ihren Artikel über ihren Besuch im Frankenwald. Und kennst Du diesen magischen Moment, wenn Du im Wald stehst und plötzlich die Sonnenstrahlen gebündelt auf die Baumkronen strahlt? Die Japaner haben sogar ein Wort dafür, wie ich beim Japan-Blog Nippon-Insider gelernt habe: „Komorebi“.

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Bucketlist: Baum pflanzen √

Und dann gab es da noch dieses eine Ereignis, seit dem ich mich ganz tief verbunden mit dem Wald fühle: ich habe einen Baum gepflanzt. Das passierte unter fachmännischer Aufsicht und nachdem man mal den Dreh raus hatte, wie man mit dem Spaten den Boden lockert, dauerte es nur wenige Minuten. Ich habe mir versucht, die genauen Koordinaten zu merken und ich habe sogar eine Urkunde erhalten. Das brauche ich aber eigentlich gar nicht. Der Gedanke, dass da nun irgendwo im Frankenwald eine kleine Weißtanne heranwächst, die ich gepflanzt habe, macht mich einfach nur glücklich.

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Wie eine kleine Tanne im Frankenwald mein Leben verändert hat

Und jetzt willst Du bestimmt wissen, wie dieser Baum mein Leben verändert hat – oder ist das doch alles nur Clickbait? Auf den ersten Blick ist ja alles beim Alten. Ich wohne immer noch in der Großstadt, ich drehe meine Laufrunden hauptsächlich auf Asphalt, ich verbringe immer noch viel zu viel Zeit mit Social Media und Netflix und auf der Couch. Aber diese Tage im Frankenwald und insbesondere das Baumpflanzen hat in mir die alte Liebe zum Wald wieder erweckt, die ich so lange vergessen hatte. Seit dieser Zeit verbringe ich auch hier, in Berlin, wieder mehr Zeit im Wald (ja, das geht!). Und der Wald ist für mich ein wichtiger Ort geworden, wenn es darum geht, Entscheidungen zu fällen. Um wieder eine Verbindung von mir mit meiner Umwelt zu spüren, oder um es noch etwas esomäßiger auszudrücken: um mich eins mit dem Universum zu fühlen. Wenn das mal nicht lebensverändernd ist! Der Wald spielt mittlerweile auch eine große Rolle beim Thema Reiseplanung. Diana und ich haben beschlossen, dass wir unsere Bäumchen bald besuchen werden. Nächstes Ziel: einen Sonnenaufgang im Wald erleben. Vorschläge?

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Das ist also die Sache mit dem Wald und mir. Hast Du einen Lieblingswald? Hast Du schonmal einen Baum gepflanzt?

Transparenz: Dieser Blogpost entstand aus einer unbezahlten Pressereise, die von Frankenwald Tourismus organisiert wurde.