Die mallorquinische Küche ist reichhaltig, einzigartig und voller kulinarischer Genüsse. Ich verrate Dir sechs klassische mallorquinische Spezialitäten, die Du unbedingt probieren solltest – mit Insidertipps, wo Du die leckersten Speisen auf Mallorca bekommst.

Ensaimada

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Wenn Du nach Mallorca reist, kommst Du an der Ensaimada nicht vorbei. Das schneckenförmige Gebäck gibt es so gut wie an jeder Ecke zu kaufen und auch am Flughafen wirst Du die typischen achteckigen Einsaimada-Schachteln schnell entdecken. Das, was das Hefeteilchen so besonders macht, ist eine ganz besondere Zutat – nämlich Schweineschmalz. Ich muss zugeben, dass mir dieses Wissen auch den Genuss meiner allerersten Ensaimada vor fast 20 Jahren ganz schön versaut hat. Der Geschmack einer Ensaimada ist sehr speziell und lässt sich mit keinem anderen süßen Gebäck vergleichen. Die Mallorquiner verstehen demnach auch keinen Spaß, wenn es im die heilige Schmalzschnecke geht: die Zutaten sind per Gesetz festgeschrieben. Neben der puren Ensaimada gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Variationen: mit Schokolade, mit Pudding, mit Kokos. Nur eins  gibt es nicht: auf der Suche nach einer vegetarischen Ensaimada wurde ich eines Besseren belehrt. Das einzige Geschäft, das diesen Versuch gewagt hat, musste unlängst ihr Geschäft aufgeben. In die Ensaimada gehört Schmalz, und wer damit nicht klar kommt, der verpasst dann eben den besonderen Genuss des mallorquinischen Nationalgebäcks.

Orte für Ensaimada:
Ca’n Joan De S’Aigo (Café), Carrer de Can Sanç, Palma

Pa amb Oli

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Wörtliche übersetzt bedeutet „pa amb Oli“ nur das: „Brot mit Olivenöl“. Viel mehr ist es auch nicht – und doch so viel mehr. Das simple Brot erhält seine Rafinesse nicht nur durch die frisch aufgeriebene Tomate und das gute Olivenöl, sondern auch die verschiedenen Beläge. Klassisch ist das Käse oder Schinken. Wer einmal wie ich ein Käsebrot à la mallorquina gegessen hat, der hat keine Lust mehr auf die deutsche Abendbrotstulle. Vielleicht lag es an den fingerdicken Scheiben saftigen Bauernbrots, vielleicht auch an der Umgebung. Die Bar S’Hostal in Montuïri ist der place-to-be, wenn es um das perfekte „pamboli“ geht. Hier treffen sich Einheimische, Mallorca-Residenten und, wenn man zur falschen Tageszeit kommt, auch Busladungen von Touristen. An einem Nachmittag im Winter hast Du hier jedoch ziemlich gute Chancen, dein Olivenölbrot in Ruhe einzunehmen und den lokalen Bauern dabei zuzusehen, wie sie ihre Tomaten kistenweise vorbeibringen.

Orte für Pa amb Oli:
Bar S’Hostal, Carrer Constitució 58, 07230 Montuïri
Sa LLimona, Sant Magí, 80, 07013 Palma

Mandeltorte (Gató de almendras)

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Eine meiner liebsten Reisezeiten für Mallorca ist von Mitte Januar bis Mitte Februar, denn dann ist auf Mallorca Mandelblütenzeit. Dass auf der Insel so viele Mandelbäume stehen, ist der Reblaus zu verdanken. Denn diese zerstörte während des 19. Jahrhunderts einen Großteil der Rebstöcke, weshalb sich die Weinbauern entschieden, fortan Mandeln statt Weintrauben zu kultivieren. Eine Köstlichkeit, die sich aus mallorquinischen Mandeln herstellen lässt, ist der Mandelkuchen namens „Gató de almendra„. Saftig und süß ist er der perfekte Begleiter zum nachmittäglichen Kaffeeklatsch. Besonders stilvoll kannst Du den Gató im Ca’n Joan De S’aigo einnehmen. Das Café, das versteckt in einer Seitenstraße nur vier Minuten abseits des Plaza Mayor gelegen ist, gibt es seit 1700. Auf der Karte stehen (neben Getränken) ausschließlich Gebäck- und Eisspezialitäten, das nostalgische Feeling eines Ortes, in dem die Zeit stillzustehen scheint, gibt es gratis obendrauf.

Orte für Gató:
Ca’n Joan De S’Aigo (Café), Carrer de Can Sanç
Horno Santo Cristo (Café & Bäckerei) (C/ Sant Miquel 47)

Cuarto

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„Staubkuchen“ nennt mein auf Mallorca ansässiger Freund das Cuarto, und ganz unrecht hat er damit nicht. Isst man das Biskuit-Teilchen ohne Begleitung, handelt es sich dabei um eine ziemlich trockene Angelegenheit, bei der zudem der Puderzucker einen weißen Sturm entfacht. Das auch unter dem Namen „cuarto de Palma“ bekannte Gebäck wird aus lediglich drei Zutaten hergestellt: Eier, Puderzucker und Kartoffelstärke. Weil auch die Mallorquiner nicht besonders auf staubtrockene Kuchen stehen, haben sie sich was Tolles ausgedacht und servieren das rechteckige Gebäck entweder mit Mandeleis oder einer Tasse dickflüssiger, heißer Schokolade.

Orte für Cuarto: 
Ca’n Joan De S’Aigo (Café), Carrer de Can Sanç, Palma
Forn de Ca na Teresa (Bäckerstand, Markthalle Mercat de l’Olivar, Placa de l’Olivar, Palma)

Frito mallorquín

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Achtung, jetzt wird es sehr fleischlastig. Die Mallorquiner sind sehr stolz auf ihr Nationalgericht, das frito mallorquín. Das Rezept datiert aus dem 14. Jahrhundert und wird so, wie es damals entstanden ist, auf der Insel noch genau so serviert. Grundlage des Frito mallorquín sind Innereien, die mit verschiedenen Gemüsesorten und viel Olivenöl gebraten und in einem Tontopf serviert werden. Variationen gibt es auch mit Huhn, Fisch oder gar nur Gemüse, nach dem Original-Rezept gehört dazu aber unbedingt mageres Schweine- oder Lammfleisch und Innereien wie Leber oder Lunge. Eine weitere wichtig Zutat sind Kartoffeln, während das restliche Gemüse von der Saison abhängt. Frito mallorquín ist vielleicht nicht jedermanns Sache, wenn Du Fleischesser bist, solltest Du Dir diese mallorquinische Spezialität allerdings nicht entgehen lassen. Das Eintopfgericht bekommst Du so gut wie in jeder typischen Celler-Bar, dazu passt ein frisch gezapftes Bier oder ein kräftiger Rotwein.

Orte für Frito mallorquín: 
Celler Sa Travessa, Carrer de sa Murtra, 16, 07300 Inca
Celler de Petra, Carrer de l’Hospital, 46, 07520 Petra
Restaurant Son Toreó, Calle de Son Torello, 07510 Sineu

Sobrasada mallorquina

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Weiter geht’s mit den Fleischesgelüsten. Sobrasada (oder „sobrassada“, wie sie auf katalanisch geschrieben wird), ist eine Wurst, die aus Schweinefleisch, Paprika, Salz und anderen Gewürzen besteht. Sobrasada ist luftgetrocknet und wird aufs Brot gestrichen – dabei ist es wichtig, diese dabei nicht zu sehr zu „vermatschen.“ Deshalb sprechen sich Freunde der mallorquinischen Speisen vehement gegen eine Verwendung von Sobrasada als Pa amb Oli-Belag aus! Übrigens: bei „sobrassada“ handelt es sich um eine geschützte Herkunftbezeichnung: nur Würste, die nach diesem Verfahren auf den balearischen Inseln hersgestellt werden, dürfen diesen Namen tragen.

Orte für Sobrasada: 
Sobrasada gibt es so gut wie überall zu kaufen. Besondere Empfehlung:
Colmado Santo Domingo, Carrer de Sant Domingo, 1, 07001 Palma

Mallorca für Foodies  & Mallorca vegetarisch

Na, schon Hunger bekommen? Zugegeben, die sechs Mallorca Spezialitäten aus meinem Blogpost sind ziemlich reichhaltig. Die mallorqunische Küche ist oft mit dem Attribut „con carne“ („mit Fleisch“) versehen. Denn Fleisch, und vor allem Schweinefleisch, spielt in der Zubereitung mallorquinischer Speisen eine sehr große Rolle. Wenn Du kein Fleisch isst und Dich vegetarisch oder gar vegan ernährst, dann ist es für Dich auf der balearischen Insel gar nicht so einfach. Wie Du aber auch als Vegetarierin oder Veganer mallorquinische Köstlichkeiten probieren kannst, und welche Foodie-Orte Du auf Mallorca nicht verpassen solltest, verrate ich Dir in meinem kommenden Blogpost nächste Woche. Sei gespannt!