5 Tipps für kulinarische Reisen in Deutschland

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Food Tourismus ist einer der sich am stärksten entwickelnden Reisetrends 2018. Welche Destinationen in Deutschland für Genussreisende absolut eine Reise wert sind: Meine 5 Tipps für kulinarische Reisen in Deutschland.

Kulinarisch reisen und entdecken

Auf der Grünen Woche 2018 in Berlin habe ich mich bei den verschiedenen deutschen Destinationen umgesehen. Ich wollte wissen: Welche Region in Deutschland ist kulinarisch besonders interessant? Für viele Reisende gehört das Entdecken lokaler Spezialitäten zu einem wichtigen Teil ihres Urlaubs. Liebe geht durch den Magen, und das gilt genauso für die Liebe zu einem Ort oder einer Region. Durch kulinarischen Genuss auf Reisen bekomme ich einen ganz besonderen Bezug zu dem Urlaubsort. Ich lerne die Menschen und die Geshichte dahinter kennen und erhasche einen Einblick in die lokale Kultur. Viele Urlaubsregionen haben verstanden, dass Food Tourismus eine wachsende Resource ist und legen ihren Fokus auf Genuss und Genussreisende. Eine Region kulinarisch zu entdecken, das geht übrigens auch ohne zuvor gebuchte Kulinarik-Pauschalreise. Mit meinem Blog will ich Dich dazu ermutigen, auf eigene Faust die lokalen Spezialitäten einer Region zu genießen. Viel Spaß mit meinen persönlichen Empfehlungen zum Thema Food Reisetrends für 2018!

Reisen für Foodies – meine 5 Tipps für kulinarische Reisen von der Grünen Woche 2018

 

1. Baden-Württemberg: Wir schlemmen uns durchs Ländle

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©H.P. Wickert

Gut, hier mag ich etwas lokalpatriotisch beeinflusst sein, denn schließlich bin ich am Bodensee geboren und aufgewachsen. Doch auch wenn ich völlig neutral wäre, würde ich die badisch-schwäbische Küche sicherlich zu den leckersten der Welt zählen. Allein die Mehlspeisen wie Schupfnudeln, Buchteln oder Knöpfle meiner Oma Lisbeth: legendär! Baden-Württemberg hat einiges an kulinarischen Spezialitäten zu bieten, die jedes Foodie-Herz höher hüpfen lässt, allen voran natürlich die weltberühmten Spätzle.

Spätzlemuseum Bad Waldsee

In Bald Waldsee im Landkreis Ravensburg hat man für die schwäbische Nudel sogar ein eigenes Museum errichtet. Im Spätzlemuseum Bad Waldsee erfährst Du alles über die Spätzlezubereitung, den immer währenden Disput um das Thema „Schaben oder Hobeln“ und so einiges mehr, was Dir garantiert das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt.

Filderkrautfest in Leinfelden-Echterdingen

Südlich von Stuttgart liegt die Filderebene. Dort sind Boden und Mikroklima so einzigartig, dass darauf ein ganz bestimmtes Kraut besonders gut gedeiht. Das Filderkraut mit der charakteristischen Spitze lässt sich prima zu Krautwickeln verarbeiten und ist die perfekte Zutat für eine deftige Schupfnudelpfanne. An jedem 3. Oktobersonntag wird das Filderspitzkraut in Leinfelden-Echterdingen gefeiert. Auf dem Filderkrautfest dreht sich alles um die Aufzucht und Zubereitung des schwäbischen Spitzkohls und ein Krautkönigspaar gibt es auch zu bewundern.

Büllefescht am Bodensee: eine Party für die beste Zwiebel der Welt

Ich bin mit der Höri-Bülle aufgewachsen. Doch was bitte ist eine Höri-Bülle? Es handelt sich hier um kleine, rote Zwiebel. Bis hierhin also nicht besonders spektakulär. Aber: diese Speisezwiebel ist eine uralte Landsorte, die seit Jahrhunderten auf der Halbinsel Höri angebaut wird. Das besondere daran: sie wird ausschließlich durch eigene Nachzucht vermehrt. In your face, Monsanto! Die Höri-Bülle ist eine der wenigen Zwiebeln, die mir beim Zwiebelschneiden keine Tränen in die Augen treibt. Denn die rote Zwiebel zeichnet eine milde, unaufdringliche Schärfe aus. Das Büllefest in Moos findet jedes Jahr im Oktober statt und ist das Must-go-Event für Freunde des zwiebligen Genusses. Extra-Geheimtipp einer Einheimischen (ich): Die schönsten Zwiebelzöpfe mit der Höri Bülle gibt es im Lädele in Moos.

PS: Falls Du noch mehr über meine wunderschöne Heimat am Bodensee wissen willst, hier verrate ich Dir meine Geheimtipps: Heimatliebe Radolfzell am Bodensee.

 

2. Tegernsee – kulinarische Vielfalt für jeden Gaumen

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Vier Michelin-Sterne, uriger Genuss auf der Alm oder bayerisches Street Food: Die Kulinarik Region Der Tegernsee hat einiges zu bieten, wenn es um Gaumenfreuden für Foodies geht. Bisher hatte ich die Region noch gar nicht auf dem Schirm, ein Versäumnis, das es dringend nachzuholen gilt. Meine Empfehlungen für eine kulinarische Reise an den Tegernsee gelten demnach auch, ganz uneigennützig, für mich selbst.

Naturkäserei TegernseerLand

Den Heumilchkäse habe ich gleich mal auf der Grünen Messe probiert und war hin und weg. Die Heumilch für den Käse stammt aus der Region, gerade Mal zwanzig Milchbauern dürfen zuliefern und das unter strengen Auflagen für das Wohl der Kühe. In der Naturkäserei kann den Käsern bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut werden und natürlich kann man den guten Bergkas dann auch sofort vor Ort probieren. Interessant für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit: die Milch wird in der Naturkäserei tagesfrisch verarbeitet. Ohne die wie andernorts übliche Weiterbehandlung ist der Käse auch für viele laktoseintolerante Personen ohne Konsequenzen genießbar.

Konditorei Wagner: der vielleicht beste Bienenstich der Welt

Ich bin ja stets auf der Suche nach dem besten Gebäck einer Region. Zwar wurde der Bienenstich – wahrscheinlich – in Rheinland-Pfalz erfunden, doch angeblich schmeckt der nirgendwo so gut wie am Tegernsee. Die Konditorei des Café Wagner in Gmund am Tegernsee hat sich auf den Blechkuchen mit den karamellisierten Mandeln spezialisiert und das ist weit bis über die Grenzen des Tegernseer Landes hinaus bekannt. Ich bin gespannt, ob der bayerische Bienenstich es mit dem Meisterwerk meiner Tante Vreni aufnehmen kann und kann es kaum erwarten, ihn zu probieren.

Wildkräuterwerkstatt vom Tegernsee

Wildkräuter ist ein Thema, über das ich 2018 definitiv mehr lernen will. In der Wildkräuterwerkstatt vom Tegernsee arbeitet die Kräuterpädagogin und Gartenbäuerin Ursl Schwarzenböck ausschließlich mit wilden Kräutern aus der Region. Daraus kreiert sie Aufstriche, Chutneys, Sirup und Wildkräutersalz.

PS: Die Naturkäserei sowie die Wildkräuterwerkstatt sind Partner von „Geniesserland Tegernsee“. Mehr über die Initiative und weitere Partner des Tegernseer Tal Tourismus erfährst Du hier.

 

3. Frankenwald: niemand kann Gastlichkeit besser

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© Marco Felgenhauer / Woidlife Photography / Frankwenwlad Tourismus

Treue Leser meines Blogs werden es bereits des öfteren gelesen haben: meine Entdeckung für Aktivreisen in Deutschland im letzten Jahr war definitiv der Frankenwald. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich in einem Wald mal so heimisch fühlen würde, wie in diesem Waldgebiet des Jahres 2017. Vor allem jetzt, wo dort sogar meine eigene kleine Tanne wächst. Seitdem ich dann kurz vor Weihnachten noch einen kleinen Boxenstopp in Bamberg eingelegt habe, bin ich vollends überzeugt von der oberfränkischen Gastlichkeit. Kein Wunder, denn: in Oberfranken ist die weltweit größte Dichte an Brauereien, Metzgereien und Bäckereien zu verzeichnen. Dies sind meine drei Must-dos für eine kulinarische Reise in die Genussregion Frankenwald:

Windbeutel in Bad Steben

Bad Steben ist berühmt für seine Windbeutel. Im Café Wittmannin der Ortsmitte kannst Du täglich aus über 12 verschiedenen Windbeutelkreationen wählen. (Disclaimer: ich habe das Café zu spät entdeckt und musste am Tag der Abreise zu früh los und das Café hatte noch geschlossen. Ich kann seitdem an nichts anderes denken als: Wann werde ich endlich einen Windbeutel im Café Wittmann essen?)

Bier- und Burgenstraße

Das beste Bier der Welt kommt aus Franken. Ich habe das jetzt mehrfach getestet und bin zu diesem unumstößlichen Entschluss gekommen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich mit dem Rauchbier im Bambergischen Schlenkerla so meine Probleme hatte. Wer die gesamte Pracht der fränkischen Bierkultur kennenlernen möchte (und wer will das nicht?), der hat dazu auf 500 Kilometern die Chance. Die Bier- und Burgenstraße führt vom Kyffhäuser Gebirge bis in den Bayerischen Wald. Neben dem goldenen Hopfensaft gibt es hier jede Menge landschaftliche und architektonische Sehenswürdigkeiten obendrauf.

Mit dem Genussbotschafter in Kochtöpfe spicken

Eine gute Idee hat sich die Genussregion Oberfranken da ausgedacht: in der Begleitung ausgewählter Genussbotschafter können Reisende kulinarische Spezialitäten der Region entdecken. So führt zum Beispiel ein ehemaliger Bäckereiunternehmer und Jurist (was für ne geile Kombi im Übrigen!) durch die Mönchshofsmuseen und gibt Backkurse, eine Kochbuchautorin klärt über kulinarische Traditionen und Brauchtumspflege auf und eine Gästeführerin bietet Gesundheitswanderungen mit anschließender Einkehr an. Mehr über die Genussbotschafter im Frankenwald erfährst Du hier.

 4. Thüringen – weitaus mehr als Klöße und Bratwurst

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©Andreas Weise / Thüringer Tourismus GmbH

Der Blechkuchenkult lebt – im Kaffeehaus Gräfe

In einer Zeit, wo wir für Donuts, Cupcakes, Cakepops, Muffins, Spluffins, Cronuts (ich könnte hier jetzt ewig so weitermachen) nicht mehr um die halbe Welt reisen müssen, haben wir bei der Gebäckauswahl oftmals die Qual der Wahl. Versteh‘ mich nicht falsch, ich liebe ausgefallene Backwaren und sage zu einem gut gemachten (!) außergewöhnlichen Backwerk sicherlich nicht nein. Manchmal muss es aber eben auch ein einfacher Blechkuchen sein. Und auch hier zeigt sich wieder: die wahre Schwierigkeit liegt darin, das Einfach besonders gut zu machen. Ein Meister ihres Fachs ist die Konditorei Gräfe. Sie ist auf Thüringer Blechkuchen spezialisiert und sorgt dafür, dass alte Rezepte weiter Verwendung finden. Wie wäre es Mal mit einem Propheten- oder Speckfettkuchen zur Abwechslung? Das Stammhaus des Kaffeehaus Gräfe befindet sich in Jena, weitere Filialen und Infos findest Du hier.

Weimarer Zwiebelkuchen & Zwiebelmarkt

Ich weiß nicht, ob auch schon Goethe darauf stand, so wie ich ihn einschätze, konnte er dem Weimarer Zwiebelkuchen sicherlich einiges abgewinnen. Fakt ist jedenfalls, dass der Zwiebelkuchen zu Weimar gehört wie Goethe zu seiner Lotte. Jedes Jahr im Oktoberfest findet ihm zu Ehren der Weimarer Zwiebelmarkt statt, seines Zeichens das älteste Volksfest in Thüringen. Neben der Krönung der Zwiebelkönigin gibt es hier noch ein weiteres spannnendes Event: Der Weimarer Stadtlauf ist eng mit dem Zwiebelmarkt verbunden und findet am gleichen Tag statt. So kann im Vorfeld schonmal für ein Kaloriendefizit gesorgt werden, dass es anschließend wieder aufzufüllen gilt.

Thüringer Streuobstwiesen

Zu einem guten Zwiebelkuchen gehört für mich ein guter Most oder Obstwein. Seit Anfang der 1990er Jahre machen Alexander Pilling und Susanne Mohr fruchtige Obstweine nach alter Tradition. Sortenreine Weine aus Äpfeln, Quitten oder Mirabellen werden auf einem denkmalgeschützen Röttelmischhof 23 im Saale-Holzland-Kreis hergstellt. In jedem Herbst kann den Obstweinbauern über die Schulter geschaut werden, Ferienwohnungen auf dem Hof sind ganzjährig buchbar.

 

5. Sachsen

Wer schonmal auf der Internationalen Grünen Woche war, der weiß, wie es hier zugeht. Klar, es handelt sich dabei, zumindest im ursprünglichen Sinne, um eine Messe für landwirtschaftliche Erzeugnisse. Dennoch ist es, vor allem am letzten Publikumstag, nicht immer so leicht auszuhalten (vor allem nüchtern). Denn: man hat das Gefühl, dass ganz Berlin-Brandenburg hier auf Fress- und Sauftour unterwegs ist. Das Angebot ist demnach auch auf diese Art von Publikum ausgerichtet: hier eine Helene-Fischer-Coversängerin, dort eine billo-Bratwurst und viel Trachten, Kostüme und Schnaps. Da ist es auch eigentlich egal, wo man sich gerade geografisch befindet – da kann ruhig auch mal in der Hessen-Halle das Alphorn geblasen werden. Auch als ich in der Sachsen-Ecke unterwegs war, musste ich eine Weile suchen, bis ich etwas entdeckte, was mein kulinarisches Herz höher schlagen ließ. Und diesen einen Tipp verrate ich Dir nun noch ganz zum Schluss meiner Tipps für kulinarische Reisen in Deutschland.

Elbhotel Bad Schandau – sächsischer Charme & regionale Produkte

Fast hätte ich ihn verpasst, den kleinen Stand des Elbhotel Bad Schandau. Zum Glück duftete der gerade backende Pfannkuchenteig so verführerisch, dass mich meine Nase zu ihm hinführte. Dort war ich sofort von einem Glas mit Quittenragout angetan. Denn aus meiner Kindheit kenne ich die Quittenmarmelade meiner Oma Lisbeth, hergestellt aus den Quitten unseres Nachbargartens und mit einem frischen Bürli vom Dorfbäcker ein wahrer Genuss. Nach anfänglichen Verständnisschwierigkeiten (der Witz ist alt, aber er sagte tatsächlich „Haben Sie eine Froge“ statt „Frage“) kam ich mit dem sehr netten Küchenchef des Hotelrestaurants ins Gespräch. Er erzählte mir vom Quittenbaum, der im Hotelgarten steht („diese Quitten haben den kürzesten Lieferweg überhaupt), neben dem Aprikosenbaum, der die Früchte für den Marillenschnaps liefert. Das Restaurant setzt auf einheimische Erzeuger und hat sogar einen eigenen Kräutergarten. Natürlich konnte ich auch gar nicht anders, und habe Pfannkuchen mit besagtem Quittenragout probiert – eine Offenbarung!

Das waren sie nun, meine 5 Tipps für kulinarische Reisen in Deutschland. Ich freue mich auf das kulinarische Reisejahr 2018 und hoffe auf viele leckere neue Entdeckungen. Falls Du einen Tipp hast für diese eine ganz besonders regionale Spezialität, dann lass‘ es mich gerne wissen!

 

 

 

1 Kommentare

  1. Liebe Sandra,
    ich war eben indisch essen und satt bis oben hin und was ist jetzt: Das Wasser läuft mir im Mund zusammen bei all den Leckereien, die Du beschreibst. Vor allem das Bild des Käses aus dem Tegernseer Land, der Gedanke an den Windbeutel in Bad Steben (ohne Dich wüsste ich gar nichts davon) und die Bierspezialitäten aus Franken haben es mir angetan.
    Ich bin gespannt, ob ich davon in 2018 etwas probieren werden!
    LG Diana

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