10 gute Gedanken für 2017

Ich erinnere mich genau an den Moment, in dem sich mein kindlicher Optimismus in eine rationale Einschätzung der Gegebenheiten umwandelte: Meine Kindergärtnerin deutete an, dass mein Berufswunsch „Seiltänzerin“ wahrscheinlich nur sehr schwer umsetzbar sei. Im zarten Alter von vier Jahren wurde Klein-Sandra also schon klar vor Augen gehalten, dass sie ihr Leben doch bitte mit etwas realistischeren Erwartungen angehen sollte. Die darauf folgenden drei, beziehungsweise fast mittlerweile vier Jahrzehnte bin ich mit meiner bodenständigen Grundhaltung ganz gut gefahren. Dachte ich zumindest. Denn dieser gnadenlose Realismus hat mich das ein- oder andere Mal nicht nur davon abgehalten, zu träumen, sondern auch, diese Träume in die Tat umzusetzen. Ich bin die, auf die man sich verlässt, ich hole Höhenflieger auf den Boden der Tatsachen zurück und bin mit meiner abwägenden Art ein prima Risikomanager für mein eigenes Leben.

Doch wo bleibt da Raum für Mut? Ideen? Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten? Denn wenn ich sie mal ganz genau betrachte, dann sind diese angeblich realistischen Gedanken doch ganz oft einfach nur negativ: Was könnte alles schiefgehen? Was denken die anderen darüber bloß? Was, wenn es nicht klappt?

Im letzten Jahr bin ich vermehrt über das Thema „positive Gedanken“ gestolpert. Dieses „think positive!“-Gelaber hat mich früher ziemlich angenervt und, ganz ehrlich, stetig gut gelaunte Menschen sind mir immer noch suspekt. Ich kann mich aber so langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass unsere Gedanken uns tatsächlich zu dem machen, was wir sind. „Unsere Gedanken sind so eine großartige Kraft, die alles in Bewegung setzt – uns inklusive.“ Das antwortete Kristin von Eat Train Love kürzlich auf einen Post von mir. Dieser Satz ist mir seitdem nicht mehr auf den Kopf gegangen. Jedem negativen Gedanken, der in mir aufkommt, versuche ich von jetzt an mit einem positiven zu begegnen. Weil ich meinem inneren Realisten nicht von jetzt auf gleich die rosarote Brille aufsetzen kann (und ich ein gesundes Maß an Realismus immer noch für wichtig halte), sammle ich gute Gedanken von Menschen, die mich inspirieren und die mich weiter glauben lassen, wenn die Zweifel mal wieder die Oberhand gewinnen wollen.

  1. „Und wenn es mal nicht klappt?
    Hey, dann kannst Du immer noch stolz sein, dass Du es versucht hast. Und dann machst Du einfach weiter. Versuchst es noch einmal, besser oder auf eine andere Art und Weise. Denn weißt Du was? Sowas nennt man ‚Heldenreise‘.“
    (Romy Hausmann, in „Du kannst nur wachsen, wenn du Deine Komfortzone verlässt“ auf mymonk.de)
  2. „You, and only you, determine your own fate. You get only one chance at this life. Do something with your life; open your heart to risk. At some point, enough is enough and you must think of the biggest leap you can fathom and then take it.“
    (Luisa Weiß, in My Berlin Kitchen)
  3. „Denn du musst gar nichts, außer ein zufriedenes Leben führen und dich um die Dinge kümmern, die dir wichtig sind. Sag dir das gerne immer wieder mal vor: ‚Ich muss nichts!‘ Für mich ist das DER Schlüssel zu einem positiv ausgerichteten Leben.“
    (Mischa Miltenberger, in I love Mondays)
  4. „Mal umgucken. Woanders hin. Relativitätstheorie anwenden, bitte.“
    (Udo Lindenberg als Antwort auf die Aufforderung: „Trösten Sie mich mit einem Satz“, in Moritz von Uslar, 100 Fragen)
  5. „Our entire lives are made up of microdecisions and micromoments. If we’re simultaneously celebrating tiny victories and pursuing the next one, we’re gonna be fine.“
    (Robin Arzon im Rich Roll Podcast #99)
  6. „Das Weite muss in uns sein, sie kann nur in uns sein, denn sonst würde es sich nur um ein geographisches Mass handeln. Nur wer die Weite erfassen und reifen lassen kann, kann sie besitzen – nachdem er das Mittel gefunden hat, sie auszudrücken.“
    (Ella Maillart, Der Sinn des Reisens, in: Unsterbliches Blau. Reisen nach Afghanistan)
  7. And while everybody was busy laughing, what was I doing? I was laying the foundation to what I have in place now.
    (Victoria Beckham)
  8. „Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk.“
    (Leonardo da Vinci)
  9. „Nenn mich ruhig naiv, aber ich glaube nach wie vor daran, dass diese Welt für jeden Mensch besser sein könnte. Dass wir sie besser machen können! Mit mehr Nächstenliebe und weniger Egoismus (gegenüber Mensch, Tier und Natur), mit mehr Du und weniger ich. Mehr Hilfe, weniger Hass. Weniger besitzen, mehr teilen. Ja, im Grunde ist es so einfach. So einfach wie ein bisschen Wasser und Sonnenstrahlen. Ich erzähle dir nichts Neues? Umso besser!“
    (Susanne Acksteller, Kleine Anleitung zur Weltrettung, auf texterella.de)
  10. „Es ist äußerst befreiend, festzustellen wie wenig man eigentlich MUSS und wie viel man KANN“
    (Melina Royer von Vanilla Mind)

Wie siehst Du das Thema Realismus versus Optimismus? Welche guten Gedanken helfen Dir immer wieder?

2 Kommentare

  1. Liebe Sandra,

    diese Zusammenstellung habe ich ja nun schon einige Male gelesen, da sie mir so gut gefällt 🙂

    Meine absoluten Favoriten sind: 2,3, 9 und 10.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • oh Danke :). Bei de 2 finde ich vor allem so toll, dass es wirklich ein Zufallsfund war, in einem ganz tollen Buch über und von der Bloggerin Luisa Weiß. Absolut lesenswert – wie sie aus den USA nach Berlin kam und hier mit ihrem Foodblog bekannt wurde. Toll 🙂

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